Mit ihrem dritten Album "Tribe of force" sind Van Canto, seit ihrer Gründung 2006, die wohl bekannteste A Capella Metal Band. Lediglich ein Schlagzeug unterstützt die vier Sänger und eine Sängerin. Alle weiteren Instrumente, die man in den Stücken hört, werden mit dem Mund erzeugt. Es mag unglaublich klingen, doch Van Canto beweisen es eindrucksvoll. Mit "Tribe of Force" beginnen Inga, Stef, Ross, Sly, Ike und Basti ihr kleinstes Konzert auf Tour. Begleitet von einem gespanntem, aber aktivem Publikum, singen Sly und Inga gekonnt den ersten Titel vom aktuellem Album. Gefolgt wird dieser von "Rain" und auch hier beweisen Van Canto einmal mehr ihre Stärke. Die unterschiedlichen Höhen und Variationen in den Stimmen, sowie das "Gitarrensoli" von Stef, bringen die Fans zum taktvollem mitklatschen.
Der nächste Song nennt sich "to sing a metal song" und erklärt die Schritte, wie sich ein A Capella Metal Song aufbaut. Der erste gecoverte Song an diesem Abend ist "Wishmaster". Im Original von Inga ihrer Lieblingsband Nightwish gesungen, präsentieren Van Canto ihre Version und das Publikum konnte begeistert mitsingen. "I am Human" ist ein etwas ruhigeres Stück und brachte der Band und den Fans eine kleine Atempause, bevor es zu einer weiteren Coverversion überging. "Rebellion" ist im Original von Grave Digger und auf dem Album singt Chris Boltendahl höchstpersönlich den Titel. Auf der Tour singt Sly die Parts von Chris und kann hierbei durchaus beeindrucken. "One to ten" bildete den gelungenen Abschluss des ersten Parts.
Mit "The Bard´s Song" von Blind Guardian begann nach einer kleinen Verschnaufpause der zweite Part. Bei diesem Song saß Basti nicht am Schlagzeug, sondern übernahm eine zusätzliche Stimme. Anschließend sang Ross ein Medley, welches überraschenderweise von 2 Akustikgitarren und einer Deckeltrommel begleitet wurde. Auf die Frage von Stef, ob Berlin eine Metal Stadt sei, bekam er große Resonanz und so spielten Van Canto "Kings of Metal" von Manowar. Es ist einer der persönlichen Lieblingslieder von Stef und er würde gerne einmal mit Eric Adams zusammen einen Song aufnehmen und auf der Bühne stehen. Mit "my voice" kam der vorletzte Song vom zweiten Part. Dieser Song wird auch als "Rakataka-Song" bezeichnet, da er viele der Rakataka-Elemente enthält und somit für die Fans gut mitzusingen ist. Den Abschluss bildete ein Mix von "The Mission" und "Master of Puppets". Letzterer ist im Original von Metallica und auf "Tribe of Force" zu finden. "The mission" ist die erste Hymne des ersten Albums der Band "a storm to come".
Nach diesem schwungvollen und dynamischen Tracks verabschiedeten sich Van Canto. Die Fans ließen der Band aber keine Ruhe und es folgten noch zwei Zugaben. An diesem Abend befand sich eine Kameracrew auf dem Konzert und auf bitten dieser, wurde vor den Zugaben noch einmal der Track "to sing a metal song" performt. Der letzte kraftvolle Song war "Fear of the dark" von Iron Maiden. Van Canto gaben noch mal alles und durch die Unterstützung des textsicheren Publikums wurde dieser Song zu einer der Highlights des Abends. Der letzte Song des Abends war "Last night of the Kings", erneut ein Song ganz ohne Schlagzeug. Alle Bandmitglieder sangen nochmals mit viel Gefühl und verbreiteten Gänsehaut. Die Ballade bildete einen gelungenen Abschluss, eines grandiosen Auftrittes.
Die Band und das Publikum erlebten an diesem Abend einen sehr unterhaltsames Konzert und Van Canto stellten wieder einmal mehr unter Beweis, warum es keiner Instrumente bedarf, um Metal zu spielen. Ein Konzertbesuch ist jedem wärmstens zu empfehlen. In diesem Sinne: RAKATAKA!!