Review

WANDA - Niente03.10.2017

WANDA - Niente

WANDA - Niente

verfasst von Claudia

Seit 2012 sprechen Wanda für das, was in den vergangenen Jahrzehnt(en) mit den Beach Boys, den Beatles, Nirvana oder Oasis - um nur einen minimalen Bruchteil Musikgeschichte aufzurollen - ein Ende fand: Eingängig rohe Rockmusik für den Mainstream. Auch wenn (voraussichtlich sprachbedingt) der weltweite Erfolg noch ausblieb, sprechen zahlreiche wie ausverkaufte Konzerte für die Popularität der fünfköpfigen Gruppe, die seit ihres 2014 veröffentlichten Debuts für Amore stehen.

Mit Blick auf den Titel Niente oder nichts impliziert das dritte Studioalbum der Wiener Charismatiker weniger hedonistisch leichte Lebensentwürfe und etwas mehr reizvoll reifen Schwermut.

Wie die bereits publizierten Singles verlautbaren lassen, öffnen die Wiener karge Kindheitskonserven. Dafür sprechen nicht nur das träge träumende 0043, das einzig für experimentell neue Stimminszenierungen auserkoren wurde und u. a. das thementextlich angrenzende Wenn du schläfst mit seiner melodiösen Eingängigkeit leicht in den Schatten stellen kann. Im Hintergrund des Hitverdachtes finden sich außerdem die einfach gestrickten Songs Lieb sein oder der Schottenring, die nur so dahinplätschern und in ihrer Ausdrucksstärke (beispielsweise) dem musikalisch freiheitsliebend leichten Columbo-Track, dessen Musikvideo vielleicht etwas aufgesetzt überinszeniert wirkt, wenig entgegensetzen. Den Superlativ der Eindrucksfülle enthüllt jedoch das rau säuselnde Letzte Wienerlied, welches in seiner partiellen Artikulations-Undeutlichkeit ungehemmt, spontan und nah erscheint.

"Gott, wie deppert seid ihr Wiener? Coney Island ist viel wärmer."


Gefällig verbildlicht der beeindruckend bedrückende Abschluss Ich sterbe den Ausweg aus der Landschaft, welche Menschen als Isolations-Inseln verbildlicht.

Alles in allem steht das am 06. Oktober erscheinende Niente für sperrig-sentimentale Lyrics, imponiert mit fassbar facettenreichen, wie liebevollen Melodien und bezaubert überraschend mit den letzten beiden Tracks.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1068