Konzertberichte

Amphi-Festival 201431.07.2014

Amphi-Festival 2014

AMPHI- FESTIVAL 2014
26. & 27. Juli 2014
Tanzbrunnen
Köln


verfasst von: Amy Faye

Nun war es endlich soweit. Das beliebte Amphi Festival in Köln stand wieder an und feierte sein 10. Jubiläum.

Die Unwettervorhersagen haben sich nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, es gab Sonne satt und nicht einen Tropfen Regen, den sich vielleicht so manch einer zwischenzeitlich gewünscht hätte. Da das Sehen und Gesehen werden ein wichtiger Punkt bei diesem Festival ist,  gaben sich die 16.000 Besucher wieder viel Mühe bei ihrem aufwendigen Styling und man konnte sie trotz Hitze in den verschiedensten Outfits bewundern. Vom viktorianischen Kleid bis zum knappen Cyberdress war alles dabei. Wer noch ein Accessoire brauchte oder vielleicht schon ein Outfit für das nächste Festival kaufen wollte, hatte eine riesige Auswahl auf dem Festivalgelände. Bekannte Onlineshops sowie kleine Stände mit handgemachten Accessoires waren vertreten. Hier konnte man für jeden Geschmack etwas finden.

Bereits auf der Webseite schrieb das Amphi Festival, dass der Besitzer des Festivalgeländes sich querstellt, indem er die komplette Versorgung übernehmen will und überhöhte Preise verlangen wird. Dies war mit 4,50 Euro für eine kleine Flasche Mineralwasser verständlicherweise ein richtiger Aufreger für alle Festivalbesucher. Das Einzige, was die Veranstalter durchsetzen konnten, war eine kostenlose Trinkwasserstelle auf dem Gelände.

Als ich ankam war das Festivalgelände schon sehr gut gefüllt und die Opener brachten das Publikum in Feierlaune. Der Einlass begann an beiden Tagen um 10 Uhr. Am Samstag traten die Bands bis 1.30 Uhr auf und am Sonntag endete das Programm mit Lacrimosa um 23 Uhr. Für das Jubiläumsfest hat sich das Amphi Festival natürlich auch etwas Besonderes einfallen lassen: Das Festivalprogramm wurde durch die "Call the Ship 2 Port" Events am Freitag und Sonntag mit Live Acts auf dem Schiff der MS RheinFantasie eingerahmt.


Nun zu den Auftritten einiger Bands.

Samstag:

Lord of the Lost
Um 14.55 Uhr, als die Düsterrocker aus St. Pauli loslegten, füllte sich der Platz vor der Mainstage spürbar. Zwei Mönche betraten die Bühne und stellten große weiße Kreuze auf. Dann wurde auch schon abgerockt. Wie gewohnt setzten die Musiker um Chris Harms auf harte Sounds und nackte Oberkörper, was besonders die Mädels in den ersten Reihen zum Ausflippen brachte. 

Setlist: Into The Fire, Prologue, Kill It With Fire, Six Feet Underground, Afterlife, Dry The Rain, Sex On Legs, Bitch, Lolita, Die Tomorrow, Marching Into Sunset, La Bomba, Credo

Zeromancer
Die 5 Norweger spielten um 15.45 Uhr im Staatenhaus. Leider gab es Probleme mit der Technik, sodass der Sound teilweise unerträglich war durch das Pfeifen. Fans füllten dennoch die Halle und waren dankbar, dass die Band sich nicht durch die Technikprobleme beirren ließ und weiterspielte. Man merkte jedoch, wie viele Besucher 15 min vor dem Auftrittsende, rüber zur Mainstage gingen, um Corvus Corax zu sehen.

Corvus Corax
Die Könige der Spielleute waren die einzige Mittelalterband an diesem Wochenende. Um 16.10 Uhr brachten die das Publikum vor der Mainstage zum Tanzen. Die bunte Truppe weiß einfach das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Der Sound war trotz der vielen Instrumente vom ersten Lied an klasse und so wurde 50 Minuten lang die Zeit zurückgedreht und zu Dudelsäcken, Schalmeien, Trommeln und Co. gefeiert.

Hocico
Das Duo aus Mexico hat sich für seinen Auftritt um 17.25 Uhr wieder etwas einfallen lassen. Bei 3 Songs ließen sie sich von einer mexikanischen Folkloregruppe unterstützen. Der Sänger Erk Aicrag ist ein echter Entertainer und Wirbelwind und brachte damit das Publikum ordentlich zum Jubeln.  

Setlist: Canta y no Ilores, Odio en el Alma, Intro, Dead Trust, Untold Blasphemies, Intruder, Bite Me, T.O.S. of Reality, Forgotten Tears, Poltergeist, Tiempos de Furia, The Watched, Tequila

Blutengel & The Monument Ensemble
Kurz vorm dem Auftritt um 18.55 Uhr war der Platz vor der Mainstage komplett gefüllt. Das Bühnenbild glich einer Theaterbühne. Kerzenständer wurden aufgestellt und ein roter Theatervorhang rahmte das Bandbanner ein. Chris und Ulrike verzauberten das Publikum mit ihren perfekt aufeinander abgestimmten Stimmen und verbreiteten mit ihren sentimental angehauchten Songs Gänsehautstimmung bis zum letzten Ton.

Setlist: Nachtbringer, Soultaker, Über den Horizont, Die With You, Deine Welt, Behind The Mirror, Ein Augenblick, Krieger, Kinder dieser Stadt, Monument, Seelenschmerz, You Walk Away, Reich mir die Hand

Midge Ure
Viele Besucher waren sehr gespannt auf den Auftritt des Urgesteins um 20.55 Uhr im Staatenhaus. Dementsprechend viele Menschen versammelten sich vor der Bühne. Bekannt ist Midge Ure vor allem durch "Ultravox" und "Visage". Von diesen Bands spielte er auch Stücke, die das Publikum lauthals mitsang. Besonders "Fade To Grey" und "Dancing With Tears In My Eyes" kamen sehr gut beim Publikum an. Ein durch und durch gelungener Auftritt.

Front 242
Der Headliner auf der Mainstage war wohl die größte Enttäuschung unter den Bands. Die Belgier wollten ihr eigenes Mischpult nutzen, welches allerdings seinen Dienst versagte. Statt das Publikum zu unterhalten, während die Amphicrew die Mischpulte umstöpselte, verließ die Band fluchend die Bühne. Nach einer dreiviertel Stunde spielten sie dann ein stark verkürztes Set.

Setlist: Body to Body, Take One, Headhunter, Commando Mix, 7Rain, Welcome to Paradise, Together


Sonntag:

Unzucht
Bereits um 12.50 Uhr heizten Unzucht dem Publikum vor der Mainstage ein. Für die Uhrzeit hatten sich viele Menschen vor der Bühne versammelt, um mit Sänger Daniel Schulz und seiner Band unzüchtig zu feiern. Die gute Stimmung hielt von Anfang bis Ende. Bei Songs wie "Kleine geile Nonne" wurde ordentlich mitgetanzt. Später habe ich sogar eine junge Frau im knappen Nonnenoutfit gesichtet.

Solar Fake
Um 13.50 Uhr stiegen Solarfake auf der Mainstage in die gute Stimmung ein und der Platz füllte sich noch etwas mehr. Sänger Sven Friedrich ist auch bekannt durch "Zeraphine" und "Dreadful Shadows". Die Fans sangen unter anderem Lieder wie  das Linkin Park Cover "One Step Closer" mit.

Setlist: I Hate You More Than My Life, Face Me, Here I Stand, More Than This, Reset To Default, Parasites, Where Are You, One Step Closer, The Pages

Mono Inc.
Die Hamburger Band begeisterte das Publikum mit deutschen und englischen Songs um 17.25 Uhr auf der Mainstage. Schon beim ersten Song "Heile, heile Segen" stiegen die Fans im Refrain ein und unterstützen den Sänger Martin Engler. So ging es auch bei den folgenden Songs weiter. Die hübsche Katha Mia machte wieder eine gute Figur hinter dem Schlagzeug und war eine der wenigen Musikerinnen an diesem Wochenende.

London After Midnight
Auf die Band aus Los Angeles hatte ich mich schon sehr gefreut und war wie viele andere Fans enttäuscht über die erneuten Soundprobleme im Staatenhaus. Es pfeifte wieder und der Sound fiel teilweise aus, als die Band um 18.25 Uhr ihren Auftritt hatte. Sie ließen sich dadurch nicht beirren und lieferten trotzdem eine tolle Show ab. Es war der letzte Auftritt ihrer Tour.

Apoptygma Berzerk
Für die um 18.55 Uhr spielenden Norweger hat sich der Platz vor der Mainstage komplett gefüllt. Das ganze Konzert durch bestand er nur noch aus einer singenden und tanzenden schwarzen Masse. Man merkte, dass sich viele auf den Auftritt der Band um Sänger Stephan L. Groth gefreut haben.

Setlist: Unicorn, Eclipse, In This Together, Dead Air Einz, Shadow, Love Never Dies, Something I Should Know, Kathy?s Song, Major Tom, Until The End Of The World, Starsign, Paranoia, Non-Stop Violence

Eisbrecher
Die Headliner am Sonntag auf der Mainstage waren Eisbrecher. Wie immer lieferten sie eine grandiose Show ab. Zu Beginn verschwand die komplette Bühne hinter rotem Nebel. Dann folgte ein Knall und Alexx rockte mit seiner Band 1.25 h das Amphi Festival. Nach dem ersten Song "Kein Mitleid" folgte erst einmal ein von Alexx persönlich gesungenes Geburtstagsständchen. Passend zu "Schwarze Witwe" durften ein paar Fans aus der ersten Reihe den Sänger die Gerte spüren lassen und bei "This is Deutsch" zeigte die Band was mit Bühnentechnik alles möglich ist und heizten dem Publikum mit Feuersäulen neben der Bühne und Nebelfontänen vor der Bühne ein.

Setlist: Kein Mitleid, Willkommen im Nichts, Augen unter Null, Amok, Leider, Die Engel, Eiszeit, Prototyp, Schwarze Witwe, Vergissmeinnicht, Herzdieb, This is Deutsch, Verrückt, Heilig, Miststück

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