Review

ANVIL - Pounding The Pavement28.01.2018

ANVIL - Pounding The Pavement

ANVIL - Pounding The Pavement

verfasst von Kalle


Eigentlich war die Idee, das sich unsere Gloria dem Album annimmt, doch sie kam mit dem sehr speziellen Sound von Anvil nicht ganz so klar, wie es den Kanadiern gebührt. Anvil sind speziell und das bereits seit ihrer Gründung 1978. Sie sind die Speed Metal Legenden, die Band, auf deren Sound sich andere Bands gegründet haben und ebenso zu Weltruhm kamen. Anvil allerdings haben eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Die kann man auf der dazu passenden DVD sich mal anschauen und dann kann man sich vorstellen, wie knallhart das Leben eines Musikers sein kann. Dennoch sind Anvil nie von der Bildfläche verschwunden und immer in den Herzen der Fans geblieben. Aktuell läuft es für die Band richtig gut. Regelmäßige Veröffentlichungen, Touren und Festivalauftritte lassen diesen besonderen Mythos weiterleben. Das neueste Werk ist ein weiterer Meilenstein in der Bandgeschichte.

Klar, man muss bei Anvil nicht viel Neues erwarten, denn warum sollten sie ein gutes Konzept ändern? Die Herren Lips und Robb haben mit Chris Robertson seit 2014 einen "neuen" Bassisten, der jetzt auf seinem zweiten Album für Anvil mit dabei sein darf. Aber klar ist... Lips und Robb sind die Macher... die Strippenzieher bei Anvil. Oder sollte man sagen die Dildoschläger. Ein Markenzeichen ist ja das Gitarrensolo von Lips mit einem Dildo, bei praktisch jeder Live-Show. Und während die Fans meist auf "Metal On Metal" warten, so kann man sich darauf freuen, wie die neuen Songs live ankommen werden. Auf der Platte klingen sie in jedem Fall sehr druckvoll und mit viel Anvil. Wobei man sagen muss, das am Tempo etwas gesparrt wurde. Die meisten Songs kommen im gemütlichen Midtempo daher. Ausnahmen gibt es natürlich. Der Kracher "Black Smoke" ist feinster Stoff für Headbanger und Metalnostalgiker, wie ich es hin und wieder bin. Einfach nur pur und direkt auf die Gehörgänge. Gleiches gilt u.a. für "Ego".

Als ich "Let It Go" gelesen habe, dachte ich an eine Metalversion des Titelsongs aus dem Film "Frozen (Die Eiskönigin)". Ganz ehrlich... Anvil hätte ich genau das zugetraut, nehmen sie sich ja selbst selten ernst. Anvil stehen seit 41 Jahren für feinste Nackenschmerzen und wer etwas gemütlicher mag, der hört sich dann Songs wie das sehr geschmeidige "Nanook Of The North" an. Hier gibt es einen sanften Rhytmus, bei dem man wirklich mit muss. Es hat etwas indianisches in den Riffs. Was ich an den Jungs so schätze ist ihre Direktheit. "Rock That Shit" sagt klar an, was Sache ist und wofür man im Metal einfach stehen muss. Mal wieder eine grandiose Hymne aus Kanada.  Und hier spührt man den Rock´n´Roll Einfluss aus den Sechzigern ganz besonders. Es macht nämlich den Eindruck, als stecke ein wenig Elvis im Sound. Und spätestens bei "Warming up" ist der Rock´n´Roll im Blut angekommen. Was eine geile Nummer! Mit "World Of Tomorrow" beschließt man das Album dann im gemütlichen Black Sabbath Stil und man hätte sich hier durchaus Ozzy Osbourne am Micro vorstellen können.

Anvil ist mit dem Album wieder ein schönes Stück Musik gelungen, was Metalfans lieben werden. Wer nicht auf diesen dreckigen, rotzigen und direkten Sound steht, der wird Anvil verstörend finden, aber Musikliebhaber wissen die Arbeit der Kanadier sehr zu schätzen. Bands wie Metallica verdanken ihre Karriere den Jungs von Anvil. Und mit einer Band wie Anvil, die seit 41 Jahren im Geschäft sind, ist es wie mit einem guten Wein: Lässt man ihn lang genug liegen, so geiler schmeckt er. Und Anvil sind mehr als gereift. Daher... greift zu, wenn ihr puren Metal hören wollt.


Tracklist

01. Bitch in the Box
02. Ego
03. Doing What I Want
04. Smash Your Face
05. Pounding the Pavement
06. Rock That Shit
07. Let it Go
08. Nanook of the North
09. Black Smoke
10. World of Tomorrow
11. Warming Up
12. Don´t Tell Me (bonus track)

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