Konzertberichte

Emma628.09.2011

Emma6
28.09.2011
Magnet Club Berlin

Emma6, eine aufstrebende Deutschrockband aus dem tiefsten Westen Deutschlands gab sich zum Ende ihrer Deutschlandtour die Ehre, in Berlin im Magnet aufzutreten. Der Saal füllte sich mit Einlasseröffnung langsam, und das Publikum war zwar in allen Generationen vertreten, aber - vor allem durch eine größere Schulklasse - doch eher dem U25-Spektrum zuzuordnen. Aber das passt wohl zu der Band, denn die 3 Jungs sind eigentlich Studenten bzw. stecken in ihren Wartesemestern und verkörpern mit ihren Texten die Probleme von Menschen ihrer Generation. Wer sich damit identifizieren kann, wird die Kombo mögen. Peter Trevisan, sein Bruder Henrik und Dominik Republik ließen der Vorband Tonbandgerät vorrang, und die junge Band aus dem Norden brachte der noch überschaubaren Menge mit ihrem Indiepop das Tanzen bei. Eine ganz nette Darbietung als Einleitung, aber die Vorfreude auf das Konzert von Emma6 stieg, so dass dann ca. 400 Leute im Magnet Emma6 empfangen konnten.

Emma6 legte mit rockigem Pop, viel guter Laune und großem Enthusiasmus los, und brachte mit dem Lied "Melodie" das Publikum zum mitsingen. Es folgte eins der drei bekannten Lieder, was die Menge endgültig zum mitwippen, springen und auftauen brachte, denn "was kann ich dafür, dass ich aus den 80ern bin", konnte jeder zweite im Magnet mitsingen und auch für sich so meinen. So wurde das Album "Soundtrack für dieses Jahr" bis auf einen Song, dafür aber mit 2 anderen Songs, auf eine Art und Weise dargeboten, die zu gefallen wusste.

Kurz vor dem ersten Abgang der Band wurde die Ballade "Leuchtfeuer", bei deren Video auch Fans mitspielen durften, gespielt, was sehr gefühlsnah war und das Publikum zum Feuerzeuge heben animierte und natürlich zum lauten mitsingen. Der schöne Text, mit dem sich auch jeder Mensch, der jemand Wichtigen an seiner Seite weiß, identifizieren kann, wurde mit passender Akkustik im Magnet abgerundet. Sehr gelungen. Nach einem weiteren Song wurden die Zugabe-Rufe laut, so dass die Band noch mal auf die Bühne kam, um den Titelsong der Tour und des Albums "Soundtrack für dieses Jahr" sowie "Paradiso", den wohl bekanntesten Song bis dato, zum Abschluss spiele. Dabei forderte die Band dem Publikum noch einmal alles ab und es waren sich alle einig, ein gutes Konzert gesehen zu haben von einer Band, die es schaffte - entgegen vielen anderen Bands - ihre Studioaufnahmen auch live zu bestätigen und die Texte ebenso gut rüber kommen zu lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Emma6 das Eintrittsgeld von knapp 15 EUR auf alle Fälle wert war und die sehr sympathischen Jungs musikalisch und menschlich zu überzeugen wussten. Während des Konzerts banden sie die Fans oft in die Songs mit ein, machten ein Gruppenfoto für einen "Facebook-Wettbewerb" und suchten nicht nur den Blickkontakt mit den Fans, sondern auch den Dialog. Einige lustige Sprüche wurden da ebenso lustig gekontert und zeigen halt, in welcher Generation man hier zu Gast ist. Nach dem Konzert nahm man sich locker eine dreiviertel Stunde Zeit am Merchandise-Stand für alle Foto- und Autogrammwünsche sowie kurze Gespräche.

Emma6, eine Band im Aufstieg, von denen man sicher noch viel hören wird, wenn man im Deutsch-Rock und Pop-Genre beheimatet ist. Eine Mischung aus Madsen, Wir sind Helden, Bosse, Tomte und Kettcar, aber ein völlig eigener Stil mit viel Kraft dahinter. Eindringliche Texte, leicht verständlich für Jedermann, und einen rockigen Sound, der auch mal in melancholischen und ruhigeren Liedern umzusetzen ist. Eine Musik für alle Generationen, für das Auto frühs um 7 und für den Feierabend um 17:30 Uhr. Sehr angenehm und vertraut für das Ohr.

Mehr über die Band könnt ihr unter www.emma6.de. erfahren. Fotos vom Konzert findet ihr hier >> klick <<

verfasst von Marian R.