Review

ALASTOR - Slave to the Grave23.10.2018

ALASTOR - Slave to the Grave

ALASTOR - Slave to the Grave

verfasst von Henry E.-S.

Aktuell leben ca. 7,5 Milliarden Menschen auf diesem RUNDEN Planeten. Wenn man das mit der festgehaltenen Musikgeschichte gegenrechnet, stellt man zwangsläufig fest, dass es unFUCKINGviel Musik gibt, die man sich noch nicht angehört hat. Und mit seinen arsch-vielen Untergenres ist der Metal da eines der besten Beispiele.

Gleichzeitig aber auch eine willkommene Ausrede - in Fachkreisen auch ?Erklärung? genannt - weshalb man selbst als 32 Stunden am Tag Musik hörender Semi-professioneller Musikjournalist / Kritiker / Meckerfritze einfach noch weiße Fleckem auf der Metal/Hard Rock-Landkarte hat. Vielleicht auch durch Musiksozialisation, denn wer mit Schandmaul anfängt, wird doch einiges an Zeit brauchen, um sich an Slayer oder Darkthrone heran zu tasten. Ja, diese lange Einleitung musste jetzt sein, denn sonst würde ich für das Kommende wahrscheinlich vor dem nächsten Plattenladen aufgeknüpft werden: Ich hab so gut wie nichts von Black Sabbath jemals gehört. Ich hatte einfach nie richtig die Muse.

Nun, Alastor´s neue Platte (wobei die Band nicht diese Trash Metal Band ist, die google direkt als erstes ausspuckt) "Slave to the Grave" genau das ist, was mir wieder richtig Laune macht, mal dann doch endlich die Black Sabbath-Retrospektive durch zu ziehen. Und wer auf seinen Band-Fotos schon genau zeigt, warum King Diamond das Corpse Paint fast schon vor gedacht hat, der kann kein schlechter Mensch sein. Na gut, aber warum spricht mich "Slave to the Grave" auf eine solch derbe Art im nostalgischen Sinne an? Die Gründe sind gut auszumachen. Alastor spielen Doom Metal. Dabei verzichten sie auf Schicki-Miki-Neuerungen und ziehen das durch, was ich bei anderen Bands bemängelt habe, weil es einfach fehlte: Das ist Doom Metal. Der verdammte Verstärker gehört auf Anschlag, bis die Übersteuerung einen Überschweren Panzer auf seinen Turm befördert! Die Gitarren flirren mit den aus der Woodstock-Ära bekannten Psychedelic-Elementen. Diese geben der gesamten Musik, zusammen mit den teilweise morbiden Texten genau diesen Anstrich, welcher genau das ist, was "Slave to the Grave" ist: eine Huldigung der alten Klassiker.

Jeder Track ist auf ganz unterschiedliche Weise eine Projektion von dem, wie der Doom angefangen hat. Mal schnell, mal langsam, auch mal ein echt geiler Singer/Songwriter-Song (Track 05. "Gone"). In jeder Faser sind Alastor Old School-Doom. Jeder der gerne Electric Wizard hört, kann bedenkenlo ? Okay, okay, mal ein kurzer Break. Ja, Alastor machen ihren Job sehr gut. Sie präsentieren uns die volle Packung Old School Doom Metal. Und zwar so dermaßen, dass ich fast wieder sprechen muss, falls Jemand behaupten will, dass Alastor eine eigene musikalische Identität haben.

Ich höre Electric Wizard, ich höre Black Sabbath, ich höre verdammt nochmal alle klassischen Doom Klassiker. Das ist super und funktioniert total. Teilweise sogar besser als jeder Best-Of-Doom Metal-Mix. Aber NUR das. Wie geil die Platte auch ist, wie groß auch das Grinsen in der Fresse eines jeden Doom-Metal-Jüngers ist, so sehr muss man auch sagen, dass die Band eigentlich nichts Eigenes hat. Oder vielleicht ist "Slave of the Grave" auch nur eine Fingerübung für zukünftige Platten. Scheiß egal, geile Retro-Doom-Platte. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. I döden är vi alla lika
02. Your lives are worthless
03. Drawn to the abyss
04. N.W. 588
05. Gone
06. Slave to the grave
07. The spider of my love




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