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WHEN TREES LEAVE WOLVES - Thirteen Stars05.02.2015

WHEN TREES LEAVE WOLVES - Thirteen Stars

When Trees Leave Wolves - Thirteen Stars

verfasst von Karla The Fox

Kleine Aufklärung zu Beginn: When Trees Leave Wolves soll ein Hinweis darauf sein, dass die Wälder, die Tieren wie dem Wolf seit jeher als Heimat dienten, nach und nach verschwinden. Leider durch die Hand der Menschen. Thirteen Stars steht für die Dreizehn Sterne (bzw. Staaten) der Amerikanischen Südstaatenflagge.

Das beim Label 7Hard unter Vertrag stehende Quintett aus Aachen sorgt derzeit für einiges an Aufsehen. Ihre LP Thirteen Stars erscheint am 13. Februar, also einen Tag vor Valentinstag. Würde die Platte ein gutes Geschenk abgeben? Für einen Mann eventuell, da viel Männlichkeit in der Musik von WTLW steckt. Für eine Frau nur dann, wenn sie wirklich drauf steht. Denn Romantik wird man auf Thirteen Stars keine finden.

Der Opener Epitaph lässt die Spannung auf das Album steigen und führt mit den Rabenschreien, dem Banjozupfen und dem... Cello? in die düstere Seite des Südens hinein. Schon der erste Song mit Vocals, Blackened Flow, markiert das musikalische Gebiet, in dem WTLW angesiedelt sind: eine mysteriöse Schnittstelle zwischen Doom Metal, Hard Rock und Alternative. Ich wüsste auf Anhieb keine Band, die als direkte Vorbilder für die Aachener gelten könnte.
WTLW treiben ihre Individualität noch weiter voran mit Künstlernamen wie The Leprechaun (bedeutet Kobold), Orange Dragon oder Lionwolf. Lionwolf ist der Leadsänger und kommt ursprünglich mehr aus der Schauspielerei als aus der Musik. Ob man ihm deshalb seine wilde, klagende Stimmung bei jedem Wort abnimmt? Angeblich kommen die fünf Jungs alle aus etwas anderen Richtungen auf die Musik zu, was zu dem kreativ Mix von WTLW geführt hat.

Ihre Songs ziehen sie Doom-typisch ein wenig in die Länge und sind von negativen Themen dominiert. Im Vergleich zu anderen Doomern verlieren die Wölfe aber nicht ihren Willen zur Rebellion und beweisen damit, dass die Welt doch noch nicht untergegangen ist. Gerade Titel wie Piss On Ya Law sind direkt "in your face", und die Jungs zeigen wahre Spielfreude. Der Song Catspaw ist ein Höhepunkt der Thirteen Stars, vor allem für Lionwolf; während sich beim eindringlichen C.GLIC (dürfte eine Abkürzung für eine zwielichtige Selbstbeschreibung sein, die WTLW sich geben) Gitarrist Izzy Grim austoben darf.  Dann heißt der Drummer auch noch Thor und der Bass ist einfach... Baam Baam Baam!

Also: Wer auf der Suche nach Südstaatenromantik auf der Pferderanch sucht, liegt bei Thirteen Stars falsch. Wer eine Extradosis Testosteron gepaart mit Kreativität braucht, der liegt goldrichtig.

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