Review

ANTI CIMEX - Victims of a Bomb Raid26.02.2018

ANTI CIMEX - Victims of a Bomb Raid

ANTI CIMEX - Victims of a Bomb Raid

verfasst von Henry E.-S.

Geiler Plattenname? Check. Ich kenne die Band noch nicht? Check. Interessantes Cover? Naja. Schauen wir mal einfach rein und ... EITERSPUCKENDE BLUTHÖLLE! 19 VERFICKTE SONGS? WAS ZUM ... oh es ist eine Punk-Platte. Also Hardcore Punk. Mit Grindcore. Und Crustcore. Und D-Beat? Ach scheiße, meine komplette Kritik geht hier grad den Bach runter. Ich wollte hier einen Sermon raus lassen und hatte alles schon geschrieben. Nur um dann raus zu finden, dass Victims of a Bomb Raid ein Quasi-Best of einer ehemaligen schwedischen Band namens Anti Cimex ist. FUCK. Das wird jetzt ungefähr so leicht, wie über ein Best Of-Album von Creedence Clearwater Revival schreiben zu müssen, OHNE die Band zu kennen.

Man ey, scheiße. Na wenigstens geht es hier um einen Punk-Band, da bleiben mir noch Flüche und Capslock. Das ist Punk, da darf man sowas. Also Genossen, mal von Anfang an: Anti Cimex wurden 1981 in Göteborg gegründet und bestanden mit Unterbrechung bis 1993. Am Anfang spielte diese Band noch einen sehr dreckigen Punk-Rock mit Hardcore Punk-Elementen und D-Beat. Die ersten Platten von Anti Cimex (Anarkist Attack 1982, Raped Ass 1983, Victims of a Bomb Raid 1984, Criminal Trap 1986) explodierten fast schon von diesem rohen und dreckigen Sound, mit seiner anarchischen-Fuck Off Haltung. Die Songs dieser Zeit erinnern klanglich, falls man ein Beispiel möchte, an den rohen und doch authentischen Sound von Darkthrone. Danach verschwand Anti Cimex für 4 Jahren von der Bildfläche, um 1990 mit Absolut Country of Sweden und einem sich gewandelten Sound  wieder zu kehren. Die raue und relativ schlechte (wenn auch so gewollte) Produktion war verschwunden und an ihre Stelle war eine sehr gute, cleane Produktion getreten. Durch diese wurden auch sehr viele Anleihen aus dem Metal hörbar, mit sehr viel mehr spielerischer Gitarrenarbeit. Ebenso nahmen die Crustelemente zu. Nach Fucked in Finland 1993, Made in Sweden 1993 und einer letzten LP Scandinavian Jawbreaker 1993, wobei letztere wohl den größten Einfluss auf die Metalszene hatte, lösten sich Anti Cimex endgültig auf.

Was blieb, waren Meilensteine des D-Beat Crustpunks und einige Alben, die für die Hardcore Punk Bands mit Metal-Einflüssen wichtig wurden. Was wir hier nun vorliegen haben, ist eine klassische Best-Of-Sammlung aus den Werken von Anti Cimex in chronologischer Reihenfolge. Dies macht es auch für all die unter euch interessant, die sich gerne mal eine Retrospektive antun. Man kann die musikalische Entwicklung der Band sehr gut mit verfolgen. Wer darauf Bock hat und mit Hardcore Punk, Crust und D-Beat was anfangen kann, der kann jetzt eine Reise durch die Geschichte unternehmen. Wer nicht, der halt nicht. Über die Toten nur Gutes. In diesem Sinne, ich hab Feierabend und ein freies Wochenende.

Tracklist:

01. Svaveldioxid
02. Heroindod
03. Drommusik
04. Anti-Cimex
05. When the innocent die
06. War machine
07. Total silence
08. Cries of pain
09. Raped ass
10. Desperate hours
11. Game of the arseholes
12. Victims of a bomb raid
13. Set me free
14. Prelude E-Minor
15. Time to
16. Make my day
17. Smell of silence
18. Painkiller
19. Set me free

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