Konzertberichte

Zita-Rock 201221.06.2012

Zita - Rock Fetival
15. - 16. Juni 2012
Zitadelle Spandau
Berlin      

In diesem Jahr eigentlich als ein Ein-Tages-Festival geplant, wurde das Zita-Rock auf zwei Tage ausgeweitet. Der Freitag (15.06.2012) kam dazu und dort wurde der eigentliche Headliner des gesamten Festivals aufgestellt. Aber fangen wir vorne an. Die Zitadelle Spandau präsentierte sich nicht im optimalen Wetter, denn der Himmel war mit dunklen Wolken behangen und der leichte Regen sorgte für die nötige Trübheit am Abend. Offizieller Einlass ist um 17 Uhr gewesen und dort sah man bereits, dass der Platz vor der Bühne sehr leer bleiben würde.

Drei Bands wurden auf den Abend gelegt und den Beginn um 18:30 Uhr machten Lord of the Lost. Die Dark-Rocker aus Hamburg sorgten für einen guten Start und zeigten eine solide Show, die aber leider niemand so wirklich vom Hocker hauen wollte. Ob es an dem leisen Sound lag oder einfach an der Trübheit des Wetters ist unklar. Optisch setzten sie aber Zeichen. Mit ihren düsteren Outfits passten sie wunderbar zum Publikum, welches heute noch verhalten mit der Mode umging.

Modisch interessanter sollten dann Oomph! werden. Mit neuer Besetzung und neuem Album traten sie pünktlich auf die Bühne. Seemannsanzüge zierten die Körper der Band und Sänger Dero hatte eine interessante Bemalung im Gesicht. Das war leider das einzig Positive an dem Auftritt, denn der Rest konnte leider überhaupt nicht überzeugen. Sorry Oomph! das was ihr dort auf die Stage gebracht habt, war einfach nur Mist. Der Sound war schlecht, da hat der Tontechniker geschlafen, die Ansagen völlig übertrieben und überzogen und die Show selbst nicht überzeugend.

Anders sah es dann beim Headliner aus, der am Abend dann die Bühne betrat. Evanescence sollten das erste wirkliche Highlight werden. Plötzlich war der Sound laut und man bekam so wirkliches Feeling, man wäre auf einem großartigen Konzert. Amy Lee stahl mit ihrer Stimme jeden die Show, nur das Outfit passte nicht so ganz zu ihrem Auftreten. Wildes umher laufen und wildes Haare schütteln sorgte beim Publikum für ein wenig Verwirrung. Ihre Bandkollegen glänzten dennoch, obwohl sie nicht im Rampenlicht standen. Amy zeigte sich flexibel im Umgang mit diversen Instrumente: Keyboard, Klavier oder auch Akustikgitarre spielte sie mit sehr viel Gefühl. Einziger Kritikpunkt waren die wenigen Ansagen und die fehlende Kommunikation mit dem Publikum. Es wirkte, als hätte die Band eine gewisse Angst gehabt, dass sie den letzten Bus nicht bekäme. Manche Songs wurden ohne große Atempause aneinander gereiht und selbst bei den gefühlvollen Nummern wie z.B. my immortal, bekam man zwar Gänsehaut, doch wirkte es nicht so emotional, wie es sollte. Die Lichteffekte waren gut gesetzt und die Setlist gut gewählt. Eine gesunde Mischung aus neuen und alten Tracks, welche die Band im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Die ungefähr 2000 Fans vor der Bühne waren begeistert und hätten gern noch mehr gehört. Doch leider verbietet ein Gesetz längere Open Air Shows in der Zitadelle. 

Setlist Evanescence:  
What You Want
Going Under
The Other Side
Weight of the World
Made of Stone
Lost in Paradise
My Heart Is Broken
Lithium
Sick
The Change
Whisper
Call Me When You're Sober
Imaginary
Bring Me to Life

Encore:
Your Star
My Immortal


Der Samstag (16.06.2012) sollte laut Wetterbericht mit Unwettern behaftet sein. Glücklicherweise blieben diese aus und nur zu den ersten Bands tröpfelte es ein wenig. War nicht weiter schlimm, denn die ersten Bands standen bereits die letzten Jahre auf der Bühne des Zita-Rocks. Die Berliner Band Staubkind machte den Anfang und brachten eine solide Show zum Auftakt. Überzeugen konnten sie das Publikum jedoch nicht wirklich. Auch die folgende Band Zeraphine konnte die trübe Stimmung nicht heben. Matschiger Sound und wenig überraschende Effekte brachten beide Bands zu Tage. Da sie bereits die letzten Jahre gespielt hatten, dachte man an mehr neues und erfrischendes, doch einzig der Regen war erfrischend.

Anders sah es dann bei Mono Inc. aus. Auch diese Band stand bereits im Vorjahr auf der gleichen Bühne und klar, hier war ebenfalls nichts neues zu erwarten, doch sorgte die Band mit besseren Sound und mehr eigenen Fans für die erste große Stimmungseuphorie und lies den Regen verschwinden. Das Besondere an Mono Inc ist die Schlagzeugerin Katha Mia. Sie übernimmt den Takt der Band und einige Backgroundparts im Gesang. Leider wirkten diese sehr Playbacklastig, was den positiven Eindruck der Band schmälerte. Die Hamburger hatten, ähnlich wie Amy Lee mit ihrer Band, einen Akustikpart eingebaut. Sänger Martin brachte mit The Passanger (im Original von Iggy Pop) einen Klassiker in einer neuen Darbietung, was durchaus interessant gewesen ist. Passend zum Ambiente der Zitadelle kam dann um kurz vor halb sieben ein absoluter Headliner-Kandidat auf die Stage.

Saltatio Mortis sorgten für feinste Klänge. Sänger Alea machte aber schon bei der Autogrammstunde keinen fitten Eindruck, welcher sich dann auf der Bühne bestätigt hat. Die großen Sprünge blieben aus, was mit an der Nässe gelegen haben könnte. Soundtechnisch hätte man die Band ein wenig besser mischen können, denn Bruder Frank seine Stimme hörte man so gut wie nie. Die zahlreichen Animationen führten bei manch Fan früher oder später zu großer Ermüdung. Doch als Alea, mit einer unglaublichen Körperspannung, sich über die Menge tragen lies, waren Alle hell wach und brachten ihn sicher über den Kiesplatz. Souverän und mit großer Spielfreude wurde das gut gemischte Set über die Boxen gebracht und man war aufgewärmt.

Kontrastprogramm war wenig später nämlich angesagt und wer keine Lust auf düstere Stimmen alla Ville Vallo hatte, der suchte bei The 69 Eyes das Weite. Der heimliche Headliner des Tages brachte Mädchenherzen zum kochen und die Herren zu manch Headbangeinlage. Was die Band dargeboten hat, war passabel und souverän. Leider bekamen wir von der Band nicht viel mit, da einige Gespräche stattgefunden haben, die uns aufgehalten hatten. Doch von Weitem hörte man jubelnde Fans und wenn es kein Pfeifkonzert gibt, dann kann man von ausgehen, die Fans waren zufrieden. Die letzten Töne sahen wir dann noch live und man merkte, die Band hatte Spaß am Auftritt.

Und zu guter letzt hätten wir dann noch ASP. Den Auftritt kann man sehr kurz fassen und sagen, dass es viel Rauch um Nichts war. Sänger Alexander brachte, aus unserer Sicht, einen unmöglichen Brei aus seinem Mund. Versteht uns nicht falsch, aber stimmlich war das grauenvoll. Vor zwei Jahren war die Band überzeugender. Jetzt sorgte man mit viel Licht und Rauch zu überzeugen. Es gelang bei den eingefleischten Fans, doch Neulinge oder normale Besucher war es zuviel. Überzeugen konnte ASP in keinem Punkt, was wirklich schade gewesen ist, waren sie doch als der große Headliner angekündigt.

Fazit:
Das Zita-Rock konnte in diesem Jahr leider nicht überzeugen, wie man es von dem Festival gewohnt ist. Weniger Besucher sorgten gleichzeitig für weniger Stimmung und somit für weniger Gefühl von Festival. Die großen Kostüme im Publikum blieben ebenso aus und damit war das optische, was das Festival ausgemacht hat, leider auch weg. Lag es an den gleichen Bands, an den teuren Tickets? Man kann Gerüchte aufstellen wie man mag, das Zita-Rock gehört nach Berlin und wird auch im kommenden Jahr an gleicher Stelle für Begeisterung sorgen. Wir hoffen im kommenden Jahr dabei sein zu dürfen und neue Bands begrüßen zu können.

verfasst von Kalle

Alle Konzertberichte

Treffer 1 bis 100 von 397