Review

WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER - Wieder Geil04.05.2015

WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER - Wieder Geil

WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER - Wieder Geil

verfasst von Claudia H.

Bereits 2013 zeigten uns die Berliner Jungs mit ihrem Album "Goldkinder", dass sie erwachsen geworden sind. Und diese Haltung haben sie auch mit ihrem neuen Album "Wieder Geil", welches am 22. Mai 2015 veröffentlicht wird, bewahrt: Mit den zehn Songs wird unter anderem gefragt warum wir nicht mehr lieben, aber auch ein Hommage an die deutsche Hauptstadt wird gegeben.

Der Opener der Platte wurde schon vorab bei YouTube veröffentlicht und sollte bereits allen bekannt sein: "Ich Mach Was Mit Medien" läutet mit starken Beats und Riffs "Wieder Geil" gebührend ein und spiegelt wider, dass sich dieses Album wieder stärker von den Pop-Gefilden, in denen man einige Songs von "Goldkinder" verorten könnte, entfernt. Trotz der Tanzbarkeit, welche maßgeblich von den elektronischen Elementen gegeben wird, büßt der Song nichts an Härte ein. Weiterhin gesellt sich die kräftige Stimme des Fronters Paul Bartzsch dazu.

Er besingt, wie hipp es doch sei, etwas mit Medien zu machen. "Exorzist" - einer meiner Favoriten der CD - punktet sowohl mit klaren, als auch mit geshouteten Gesangparts und verlangt die "Austreibung" der Liebesgefühle. Der gitarrenastige Song hält ein schönes, melodisches Solo bereit auf welches sich der eingänge Refrain mit den einfühlsamen Worten "Komm, lass mich gehen, lass mich los, ich kann dir nicht widerstehen..." anschließt. Es folgt der erste englisch-sprachige Song der Platte: "Anarchy" ist wieder außerordentlich eingängig. Bei diesem Titel werden die Riffs von treibenden elektronischen Elementen untermalt, so dass sich eine hervorragende Mischung ergibt, wie man sie eben nur von "We Butter The Bread With Butter" kennt. Track Nummer vier zeigt Ambivalenz der deutschen Hauptstadt auf, welche den Bandmitgliedern aufgrund ihrer Beheimatung durchaus bekannt sein sollte. Dieser Song beginnt mit Sirenengeheul und bassigen Beats, so dass von der ersten Sekunde an zum Tanzen eingeladen wird. Dennoch kommen auch in diesem Song die Gitarren nicht zu kurz. Mit dem starken Gesang kann das Lied ebenso überzeugen. "Bang Bang Bang" beginnt wie seiner Vorgängertitel sehr elektronisch, gewinnt aber durch den größeren Anteil an geschrienen Gesangparts an Härte und erinnert musikalisch sehr stark an die älteren Stücke der Band. Es schließt sich "Gib mir mehr" an, der meinem Erachten nach, mit den vorhergehenden Tracks - gemessen an seiner Eingängigkeit - nicht mithalten kann. Er erzählt davon, wie die Gier bzw. Sucht "Teil von mir" wird. Weiterhin wertet wieder die Vielfältigkeit der Stimmen den Song unglaublich auf.

Cool, locker und rockig kommt der "Rockstar" daher, den jeder kennt, aber der von niemanden gemocht wird. Dieser Titel gehört definitiv zu meinen Favoriten, da er mit seiner Ironie bezüglich des Textes und seiner vielfältigen, musikalischen Struktur, die unter anderem Tempowechsel beinhaltet, überzeugt. Nummer acht "Thug Life" enthält Dubstep-Elemente, welche die Tanzbarkeit des Songs begründen. Weiterhin wirkt der Track etwas leichter und die elektronische Komponente übertrifft die gitarrenbedingte Rockigkeit. Mit dem zweiten englisch-sprachigen Titel verbinden die vier Musiker eine schöne Gesangsmelodie, die wieder einige neue Facetten eröffnet. Es folgt der treibende wie rockige Track Nummer neun, der nach der Feststellung, das zu viel versucht und zu viel verloren wurde, fragt: "Warum lieben wir nicht mehr?". Das Lied überrascht mir einer melodischen Bridge, Breakdowns und einem wunderbar eingängigen Refrain. Der melancholische Song wird vor allem durch die weiblichen Gesangparts interessant und abwechslungsreich. Direkt schließt sich der letzte Titel an, der ebenfalls in englischer Sprache performt wird. Mit voller gitarrenlastiger Härte kommt die "Zombiebitch" daher und enthält selbstverständlich auch wieder elektronische Elemente und starken Gesang. Auch wenn der Song vielleicht nicht die abwechslungsreichste bzw. variabelste Seite der Platte widerspiegelt, ist er dennoch ein guter Abschluss.

Schlussendlich kann man behauptet, dass das Album stark beginnt und die Großartigkeit der Songs zum Ende hin etwas nachlässt. Trotz dessen kann man von einem gelungenen Album reden, das vielleicht keine inhaltliche Struktur erfolgt, sich aber allgemein an modernen Themen bedient. Musikalisch ist es tanzbar und verliert jedoch nichts an Härte: Damit sollten alle Erwartungen an "We Butter the Bread With Butter", eine laute, gute wie gitarrenlastige Party zu veranstalten, erfüllt sein. Alles in allem beweist die CD, dass die Berliner Band tatsächlich "Wieder Geil" bezüglich ihrer musikalischen Leistung sind.

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