Review

ALCEST - Kodoma02.09.2016

ALCEST - Kodoma

ALCEST - Kodoma

verfasst von Claudia

Seit ihrem grandios-stimmungsvollen Auftritt auf dem diesjährigen Wacken Open Air, konnten wir es kaum erwarten dem 5. Album des französischen Duos Alcest zu lauschen. Mit Kodoma, welches am 30. September erscheint, möchten uns Neige und Winterhalter die japanische Idee vom Spirit der Bäume und dem Widerhall (bezogen auf das 2010er Album Ècailles De Lune) näherbringen. Inspiration schien hierfür Hayao Miyazakis  Prinzessin Monoke gewesen zu sein, da auf dem Album ebenso die Gedanken an Unzugehörigkeit aufgezeigt werden: Zum Einen um das existieren zwischen Stadt und Natur, aber auch um das Dasein zwischen Körper und Geist darzulegen. Diese Ambivalenzen zeigen sich nicht nur auf dem Albumcover, sondern werden selbstverständlich auch in der Musik deutlich:

Kodoma wirkt von der ersten bis zur letzten Minute stimmungsvoll mystisch und soweit durchdacht, als dass das komplette Album eine Einheit zu bilden scheint. Diese Ganzheitlichkeit zeigt sich in einer Leichtigkeit, die das Album durchzieht, dabei aber nicht einfach oder willkürlich sein soll. Es geht hierbei wohl um die Nachvollziehbarkeit der dem Album zugrunde liegenden, besonderen Stimmungslage. Die progressiven (oder Post-) Black-Metal Klänge wollen nicht versuchen jede Genre Kongurenz in Komplexität und Härte zu übertreffen, sondern auf ihre einzigartige Weise aus vielschichten Melodien und düster-schnellen Riffs mitzureißen. Alcest zeigen in den sechs Songs, welche teilweise 9 Minuten umfassen, dass Sie auf hohem musikalischem Niveau die Atmosphäre oder Töne der Natur einfangen können und damit einmal mehr ein unvergleichliches Klangwerk schaffen, dass auch nach dem zehnten Mal hören neue Facetten offenbar und alles andere als fad werden kann. Eine wundervoll einzigartige Bereicherung, die mit jedem Hören entspannt-schöne Minuten voller Gänsehaut schenkt, für die man sich nur bei Alcest bedanken kann.

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