Review

MAGIC KINGDOM - Savage Requiem18.03.2015

MAGIC KINGDOM - Savage Requiem

Magic Kingdom - Savage Requiem

verfasst von Karla the Fox


Magic Kingdom ist streng genommen ein Nebenprojekt des Belgiers Dushan Petrossi von Iron Mask. Ähnlichkeiten sind unverkennbar, doch anscheinend will Petrossi möglichst viel musikalischen Freiraum.

Savage Requiem ist die vierte LP der Magic Kingdom-Formation in der des Weiteren Christian Palin (Gesang), Vassili Moltchanov (Bass) und Michael Brush (Drums) derzeit aktiv sind. Palin als Neuzugang macht seine Arbeit mit Bravur, wird aber von Petrossis Gitarrenarbeit und dem allgemeinen Songwriting ein bisschen überdeckt.

Was Magic Kingdom spielen ist nicht so brachial, wie das Artwork es vermuten lässt. Ihr Genre ist eindeutig Power Metal, unterstützt durch symphonische Elemente, die der ganzen Geschichte einen speziellen Esprit verleihen. Viele Kompositionen lassen alte Zeiten zum Leben erwecken, aber nicht etwa die häufig zitierten 60er-80er, sondern weit weit vor unserer Generation, zurück in die Zeiten des Barock oder Rokoko. Ein paar Schnörkel hier, ein bisschen Bombast da, warum nicht auch die "Ode an die Freude" mit einstreuen. Hier ein Akustikstück, da ein lang gezogener Instrumentalpart, und immer mit Energie und Tragweite. Bei Magic Kingdom springen die Farben förmlich aus der Musik heraus, sie machen gute Laune und sind exzellent geschrieben.

Minus: die einzelnen Songs haben zu wenig eigenen Charakter. Übergänge sind unscharf, das Tempo variiert nicht allzu stark und ein Best Of könnte ich auch nicht zusammenstellen.

Thematisch kann man sich mehr an dem Artwork orientieren als das klanglich der Fall ist. Songs wie "Full Moon Sacrifice", "Four Demon Kings of Shadowland" oder das gefühlvoll balladig startende "Dragon Princess" füllen ein unerwartet lang dauerndes Album, das man sich beliebig oft anhören kann, vielleicht aber irgendwann einfach wieder vergisst. Noch ein bisschen mehr Rock und Savage Requiem wäre perfekt.

Alle CD Reviews

Treffer 401 bis 600 von 1068