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WITHERING SOUL - Adverse Portrait18.06.2015

WITHERING SOUL - Adverse Portrait

WITHERING SOUL - Adverse Portrait

verfasst von Jana

Dass Nordamerika tatsächlich einen Teil zur Black Metal Nische der Metalszene beiträgt hört man wahrlich nicht oft. Und vor Allem nicht, dass sich dieser Beitrag tatsächlich mit dem True Norwegian Black Metal messen kann. Haben WITHERING SOUL das mit ihrem neuen Album Adverse Portrait also geschafft? (Achtung, Spoiler) Nein, haben sie nicht. Aber sie haben es auch gar nicht versucht. Stattdessen präsentiert die Band in ihrem bereits dritten Studioalbum eine Variation des Stils, die von zahlreichen neueren Einflüssen geprägt ist. Sie selbst bezeichnen ihren Stil als Haunted Melodic Blackened Metal, also als melodischen Metal mit schwarzen Einflüssen.

Bereits das Intro des ersten Songs Vestige zeigt, dass melodic hier nicht nur eine leere Versprechung ist. Der Einstieg des Liedes könnte mit wenig Verzerrung und einer simplen Melodie auch aus einem fast klassischen Heavy Metal Song stammen, mit Elementen aus Symphonic- Richtungen. Nach einem Fadeout des Parts wird dann in No Longer Within ein härterer Ton angeschlagen. Durch den zweiten Song der Scheibe ziehen sich ein eingängiger, einprägsamer Riff und ein Schlagzeugrhythmus, der sich mit jedem Schlag direkt in den Kopf bohrt. Dieser aggressive und offensive Sound der Drums gehört im Black Metal beinahe schon zum guten Ton ? allerdings scheint in der übrigen Komposition nur die Grundstruktur von den großen skandinavischen Vorbildern inspiriert zu sein.

Das zeigt sich ebenfalls im darauf folgenden Song The Dreadful Echo, der bereits zu Anfang mit einer der grandiosesten Kompositionen aufwarten lässt. Die Melodie verleiht der Musik einen ganz klar progressiven Einschlag, der diesen Song deutlich aus dem Album herausstechen lässt. Zudem bietet der Song neben den für Black Metal relativ typischen Drums und dem aggressiven Gitarrenrhythmus nicht nur Screams, sondern außerdem Clear Vocals, mit einem Touch von Doom Metal hineingemischt. Leider gibt es neben solchen Höhepunkten auch klare Schwächen auf der Platte, in denen das songwriterische Talent sich eher bedeckt gehalten hat. Beispielsweise ist in Hex Illusion zwar ein einprägsamer Riff und ein guter Rhythmus zu vernehmen; im Gegensatz zu anderen Songs auf Adverse Portrait ist dieser Titel aber eher eintönig und besitzt wenig Abwechslung, sodass er schnell monoton wirkt.

Fazit:
Hier passiert nichts Virtuoses und nichts Großartiges, aber das Album ist trotzdem ein Stück solider Musik, das ganz klar die Monotonie des zeitgenössischen Black Metals durchbricht. Das Genre strotzt nur so von schnellen, maschinengewehrartigen Drums, übersteuerten Gitarren und Screamingtechniken, die das Verfolgen der Lyrics oft unmöglich machen. An dieser Stelle ein Kompliment an den Sänger, der selbst in seinen Screams das melodische der Musik vermitteln kann. Stellenweise scheint die Musik etwas lieblos komponiert zu sein; an anderen Stellen jedoch ist in dieser Hinsicht eine Genialität zu spüren, die die Schwächen des Albums fast vergessen macht. In die Reihe der Skandinavischen Vorbilder kann es sich nicht wirklich einreihen. Das War aber augenscheinlich nicht der versuch, denn WITHERING SOULS schaffen mit ihrem Album einen Sound, der die Nische aus einer ganz anderen Perspektive bedient.

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