Review

VOLTAX - No Retreat... You Surrender12.04.2017

VOLTAX - No Retreat... You Surrender

VOLTAX - No Retreat... You Surrender

verfasst von Kalle

Ein Album, das schon vom Cover gekauft werden würde, wenn ich es im Laden sehen würde. Ein vierarmiger Ritter mit Dreizack, Blitzen und Ketten als Leine, reitet auf einem Wolf. Das Ganze in Metalicoptic und in einer sehr geil gezeichneten Landschaft. Mega! Kann denn der Inhalt da mithalten? Die Band stammt aus Mexico und hat sich 2006 gegründet. Einigen Festivalgängern dürfte die bekannt sein, denn sie gewannen 2011 das W.O.A. Metal Battle Mexico und durften in Wacken auftreten. Ich hab sie leider verpasst, da ich betrunken im Zelt lag. Das neue Werk ist bereits das vierte an der Zahl und es strotz nur so vor Heavy Metal.

Man hat zehn Tracks auf die Platte gepresst und möchte damit die Metalwelt erobern. Allerdings muss ich erst einmal vorwarnen, denn der Gesang ist doch ziemlich hoch und schrill, an manchen Passagen. Sänger Gerardo "Jerry" Aguirre Mauleon meint es gut mit den hohen Tönen. Ein wenig mehr hätten es aus meiner Sicht auch getan. Das geht leider schon im Opener "Broken World" so hoch los. Dazu kommt hier und da noch eine Zweitstimme, die den Gesamteindruck nicht gerade besser macht. Singt er allerdings normal die Strophen, dann merkt man seine Energie und Leidenschaft zur Musik. Er singt voller Inbrunst. Ich stelle ihn mir im Proberaum so vor: Mikro in beiden Händen und dann nach hinten gebeugt und die Screams angesetzt. Alles aus sich raus holen ist das Motto.

Allerdings hat das Album einen, aus meiner Sicht, gravierenden Schwachpunkt mehr: Zuviel Chaos. Die Stimme schmiegt sich nicht wirklich der Musik an und oft wirkt es für mich wie ein Brei, der versucht eine Richtung zu finden. "Deadly Games" ist dort ein gutes Beispiel. Es gibt hier und da eine Melodie zu erahnen, doch dann sind die Drums plötzlich komplett durcheinander, die Gitarren scheinen nicht gleich zu sein und der Gesang macht was er will. Merkwürdig oder gewollt. Ich tippe auf gewollt, denn das ist der Stil der Mexikaner, die auf den ersten Alben ähnlich klangen. Leider kommt aber bei dem ansich schönem Gitarrensolo wenig Freude auf, da es in diesem Chaos etwas untergeht. Bei dem Lied "Starless Night" musste ich, durch dein Einsatz der Hammond Orgel, erst einmal an Deep Purple denken. Allerdings kam danach eher eine Mischung aus Anthrax und Accept zu Tage.

In Songs wie "Explota" versucht man ein wenig Iron Maiden mit einfließen zu lassen und spielt das Gitarrensolo sehr melodisch. Da passen sich die Drums komischerweise mal an und feuern nicht wild umher. Es ist schwer das Gehörte wirklich in Worte zu fassen. Schlecht ist es in keinem Fall, es wirkt nur konfus und chaotisch. Man sollte hier vielleicht etwas überdenken und Ordnung in das Gewirr bringen. Nimmt man jetzt die Leidenschaft der Mexikaner als Maßstab, dann ist es gut gemachter Heavy Metal, der hier viele Einflüsse an den Tag legt. Lasst euch auf das Experiment ein, erwartet das Unerwartete und dann bin ich sehr gespannt, was ihr von Voltax haltet.


Tracklist:


1. El Fin (Intro)
2. Broken world
3. This void we ride
4. Deadly games
5. Go with me
6. Starless night
7. Night Lasts Forever
8. Explota
9. The hero
10. 25, 6 to 4 (Bonus track)
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