Weihnachten im Januar - unter diesem Motto stand am 22. und 23.01.2011 das Eckstück in Berlin. Dort fand das erste Benefiz-Konzert der Metalheads vs. Hunger zugunsten Obdachloser statt.
Ähnlich dem Motto einer Fernsehshow organisierten Vinz von Possessed-by-Cooking.de und Kalle von Kalle-Rock.de gemeinsam mit der Berliner Rock- und Metalszene diese Veranstaltung. Allerdings lediglich mit einer finanziellen Ausgabe von 2,50? für ein Weihnachtsmann-Kostüm. Für die ganze Veranstaltung galt freier Eintritt, jedoch wurde um Sach- und Geldspenden für die Obdachlosen gebeten.
Durch den Samstagabend mit fünf Liveacts moderierte ein ausgelassener Jay Zee, Bassist bei "AnsoticcA", der es verstand, das Publikum zu animieren, und der es sich nicht nehmen ließ, kräftig mitzufeiern.
Den Anfang machte die Cover-Rock Band "Blind Trust" aus Berlin. Mit Songs von "Billy Idol", "AC/DC" und "Van Halen" heizte Frontfrau Bettina Schoch, die gerade mit Ihrer Band Poised durchstartet, dem Publikum richtig ein.
Nach einer kurzen Umbauphase gingen als zweite "Motor" mit Ihrem 30minütigen Programm an den Start. Es war ein leichtes für die Thrash-Metaller aus Dessau, das angestachelte Publikum zum headbangen und mitfeiern zu bewegen.
Extra aus Düsseldorf angereist kamen die Deutschrocker von "Ronsdorfer 77". Mit die ersten, die sich für das Event engagierten, steckten die Musiker den Gewölbekeller in Brand, der mittlerweile eine gefühlte Temperatur von 50 Grad angenommen hatte. Einen "Hinhörer" wert ist auf jeden Fall ihr neues Album "Straight Rock", welches das sympathische Trio kostenlos verteilte.
Als nächste betraten die Musiker der Gothic-Industrial Band "Tanzwut", zum ersten Mal mit ihrem mittelalterlichen Programm, die Bretter der Eckstück-Bühne. Mit energetischen klängen aus Dudelsack, Trommel und Schalmei brachten der "Teufel" und Genossen die Fangemeinde zum Tanzen und Mitschwingen.
Den Abschluss machten die Cover-Rocker von "Stashbox" aus Berlin, die auch den größten Teil der Backline für das Event zur Verfügung stellten. Mit Weihnachtsmütze und stimmgewaltiger Unterstützung von "Pharao" Fronter Jacky Lehmann (Audiosound), der an diesem Abend auch für eine reibungslose Technik sorgte, beendeten sie den Abend mit einem stimmungsgeladenen Finale und entließen somit die Metaller Gemeinde durchgeschwitzt und mit zufriedenen Gesichtern in die Nacht.
Das Herzstück des ganzen Events war jedoch der Sonntag, an dem es für rund fünfzig Obdachlose aus Berlin, vier Wochen nach dem eigentlichen Tag, noch einmal Weihnachten wurde. Das Eckstück wurde festlich dekoriert und auch der Weihnachtsmann selbst machte seine Aufwartung.
Vinz und sein 7-köpfiges Küchenhelferteam zauberten ein wahres Festtagsmenü. Vorab gab es Wildconsommé mit Gemüseeinlage, als Hauptgang wurden dann Wildschweingulasch, Rotkohl und Klöße serviert. Obst und Gebäck wurde bereits zuvor von den Helfern auf allen Tischen bereitgestellt.
Untermalt wurde das Essen mit einem musikalischen Programm von Sascha von "Zig-Zag", der durch seine spontanen "Comedydichtungen" das Publikum begeisterte, sowie der Berliner Band "Black Suitcase", die mit einem akustischen Classic-Rock Programm brillierten.
Unter den am Vortag eingegangenen Sach- und Kleiderspenden konnten sich die Heimatlosen viele Dinge auswählen, die Ihnen beim Leben auf der Straße eine große Hilfe sein werden. Von den Geldspenden wurden Lebensmittelgutscheine gekauft und an die Obdachlosen ausgegeben. Auch kleine Präsenttüten mit diversen Hygieneartikeln wurden vom Weihnachtsmann an die Gäste verteilt.
Die Spendenbeteiligung war so groß, dass bei weitem nicht alles verteilt werden konnte. Übriggebliebene Kleidung, Lebensmittel und Gutscheine wurden an Organisationen wie das Rote Kreuz, die Berliner Tafel und die Bahnhofsmission weitergegeben.
Alles in allem ein erfolgreiches und großartiges Event, das uns allen ein gutes Beispiel sein kann. "Ein riesiges Dankeschön an alle, die sich für diese Veranstaltung ehrenamtlich engagiert haben", so die Verantwortlichen.
"Mit einem so großen Zuspruch an Helfern hätten wir nicht gerechnet. Ob wir schon die nächste Veranstaltung planen? Nun, sicherlich kommt eine Wiederholung in Frage, aber vorerst verarbeiten wir das bisher Erlebte und Erreichte!"
Obdachlose und hilfebedürftige Menschen leben mitten unter uns. Eine kleine Hilfe, eine Geste oder auch nur ein Gespräch kann für diese Menschen schon etwas ganz großes sein.
geschrieben von Saskia Horländer