Am 19. April 2012 standen die legendären ACCEPT erneut in Berlin auf der Bühne. Mit ihrem Hammer Support HELL ging es im Huxley´s Berlin rund. Kalle-Rock.de war für euch vor Ort...
Das Konzert bot Alles, was ein Metal-Heart braucht. Fangen wir doch mal beim Support an. HELL aus Großbritanien - seit über 30 Jahren gibt es die Band bereits und man hat nur wenig von ihnen Kenntnis bekommen. Bis zum letzten Jahr. Denn dort feierte die Band eines ihrer erfolgreichsten Jahre der Bandgeschichte. Musikalisch ist Hell in den klassichen Heavy Metal zu finden. Diesen bieten die Herren so grandios dar, dass man glaubt, man ist garnicht auf einem Konzert. Ihr Sänger David Bower zelebriert die Musik, als wäre man im Theater. Die Gesichter weiß angemalt, dazu ein paar düstere Outfits und fertig sind HELL. Und wem die Band immernoch nichts sagt, der kennt doch bestimmt Andy Sneap. Er ist erfolgreicher Musikproduzent und dazu auch Gitarrist bei HELL. Fantastisch und einfach nur empfehlenswert.
Zu Accept braucht man nicht viele Worte verlieren. Seit 1972 steht die Band für klassischen Heavy Metal, der von der Gitarre, über die Boxen, ins Gehör, direkt in die Haare geht. Sofern man diese nämlich auf dem Kopf hat und dazu in langer Pracht, wedelt man mit ihnen. Accept sind live eine Macht. Im fast ausverkauften Huxley´s Berlin, ca. 1500 Leute waren vor Ort, luden Accept mit einer Setlist, die jedem Nacken alles abverlangt hat.
Ein grandioser Mix aus Stücken ihrer neuen Scheibe "Stalingrad", dem Vorgänger "Blood of the Nations" und den alten Klassikern, aus alten Tagen. Gestartet wurde mit "Hellfire", "Stalingrad" und "Restless and Wild". Schon zum Auftakt, des letzten Konzertes in Deutschland auf dieser Tour, merkte man der gesamten Band an - die haben Bock. Wolf Hoffmann, Peter Baldes, Herman Frank, Stefan Schwarzmann und Mark Tornillo zelebrierten einmal mehr, dass es nicht auf das Alter ankommt, wenn man gute Musik machen möchte. Famouse Gitarrensoli, begnadete Basstöne, wummernde Drums und ein stimmgewaltigen Sänger sind das Rezept von Accept um auch bei den folgenden Songs der Setlist ordentlich zu überzeugen. "Living for tonite", "Breaker", "Son of a bitch", "Bucket full of Hate", "Monsterman" und "Shadow Soldier" bildeten dann die erste Hälfte des Sets.
Das Berliner Publikum ist im Alter gemischt, doch in der Sache vereint gewesen. Es war eine ausgelassene Stimmung im Saal. Jeder Song wurde gefeiert, die Solis von Wolf förmlich aufgesogen. Herman ging auf seiner linken (vom Publikum aus schauend) Bühnenseite etwas unter und war praktisch nur wenige Male im Scheinwerferlicht zu ersehen. Wo ich gerade von Licht schreibe. Ein riesen Lob an den Lichttechnicker. Das gesamte Konzert über eine fantastische Lichtshow, so dass die Band sich wohl fühlte und das Publikum immer gute Sicht auf das Geschehen hatte. Keine unnötigen Experimente, keine totale Finsterniss. Der Tontechniker soll an dieser Stelle auch gelobt werden, denn er war nach langer Zeit der Erste, der im Huxleys die Regler mal wieder ordentlich oben hatte und es nicht total übersteuert klang. Im Gegenteil !!. Die gute Abmischung, sowohl bei neuen und auch alten Tracks sorgte für ein fantastisches Klangerlebnis.
In der zweiten Hälfte des Sets begleiteten Accept uns mit "Neon Nights", Bulletproof, "Loosers and Winners", "Aming High", "Princess of the dawn", "Up to the limit" und "no shelter". Zwischendurch gab es das obligatorische Kräftemessen zwischen Wolf und Peter oder Gitarre gegen Bass. Was ein wenig gefehlt hat, dass war das Drumsolo von Stefan. Zum Finale donnerten Accept dann noch zwei klasse Songs über die Boxen. "Pandamic" und "fast as a shark" bildeten den Abschluss des knapp 2 Stunden Sets von Accept. Doch damit nicht genug. Ein Löwenkopf stieg hinter dem Schlagzeug empor und die Band kam für insgesamt drei Zugaben zurück. Wer jetzt hier nur Klassiker erwartet, dem sei gesagt - fast. Denn mit "Metal Heart " und "Balls to the Wall" fanden sich durchaus zwei Klassiker im Zugabenblock, der dann in der Mitte von "Teutonic Terror" vervollständigt wurde.
Accept - live einfach immer ein Genuss und sie sind stärker denn je. Mark macht mit seinem Gesang, so krass es klingen mag, Udo fast vergessen, denn die alten Songs sind mit seiner dynamischen und sehr kraftvollen Stimme mindestens gleichwertig, wenn nicht teilweise besser dargeboten. Ich möchte keinesfalls sagen, dass Udo bei Accept vergessen werden sollte, nur ist das Geschichte und Mark aktuell. Ich freue mich jedes Mal auf dieses famouse Erlebnis. Ein Accept Konzert war, ist und wird immer ein super Erlebnis bleiben.
Geschrieben von Kalle
Bilder zum Konzert gibt es hier >>> Konzertfotos <<<
Das Interview mit Andy Sneap von HELL folgt.