Review

WHITESNAKE - The Purple Album 19.05.2015

WHITESNAKE - The Purple Album

WHITESNAKE - The Purple Album

verfasst von Benno H.

THE PURPLE ALBUM von WHITESNAKE. Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der so bei sich denkt: "Muss das sein???". Eine Fokussierung auf die Deep Purple Jahre 1973-1976 (Burn (6Songs auf dem neuen Album dabei), Stormbringer (5 Songs), Come Taste The Band (2Songs)). Na gut, kann man machen... Aber eigentlich erwarten wir uns doch eher ein schönes neues WHITESNAKE Album. Man kommt einfach nicht umhin,  den Künstlern bei Re-Recordings ein wenig Kreativitätlosigkeit vorwerfen zu müssen. Wie dem auch sei, mal gucken was das Album denn nun so kann.

Den Anfang mach mit BURN wohl eines der Aushängeschilder der Coverdale Ära. Man kann sich nun natürlich endlos über die fehlenden Backings von Glenn Hughes (die live ja nochmal deutlich von der Album Version abwichen) auslassen, aber darum geht es ja in diesem Fall nicht. David & Co bringen den Song ordentlich rüber, was allerdings auch nicht wirklich verwunderlich ist, der Track war schon immer klasse. Die neue Aufmachung steht ihm aber auch ganz gut. Weiter geht es mit YOU FOOL NO ONE, das gerade in den Mehrstimmigkeiten den alten Deep Purple Charakter gut wieder aufleben lässt. Dass auch hier alles blitzsauber gespielt ist versteht sich von selbst. LOVE CHILD. Dieses Riff gräbt sich durch den ganzen Kram den man so in den letzten Jahren gehört hat und erinnert einen dann wiedermal daran was für geile Alben es mal gab.

Das Coverdale ein wenig in die Jahre gekommen ist, weiß so ziemlich jeder, der in den letzten Jahren WHITESNAKE Shows besucht hat. Das kann schon mal zwischen genial und echt schlimm schwanken. Auf dem Album steht dieser gereifte Sound besonders bei SAIL AWAY echt hoch im Kurs. Es hat sich nichts geändert daran, dass man David seine Stories ohne Frage abkauft. Das geht durch Mark und Bein.

THE GYPSY. Das Deep Purple zu großen Anteilen vom grandiosen Gitarrenspiel eines Ritchie Blackmore gelebt hat ist kein Gerücht. Auf dem PURPLE ALBUM ist die Gitarrenarbeit zwar super. Aber dieser Zauber eines Blackmores ist einfach nicht zu ersetzen (ein Job an dem ja auch schon Tommy Bolin damals schwer zu knabbern hatte). Es soll bei diesem Album ja auch vermutlich nicht darum gehen den Deep Purple Sound zu rekonstruieren. Von daher, alles gut soweit, insgesamt also Saubere Arbeit von Reb Beach und Joel Hoekstra an den 6-Saitern. Klar ist auch, Tommy Aldridge ist und bleibt ne Bank an den Drums. Mit Michael Devin (Bass) und Michele Luppi (Keys, an Jon Lord kommt man einfach nicht ran) sind dann noch zwei eher unbekanntere Gesichter mit dabei.

Mit LADY DOUBLE DEALER wird ein weiterer absoluter Klassiker serviert. Hier legt Coverdale nochmals eine echt starke Leistung hin (Auf Herz und Nieren wird das ganze dann im November in Berlin geprüft, wer kommt mit?). Apropos starke Gesangsleistung. MISTREATED darf auf solch einer Sammlung natürlich nicht fehlen. Und David zeigt hier wiedermal beeindruckend, wie man einen schmerzhaften Song zu singen hat. Gänsehaut! Das auf dem Album die Deep Purple typischen Orgeln häufig in den Hintergrund gemischt wurden, ist ein weiteres Indiz für die Eigenständigkeit die diese Scheibe verfolgt. Die Songs sind die gleichen, der Sound aber logischerweise um Welten anders. HOLY MAN schlägt in die selbe Kerbe.
Ein wenig Bottleneck Gitarre und alle Zeichen stehen auf MIGHT JUST TAKE YOUR LIFE. Das 1975er Langeisen Come Taste The Band ist lediglich mit zwei Songs auf dieser Kompilation vertreten. Hier wurde damit aber einer der absoluten Höhepunkte des PURPLE ALBUM geschaffen. Selbstverständlich ist auch SOLDIER OF FURTUNE mit dabei. Mit sehr dezenter Instrumentalisierung wird Coverdales Stimme erneut stark in Szene gesetzt und das bis dato geschaffene Bild hält sich: Die Songs passen zu der, mit würde gealterten, Stimme von David.

Mit LAY DOWN STAY DOWN und STORMBRINGER kommt nochmal ein wenig Schwung in die Bude und WHITESNAKE verabschieden sich mit einem Album, das natürlich keine Überraschungen bietet, aber die Klassiker der Coverdale-Purple Periode würdig präsentieren. Dennoch stellt sich die Frage, was genau man mit diesem Album soll. Mit den Originalen vergleichen? Das würde vermutlich keiner der beteiligten wirklich wollen. Es ist interessant zu hören, wie Coverdale die Songs heutzutage singt und wie die Songs in modernerem Gewand klingen. Aber ganz im Ernst. Eine neue WHITESNAKE Scheibe hätten wir dann doch alle lieber im Player oder nicht??

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1058