Review

YE BANISHED PRIVATEERS - First Night Back In The Port17.06.2017

YE BANISHED PRIVATEERS - First Night Back In The Port

YE BANISHED PRIVATEERS - First Night Back In The Port

verfasst von Kalle

Um euch erst einmal gleich den Bandnamen zu erklären: Die verbannten Freibeuter. Die Band stammt aus Schweden, eine stolze Seefahrernation und das teils noch bis heute. Die Schweden bedienen sich normal härteren Klängen und hauen so richtig auf die Kacke. Bei dieser großen Formation ist es anders. Man hat sich, wie der Band- und Albumname schon verrät, den Freibeutern (Piraten) verschrieben. Nimmt man die Beschreibung auf Facebook zu Grunde, dann würde die Crew aus mehr als 20 Leuten bestehen. Auf dem offiziellen Bandfoto sind allerdings nur 9 Leute abgebildet. Das halte ich mehr für realistisch, wobei man sich bei dem imposanten Klang nicht sicher sein kann, ob da nicht doch viel mehr Leute hinterstecken. Man setzt hier viel auf klassische Klänge, wie man sich die Piraten vorstellt. Eine rauhe Bande, mit viel Musik im Blut und Alkohol in der Hand und nicht verlegen auch gerne mal eine Hand an einen Frauenhintern zu legen oder seinem Gegenüber einen Humpen über den Schädel zu ziehen.

Die Songs laden direkt zum Schunkeln ein und man könnte glatt Jack Sparrow spielen, auch wenn er jetzt nicht aus Schweden stammt :D Die 15 Songs handeln um Rum, Träume, Verbannung, Meerjungfrauen und Aberglaube. Man hat die Tracks mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Hier wird die richtige Stimmung gesetzt. Man singt nicht einfach runter, man zelebriert. Die Stimmen varierieren, wie auch die eingesetzten Instrumente. Dazu kommen die tollen Szenegeräusche. Ist man nun auf See oder in der Tarverne, ihr werdet hier in eine ganz besondere Welt entführt. Einer stimmt an, der Rest stimmt mit ein und am Ende singt die ganze Crew. Die Platte macht total Spaß, weil es eben kein Metal oder Rock, sondern authentischer Sound der Piraten ist. Man kann bei vielen Tracks direkt nach dem ersten Refrain beim zweiten Mal mit einsetzen und hat so manch Melodie als Ohrwurm. Das beginnt schon beim gemütlichen Opener "Annabel", der eigentlich darum handelt, das eine junge Frau zuviel getrunken hat und alles verloren hat. Nun versauert sie in einer Zele in Georgia.

Mein Lieblingssong, den ich einfach nicht mehr aus dem Ohr bekomme ist "Cooper´s Rum". Der Rhytmus geht sofort ins Blut und ich stell mir diese singende Taverne vor, wie alle mit ihren Humpen auf den Tisch hauen und die Frau dazu mit ihrer so geilen rauhen Stimme singt. Den Song müsst ihr euch einfach geben. Da geht ihr direkt mit. Man wird zudem viel überrascht auf dem Album. Bei einem Song, der "Skippy Aye Yo" heißt, erwarte ich vom Namen eine totale Partynummer. Stattdessen bekommt ihr eine gemütliche Nummer. Liebe darf natürlich nicht fehlen und so gibt es "I Dream Of You". Ein Song der von einer Reise zur Liebsten nach Amerika erzählt. Hier ist etwas mehr Einfluss durch die Folkmusik durchstechend. Im Song "We are Ye banished Privateers" bekommt ihr auch erklärt, wer der Haufen ist, der hinter der Band steckt und was sie so treiben.

Die Platte bietet wirklich viel. Manch einer würde sagen, man kommt sich vor wie im Theater oder im Disney-Film oder Musical. Ich persönlich finde dieses Konzept sehr gelungen und wunderbar umgesetzt. Es macht wirklich Spass in diese Epoche einzutauchen. Solltet ihr euch wirklich zu Gemüte führen und genießen.


Tracklist:

01. Annabel
02. A Night at the Schwarzer Kater
03. First Night Back in Port
04. All the Way to Galway
05. COOPER?S RUM
06. Skippy Aye Yo
07. I Dream of You
08. A Declaration of Independence
09. For a Fragile Moment?s Ease
10. We are Ye banished Privateers
11. Bosuns Verses
12. Eastindiamen
13. Devil?s bellows
14. Ringaroo at Cooper?s Inn
15. Mermaid?s Kiss

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1033