Masters of Rock 2012
12. - 15. Juli 2012
Vizovice -Tschechien
Alle guten Dinge sind bekanntlich drei und so machten man sich zum dritten Mal in Folge auf. Wohin? Es ging in die Tschechische Republik, genauer nach Vizovice. Ein kleiner verschlafener Ort hinter der größeren Stadt Zlin. In dem Ort gibt es eine berühmte Destillerie mit dem klangvollen Namen Jelinek. Dort findet seit 2003 das Masters of Rock statt. Ein Festival welches nun bereits über vier Tage insgesamt geht und immer wieder für ein klasse Line-Up sorgt. Headliner wie Manowar, Twisted Sister, Accept, Helloween, Volbeat, Kreator, Gamma Ray, Guano Apes, Airbourne, Hammerfall und Viele mehr.
Nun sollte es im Jahre 2012 nicht an Headlinern fehlen und so lud man sich wieder einige Bands ein, welche für verschieden Genres und große Unterhaltung sorgten. Doch fangen wir mal beim Beginn an.
Die Fahrt begann am Mittwoch um Mitternacht. Man hatte zuvor sich auf dem Campingplatz angemeldet und ausnahmsweise eine Reservierung bekommen. So war der Platz aus den letzten Jahren wieder gesichert. Die Fahrt mit Carola, rock-pictures.de, und ihrer Freundin Bianca verlief wie erwartet. Es wurden viele Geschichten ausgetauscht, welche Erfahrungen mit Bands und Fans auf diversen Konzerten und Festivals hat. Dazu gab es feinste Musik aus dem CD Player. Eine Autopanne hätte uns fast die Tour versaut, denn der Auspuff wollte nicht, wie wir wollten. Mit defektem Auto ging es aber über die netten Autobahnen der Tschechischen Republik und man traf in den Morgenstunden des Mittwochs ein. Und wie!!! Polizeieskorte. Wie kam es dazu? Wir sind in Vizovice angekommen und fragten die Polizisten nach einer guten Werkstatt im Ort. Da die Kollegen dort wenig bis eigentlich gar kein Englisch sprechen, gestaltete sich diese Unterhaltung doch schwieriger als gedacht. Nach gewissen Handzeichen fuhr man dann mit Eskorte einen Berg in Nähe des Festivals hoch. Dort angekommen traf man auf Automechaniker, welche auf dem ersten Blick nicht so wirkten. Nach Terminvereinbarung und kurzen Erklärungen ging es auf den Campingplatz. Dort wartete bereits ein Teil der German Defenders of Steel (Deutsches Manowar-Fanforum). Sie hatten den reservierten Platz bereits in Beschlag genommen und so platzierte man sich gesellig dazu und baute auf. Nach getaner Arbeit ging es ans Vorglühen, hatte man ja noch ein paar Stunden Zeit bis zum Öffnen des Geländes. Die Stände auf dem Vorgelände waren wieder zahlreich und die Auswahl erneut riesig. Die Tschechen haben leckeres Bier und noch dazu leckeren Schnaps. Dies in Kombination lässt einen dann schon die Reise und Autopanne vergessen. Nach einem angenehmen Abend ging es dann ins Zelt und auf schönen Steinboden, hat man ja seine Isomatte vergessen.
Tag 1 - 12. Juli 2012
Nach einen leckeren Frühstück ging es zur Erkundung des Geländes. Nun hatte dies noch nicht geöffnet und man schlenderte ein wenig auf dem Vorgelände rum. Hinter der Schranke zum Backstage erblickte ich den Tourbus von Saltatio Mortis und davor saßen die Jungs. Nach einem kurzen Plausch bat mich Sänger Alea, ihn doch ein wenig das Gelände zu zeigen. Gemeinsam mit Luzi das L ging es dann auf die Pirsch. Sie bekamen die zahlreichen Bierstände und Zeltmöglichkeiten zu sehen. Erstaunlicherweise konnten sie ohne große Mühe mit mir die Gegend erkunden und nur einmal durfte Alea zum Foto machen stehen bleiben. In Deutschland undenkbar. Nach der kleinen Führung um das Festivalgelände rum, ging es für die Beiden zum Frühstück und für mich zurück zum Camping. Wenige Stunden später öffnete das Gelände und ich konnte meine Pässe in Besitz nehmen und sicherte mir gleich das Festival T-Shirt. Zusätzlich gab es in diesem Jahr erneut die kostenlose CD mit zahlreichen Bands vom Festival. Musikalisches Interesse hegte erst die zweite Band des Tages. Diese war dann nämlich Saltatio Mortis. Ich persönlich hatte sehr große Bedenken ob die Truppe bei den Tschechen erfolgreich ankommen würde und diese auch Interesse an der Musik zeigen würden, spätestens nach drei Songs wurde ich eines Besseren belehrt. Was für eine grandiose Stimmung und wie die Leute mitgemacht haben. Damit hat selbst die Band nicht gerechnet. Das konnte man den Gesichtern entnehmen. Deutsche Texte und mittelalterliche Rockmusik, das kommt definitiv an. Alea sprach in Englisch und dank der Hilfe der Cateringdame konnte er einige Worte auch in Landessprache sprechen und somit mehr Publikum erreichen. Das Publikum trug ihn dann, wie bei jeder Saltatio Mortis Show, über das Gelände. Musikalisch war die Band in Höchstform und für mich war es einer der besten Auftritte von Saltatio in diesem Jahr. Der erste Auftritt in Tschechien für die Band ist somit gelungen und für mich hat das Festival nun richtig begonnen.
Der Tag brachte eine Pressekonferenz mit Kamelot und eine mit Within Temptation. Diese waren überraschen wenig besucht. Im Schnitt waren vier Leute von der Presse und zwei Fotografen dabei. Das machte es entspannter, einige Fragen zu stellen. Kamelot waren dann die nächste interessante Band auf dem Plan. Die Power Metal Band aus den USA kamen ja mit neuem Sänger. Tommy Karevik leiht nun den US-Metallern seine Stimme und das gar nicht so schlecht. Man hat im Vorfeld von den zahlreichen Castings und Versuchen gehört und die Wahl ist gut getroffen worden. Die Show ist soundtechnisch ein Schmankel und die Präsenz auf der Bühne ist ebenso gut, wie die gewählte Setlist. Zahlreiche Klassiker und neues Material wurden präsentiert. Der Platz war gut gefüllt und man wartete auf einen der Headliner des Tages. Die Herren aus Irland begaben sich on Stage. Thin Lizzy!! Einzig der Schlagzeuger Brian Downey ist ein Originalmitglied. Das macht nichts, denn die aktuelle Band trägt den Geist von Phil Lynott, Gary Moore, Eric Bell und anderen Ehemaligen souverän weiter. Zwei der genannten sind ja bereits verstorben. Die Band überrascht mit einem interessanten Bühnenbanner. Der Schriftzug ist umrandet mit LED-Lichtern, die sich farblich ändern lassen. War ein nett anzuschauen und was die Band dargeboten hat, war ebenso gut anzuhören. Sänger Ricky Warwick überzeugte im gesamten Set, wie auch Scott Gorham an der Gitarre. Doch das Publikum war, zu meiner Überraschung, ein wenig verhalten. Interessant waren die Blicke beim Song Whiskey in the Jar. Viele schauten sich an und man hörte vereinzelt den Namen Metallica. Einige waren wohl nicht im Bilde, dass das Original von Thin Lizzy stammte. Nun bei dem nächsten Headliner konnte man sich sicher sein, das alle Songs von der Band stammten. Musikalisch ging es jetzt in eine andere Bahn. Within Temptation spielten eine 90minütige Show auf der Ronnie James Dio Stage. Die Show war ähnlich wie der auf der Tour. Videoleinwand mit Animationen und Musikvideos, wie zum Beispiel zum Song Angels. Es war nicht überraschend, das die Show gleich zur Tour gewesen ist, spielt doch Within Temptation auf zahlreichen Festivals und ist noch in ihrer aktuellen World Tour. Also daher erwarteten mich keine sonderlichen Überraschungen. Den Eindruck, es könnte Playback sein, den verwarf Sängerin Sharon sofort. Sie hat nun mal eine sehr ausgeprägte Stimme und die klingt live genau gleich, wie sie auf Alben ebenso klingt. Bloodbound aus Schweden rundeten den Abend dann mit ihrem Set ab, welches ich aber nur angerissen gesehen habe, da mir bei dem Wetter vor Ort doch etwas kalt wurde und man noch etwas Müdigkeit in sich trug. Somit ging es für mich ins Zelt. Die nächsten Tage sollten noch anstrengend werden, so dass die Füße glühen.
Tag 2 - 13. Juli 2012
Nach einer kühlen Nacht und guten Frühstücks freute man auf das erste Highlight des Tages. Suicidal Angels sollten auftreten. Doch die Bühne blieb zur angekündigten Spielzeit leer. Die Band war nicht da. Warum nicht? Nun die Ansagerin hielt es nicht für nötig, die Ansagen in Englisch zu sagen und so erfuhr man über drei Ecken, das die Band im Bus von Exodus sei und dieser sich verspätet. Nun, dann blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig, als einige Bands vor zu ziehen und den Slot zu ersetzen. Am Nachmittag ging es dann musikalisch für mich weiter mit Sirenia. Die norwegische Band mit spanischer Sängerin überzeugte von Beginn an. Optisch war die aktuelle Sängerin Ailyn ein Highlight und stimmlich sowieso. Die Performance der gesamten Band sorgte für Begeisterung im Publikum. Wenige Zeit später hatte ich das Vergnügen mich Ailyn in einem Interview zu unterhalten und ihr ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Sehr nette Person, nur so am Rande. Auf der Bühne standen derweil Freedom Call. Die Happy Metaller sorgten für eine freudige Stimmung vor der Bühne. Sie selbst hatten ebenso großen Spaß an der Show, die mit einer Stunde, recht kurz gewesen ist. Denn die Tschechen sind bekannt dafür, das sie melodische Klänge sehr mögen und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie Freedom Call nicht von der Bühne lassen wollten. Gut, wären sie länger drauf geblieben, hätte ihnen die nachfolgende Band wohl mächtig die Hölle heiß gemacht. Es war Zeit für die wohl aggressivste Thrash-Metal Band der Welt. Die Bay-Area Helden von Exodus waren an der Reihe. Und das Publikum war definitiv bereit für die Band. Moshpit, Circle Pit und Wall of Death gab es das ganze Set über. Das beeindruckte sogar Sänger Rob Dukes. Die Band steigerte sich von Song zu Song und spielte am Ende fast wie im Rausch. Einfach grandios, was diese Jungs abliefern. Zwischendurch gab es zwei Pressekonferenzen für mich, die aber beide ohne die Sänger stattgefunden haben. Unisonic und Edguy gaben sich im Pressezelt die Ehre und erzählten über die Wiedervereinigung von Michael Kiske und Kai Hansen oder über die lustigen Sprüche von Tobias Sammet. Beide Bands traten an dem Abend nach Exodus auf. Erst sorgten Unisonic für Erinnerungen. Vor 24 Jahren gab es das letzte Mal Hansen und Kiske auf einer Bühne, damals noch bei Helloween. Von der Band gab es als Zugabe zwei Stücke und man fühlte sich wirklich wie zu der Zeit. Es war überraschend, wie diese Beiden harmoniert haben. Die Show hat gerockt und das Publikum feierte die Band grandios. Eine absolute Empfehlung. Die Jungs von Edguy waren Headliner und ich persönlich hab mich auf eine Katastrophe eingestellt. Ich meine damit nicht soundtechnisch, sondern eher darauf, was Sänger Tobias erzählen würde. Und leider wurde ich bestätigt in meiner Angst. Er redet auf Deutsch nun schon viel Müll auf der Bühne, doch auf Englisch setzt er noch einen drauf und zieht uns Deutsche mächtig in den Dreck. Was er damit bezwecken wollte, das bleibt mir ein Rätsel. Die Show war einstudiert und brachte keine wirklichen Besonderheiten. Tobias stand im Rampenlicht und die Kollegen im Dunkeln. Das hat sich auf vorherigen Shows bereits abgezeichnet und die Begründung, es sei wegen seiner Größe, die kann man kaum glauben. Sound war gut und ordentlich laut, doch die Highlights blieben aus. Selbst die Lichtshow war nicht optimal, da hatte man wirklich mehr erwartet. Die Lichtshow bei Pain, die nach Edguy spielten stimmte allerdings wieder und auch der Sound war optimal. Das war ein gelungener Abschluss des zweiten Tages.
Tag 3 - 14. Juli 2012
Am Abend zuvor traf man den Sänger von Odium auf dem Gelände und sprach ein paar Worte. Man war damit verdammt, früh aufzustehen und die Show der Thrash-Metalband aus Deutschland zu sehen. Zum Glück waren sie ebenso müde und trübe drauf, wie man selbst. Einzig Sänger Ralf, sorgte für ein wenig Energie auf der Bühne. Der Rest der Band sah aus, als hätten sie zwei Nächte durchgemacht und dabei noch gut einen getrunken. Somit viel das Urteil des Publikums eher ungenügend aus. Da war durchaus mehr drin gewesen. Mehr ging auf in jedem Fall bei meiner nächsten Band, die ich an dem Tag betrachtet habe. Eine weitere deutsche Band mit komischen Ziegenmasken betrat die Hauptbühne. Milking the Goatmachine waren dabei das Publikum in einen Rausch zu versetzen. Nun kannte ich die Band bereits von ihrem Konzert in Berlin und wusste, was mich erwarten würde. Das die Fans aber das gesamte Konzert einen Circle-Pit hinlegen würden und ohne Pause abgehen, das habe ich wirklich nicht erwartet. Ein fulminanter Auftritt, doch am Ende hatte man das Gefühl sie waren nur auf der Durchreise. Die Jungs bauten auf, spielten und waren verschwunden. Schade, denn das Set hätte intensiver sein können und länger. Dem Publikum ging die Puste nicht aus. Platz gab es dann nur noch wenig, traten nun Citron auf. Die tschechische Band hat einen großen Platz in der Szene des Landes und so ist es nicht verwunderlich, das sie für ordentlich Stimmung am Ende für ein kleines Feuerwerk sorgten. Das hätte man sich auch gern bei Kissin Dynamite gewünscht. Kennt man die Jungs ja nun schon seit einigen Jahren persönlich sehr gut, war man über den Auftritt sehr überrascht. Leise und mit sehr wenig Energie kamen sie daher. Die lange Anreise hat die Jungs fertig gemacht und das spiegelte sich in der Show wieder. Fit ist anders. Danach ging aber bei den Jungs einiges, blieb man doch noch eine Weile und trank hier und da ein paar. Bis auf Jim, mit dem ich mich noch auf dem Gelände getroffen habe. Er musste fahren, der Ärmste. Firewind und Korpiklaani hab ich leider verpasst, da Interviewtermine und Pressekonferenzen anstanden. Erstaunlicherweise mit genannten Bands und Nightwish. Diese sollten nach Stratovarius auftreten. Ein finnischer Abend stand dem Publikum bevor. Die erste finnische Band legte mit hoher Geschwindigkeit vor und versorgte uns mit zahlreichen melodischen Hymnen. Die anderen Finnen sorgten für eine grandiose Feuershow. Doch Nightwish-Sängerin Anette Olzon sollte überlegen, ob sie nicht die alten Stücke aus der Setlist lassen könnte. Denn diese kann sie auch in ihrer eigenen Interpretation nicht singen. Soundtechnisch waren Nightwish einfach grandios und die Show kann sich definitiv sehen lassen. Zahlreiche Feuerelemente gepaart mit einer fulminanten Light-Show runden die musikalischen Highlight ab. Sei es der Dudelsack, die Keyboards oder die Gitarrensolis, Nightwish stellen eindrucksvoll unter Beweis, warum sie Headliner des Festivals sind. Bei der Pressekonferenz wurde die Band auf die ehemalige Sängerin Tarja angesprochen, worauf Bassit Marco Hietala nur eiskalt antwortete: Würdest du über deine zahlreichen Ex-Freunde erzählen, wenn du nichts mehr mit ihnen zu tun hast? Die Dame, welche die Frage stellte, war danach sehr still und wirkte eingeschüchtert. Den Abschluss des dritten Tages bildeten die Deathstars. Der Sänger erinnerte mich an eine Mischung aus Til Lindemann, Marilyn Manson und Ville Vallo. Die Lichteffekte waren das einzig interessante an der Band, doch mehr als drei Songs hab ich es ehrlich gesagt nicht ausgehalten.
Tag 4 - 15. Juli 2012
Mit Salamdra begann für mich der vierte und damit letzte Tag vom Masters of Rock. Die Tschechen hatten ein fulminantes Set hingelegt und luden beim letzten Track einige Fans auf die Bühne ein, die beim Radiowettbewerb diese Chance gewonnen hatten. Mit unter ihnen war auch eine Dame, die den Tag zuvor bei uns am Zeltplatz sich als Manowar-Fan entpuppte. Natürlich unterstützen wir, die Defenders of Steel, sie mit unserer Anwesenheit. Und sie gab als einzige Dame so richtig Vollgas auf der Bühne. Danach verlief der Tag sehr stressig. Einige Konzerte fielen für mich aus, da ich erneut mit Pressekonferenzen und Interviews beschäftigt gewesen bin. So entging mir der Auftritt von Skyforger und Hell. Erst bei Paul DiAnno, dem ehemaligen Iron Maiden Sänger (Killers Album) konnt ich wieder vor der Bühne stehen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass die Band hinter Paul, eine deutsche Band ist. Paul selbst gibt Vollgas, doch erstaunlicherweise wissen viele nichts mit ihm anzufangen. Kaum einer nimmt Notiz, als er die Iron Maiden Klassiker spielt und singt, dass er der ehemalige Sänger der Band ist. Aber auch die eigenen Stücke sind sehr hörenswert und live versucht die Band sehr positiv zu wirken. Es ist natürlich schwierig als Band zu glänzen, was bei anderen ehemaligen Sängern von großen Bands ebenso der Fall ist, siehe Blaze Bayley, Tim Ripper Owens usw. Daher hat die Band hinter Paul ebenso ein schweres Standbein, was sie aber gut meistern. Nach Paul DiAnno folgt Tiamat. Aufgrund von Pressekonferenz mit Gotthard und Sabaton hab ich diese Show verpasst. Ein Teil von Gotthard ihrer Show konnte ich ersehen, bis es zu einigen Interviews ging. Im übrigens soll mir keiner mehr sagen, die Schweizer wären immer pünktlich. Gotthard waren die erste Band, welche zu spät angefangen hat. Dank dieser Verzögerung, ging es nach hinten raus genau so weiter. Nachdem ich das Interview mit Tiamat und das Interview mit dem Gitarristen von Paul DiAnno beendet hatte, ging es mit selbigen zu Arch Enemy. Die Band cancelte Autogrammstunde, Pressekonferenz und gab nur ein Interview. Die Show war nicht das große Highlight und überzeugte nicht wirklich. Komische Einblendungen auf den Leinwänden und ein Gefühl von: wir kommen nur wegen dem Geld! machte sich schnell breit. Wirklich überzeugend war das leider nicht. Ich genoss die Möglichkeit noch am Zeltplatz ein wenig zu entspannen, da der Headliner noch folgen sollte. Die Nacht zuvor wurde es finnisch und nun kamen Schweden auf die Bühne. Die letzte Band des Masters of Rock waren Sabaton. Mit drei neuen Mitgliedern ging es on Stage. Ohne Keyboard, welches dann vom Band eingespielt wurde, versuchten sie die Menge zu begeistern. Der Funke brauchte ein wenig zum überspringen. Mit Schuld daran war die sinnlose Verlosung von 10.000 Kronen. Mitten in der Show kam ein Typ mit Scheck auf die Stage und rief den Gewinner aus. Ungefähr drei Songs später, war dieser gefunden. Während der Unterbrechung flirtete Sänger Joakim ein wenig mit dem Publikum. Eine Dame mit einem speziellen Shirt ist ihm sofort aufgefallen. Sex Instructor stand auf dem Shirt, was die Dame freiwillig auszog und auf die Bühne warf. Dies sorgte für ordentlich Erheiterung im Publikum, welches diese Verlosung nicht sonderlich interessiert hat. Sabaton selbst spielte sehr dynamisch, doch soundtechnisch war es mehr ein Debakel. Mit dem Keyboard vom Band und dem Versuch, die ehemaligen Mitglieder zu kopieren, kommt man nicht weit. Schlecht sind die Jungs in keinem Fall, doch überzeugend wirkt es nicht. Ein Keyboarder ist in jedem Fall noch Pflicht und sollte ganz oben bei Sabaton stehen.
Fazit:
Nun ging das Festival mit einem Feuerwerk zu Ende? Nein, denn das wurde auf der Bühne abgebrannt. Was bleibt in Erinnerung, einige Highlights und zahlreiche Bands, die ich leider nicht sehen konnte. Die zahlreichen Bands aus Tschechien oder die Bands auf der zweiten Bühne blieben mir dieses Jahr fern. Es war ein gutes Festival, doch es fehlte etwas. Lag es am wechselhaften Wetter? Ich kann es nicht beschreiben. Ein gewisses Feeling fehlte einfach. Doch ich habe fest vor, nächstes Jahr das Festival erneut zu besuchen. Es ist ein feines Festival mit ca. 20.000 Besucher und zahlreichen Headliner-Bands und Neuentdeckungen. Für genug Essen und Trinken ist vor Ort gesorgt und wenn die Sprachbarrieren beseitigt werden und man mehr in Englisch sich verständigen könnten, würde man wieder mehr Fun mit den Einheimischen haben. Es ist im Gesamten ein Festival für die Tschechen und man muss sich anpassen. Sie ticken halt ein wenig anders.