Review

ALTAR OF BETELGEUZE - Among The Ruins24.01.2017

ALTAR OF BETELGEUZE - Among The Ruins

ALTAR OF BETELGEUZE - Among The Ruins

verfasst von Robert K.

Immer diese Bands mit ihren unaussprechlichen Namen! Für Freunde der gepflegten Doom-Death-Stoner-Parade gibt es heute Altar Of Betelgeuze mit ihrem Werk "Among The Ruins". Betelgeuze ist übrigens der Schulterstern des Bildes Orion und bedeutet so viel wie "Hand der Riesin". Das zweite Album der Finnen trägt nun einen Namen, der hoffentlich nicht auf ihres zutrifft. Hoffen wir mal, dass die CD nicht unter den Ruinen landet.

Nach dem ganzen Wikipedia-Talk erst einmal wieder auf das Album konzentrieren. Der Stil der Band wechselt sehr stark zwischen den Richtungen, was die ganze Sache für eine Doom grundierte Erfahrung schon äußerst interessant macht. Die Riffs sind teilweise sehr schwer und man kann die psychedlische Stimme, die präsentiert wird anfangs kaum begreifen, da sie perfekt zum Gespielten passt. Da haben sich die Finnen nicht lumpen lassen. Gitarrist Olli übernimmt diesen Part und auch den Teil des Kehlengesangs, wogegen Bassist Matias den spuckigen Growl übernimmt. Wer mit dem Begriff "spuckig" nichts anfangen kann, sollte es sich unbedingt anhören und wird sofort begreifen. Für die Gehörlosen: Es hört sich an, als hätte er einen Frosch im Hals - sprichwörtlich. Das liest sich sicher ganz abwertend, aber im Gegenteil passt es auch hier sehr gut zur Musik und trägt zur jeweiligen Stimmung bei. Die verschiedenen Gesänge werden sinnig begleitet und überlagern sich glücklicherweise nicht.

Für Doom basierte Musik ist auch hier die Produktion etwas dumpfer und basslastiger gehalten. Wer Up-Beats oder großartige Tempiwechsel sucht, ist hier leider fehl am Platz, denn schließlich wird hier hart Bass gespielt! Dieser groovt entspannt als Fundament jedes Songs mit und psychedelische Gitarreneinspieler tun es ihm gleich. Thematisch darf man natürlich keine Höhenflüge erwarten, schließlich hört man dafür ja keinen Death Metal sondern inhaltlich anspruchsvollere Kost. Wenn man ein Thema finden will, kann man - getreu der Namensgrundlage - Space, Tod und Space-Tod nennen.

Im Endeffekt erreichen Altar of Betelgeuze bei mir den Ereignishorizont insofern, dass ein Live-Auftritt durchaus wünschenswert ist. Ihre Musik passt sehr gut in die aktuelle Doom-Landschaft und könnte dort wirklich Fuß fassen. Wer eine abwechslungsreiche, aber doch schleppend harte Musikerfahrung sucht, sollte hier mal einen Hörer riskieren!


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