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BARBELITH - Mirror Unveiled19.05.2015

BARBELITH - Mirror Unveiled

BARBELITH - Mirror Unveiled

verfasst von Jana W.

Lust auf etwas wirklich spezielles, das in seiner Form so beinahe nirgendwo zu hören ist? Die neue Platte von BARBELITH bietet genau das. Nach zwei veröffentlichten EPs seit der Gründung im Jahr 2011 ist Mirror Unveiled das erste full length Album der Band aus Baltimore, und schlägt mit seinem Sound in eine Nische, die dem durchschnittlichen Metal Hörer nicht oft zu Ohren kommen dürfte. Mirror Unveiled ist ein besonderes Stück Musik, das zwar schwer ins Ohr geht, aber dafür so schnell nicht vergessen werden dürfte.

Das hier gehörte zu beschreiben fällt wahrlich nicht leicht, und sich eine Meinung zu bilden ebenso wenig. Aber es ist klar, dass BARBELITH keine Konventionen bedienen wollen, und sie nach solchen zu beurteilen würde ihrer Musik kaum gerecht werden. Der Sound ist aggressiv und hart, aber auf eine ungewöhnliche, sehr unkonventionelle Weise. Dabei entsteht eine destruktive Atmosphäre, aber nicht die des traditionellen Black Metals, obwohl das Album zweifellos klare Züge des Genres trägt. Vielmehr ist es eine zwar destruktive, aber dennoch sehr dynamische Variation des Black Metal, die mitunter in sehr avantgardistische Richtungen ausschlägt, und somit sehr stark aus der Masse der Strömungen von Post und Black heraussticht.

Das Album steigt ein mit dem Song Beyond The Envelope Of Sleep, welcher gemeinsam mit dem letzten Titel des Albums, Reverse Fall, bei weitem die klassischsten und traditionellsten Töne anschlägt. Hier gibt es schnelle, stark verzerrte Gitarren auf die Ohren, sowie ein aggressives, schnelles Schlagzeug und partielle Doublebass wie sie so oft im Black Metal zu hören ist. Dazu kommen die gewohnten, kreischenden Screams, der gewollt dissonante Sound und Rückkopplungen, die die erschaffene Stimmung untermauern. Allerdings sind bereits diese doch recht traditionell klingenden Stücke sehr melodiebetont, und gewissermaßen zum Zentrum des Albums hinleitend komponiert.

Dieses Zentrum besteht aus dem zweiten und dritten Song des Albums. Beide sind signifikant länger als der übrige Teil des Albums, und geht in Klang und Komposition um einiges experimenteller und unkonventioneller vor. Während hier die Instrumente mal härtere, mal weichere Töne anschlagen, sind die begleitenden Black Metal screams immer gleich roh und gewaltig. Dazu gibt es Tempovariationen, die der Musik eine zyklische Dynamik verleihen, sodass der Klang immer wieder an- und abzuschwellen scheint. Diese Variationen von Spannung und Intensität rücken die Melodiezentriertheit der Stücke in ihren absoluten Fokus und kreieren eine atmosphärische, progressive und stellenweise psychedelische Form des Crossovers aus Post und Black Metal.

Fazit: Ob nun gut oder schlecht, das hier ist definitiv etwas ganz besonderes. Es kombiniert große Einflüsse auf Post Rock- und Metal mit progressiven und psychedelischen Untertönen, alles vereint in einer atmosphärischen, beinahe erstaunlich melodischen Black Metal Attitüde. BARBELITH bieten mit ihrem Debütalbum ein destruktives, aber dennoch dynamisches Klangerlebnis, das sich weder Fans der avantgardistischen Musik, noch sonstige neugierige Freunde von Black, Progressive oder Post Metal entgehen lassen sollten.

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