Review

WOLFPAKK - Rise Of The Animal05.02.2015

WOLFPAKK - Rise Of The Animal

Wolfpakk - Rise Of The Animal

verfasst von Karla The Fox

Bei mir sind diesen Monat gleich zwei wolfsbezogene Alben auf dem Tisch gelandet, neben diesem hier nämlich noch Thirteen Stars von When Trees Leave Wolves. Und obwohl der Stil von Wolfpakk mehr dem gleicht, was bei mir sonst alles im Regal steht, waren WTLW besser als ich erwartet hatte und Wolfpakk lagen leicht unter dem Erwarteten. 

Die Unterschiede sind nicht groß, kein Grund zur Sorgen, nur ist es mir halt aufgefallen. Das hat einen simplen Grund: Wolfpakk haben auf ihrer aktuellen CD wie bereits auf den beiden vorherigen die ganze Liste der A-Promis der Rockgeschichte vereint. Wenn man diese durchgeht, erwartet man, dass sich mit dem ersten Klang die Himmelspforte öffnet und man mit dem letzten ins Nirvana gekommen ist und gar nichts mehr fühlt. Wolfpakk haben sich die Latte also selbst so hoch gelegt, dass sie fast unerreichbar ist. Das was am Ende in Wahrheit herausgekommen ist, ist aber immer noch das Beste, was ich in diesem Jahr bisher hören durfte.

Der Kern des Wolfpakks, oder die Alphawölfe wie man so schön sagt, sind das Produzentenduo Michael Voss und Marc Sweeney, beide auch Musiker. Für ihre Kunstwerke, die mehr dem Avantasia-Projekt von Tobias Sammet gleichen als sonstigen Supergroups, geben sich wie oben angedeutet die ganz großen Tiere des Rock´n´Roll die Klinke in die Hand. Leider leider wollen uns Wolfpakk (jedenfalls im Internet) nicht genau verraten, wer an welchem Track beteiligt war. Was ich herausfinden konnte war, dass Michael Kiske (ex-Halloween, Unisonic) am ewig langen, epischen Titelsong beteiligt war - eine Stimme, die man auch so recht schnell erkannt hätte, die aber die Latte eben viel zu hoch legt. Wie viele kommen schon gegen ihn an?

Andere große Namen und Talente, die sich irgendwo in Rise Of The Animal verstecken: Joey Lynn Turner (ex-Rainbow, Deep Purple), David Reece (ex-Accept), Barend Courbois (Blind Guardian), Ryan Roxie (Alice Cooper), John Norum (Europe), Axel Rudi Pell, Jeff Watson (Night Ranger) und Chris Slade (ex-AC/DC). Neben hohen Bekanntheitsgraden ist auch quer über den Globus alles dabei, sei es die eigene Heimat (Chris Ivo, ex-Jaded Heart) oder Lateinamerika (Pablo Allen von Skiltron mit seinem Dudelsack).

Textlich bewegt sich das lose Wolfsrudel im sicheren Gebiet der aus der Wildnis geklauten Metaphern aufs Leben. Das macht aus dem Projektalbum noch ein halbes Konzeptalbum, obwohl kaum einer von den Jungs wirklich naturbezogen wirkt. Es ist Entertainment. Ein bisschen experimentieren und das Feiern der Tatsache, dass im Rock´n´Roll alle eine große Familie sind. Ein Wolfsrudel eben. Ist einer allein, muss er sich nur auf einen Fels stellen und den Mond anheulen (siehe Black Wolf). Dann kommen sofort von überall die Freunde herbeigeeilt. Einer für alle, alle für einen.

Die Tempo- und Stimmungswechsel sind durchweg gelungen. Somewhere Beyond ist da ein gutes Beispiel. Das mit den verschiedenen Stimmen kann ein bisschen verwirrend sein, ist ja aber Sinn der Sache. Mit Michaela Schober haben sie zum Schluss auch noch eine Frau ins Rudel aufgenommen. Geringe Quote, aber immerhin.

Zu guter Letzt gilt meine Anerkennung dem Artwork. Schneeweiß mit aufmerksamen orangenen Augen. Ein echter Eyecatcher mit Charakter.

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