Review

VAIN - Rolling With the Punches20.03.2017

VAIN - Rolling With the Punches

VAIN - Rolling With the Punches

verfasst von Karla the Fox

Das hat gedauert. Sechs Jahre, nachdem "Enough Rope" das Licht der Welt erblickte, ist "Rolling With the Punches" endlich fertig. Und hier bitte nicht dadurch verwirren lassen, dass eine Künstlerin namens Nessi vor nicht allzu langer Zeit ein Album mit demselben Titel veröffentlicht hat und versehentlich das falsche bestellen wenn ihr Lust auf Vain habt. Sie haben die Produktion von "Rolling" vor einiger Zeit auf der Crowdfunding-Plattform Pledgemusic angekündigt und angepriesen - mit einem Video, das jedem, der dir beibringen will, wie man eine erfolgreiche Kampagne auf so einer Seite startet, Bauch-, Zahn- und Kopfschmerzen bereiten dürfte. Es ist dunkel, man versteht kaum etwas und es ist eigentlich nur Sänger Davy Vain mit seiner Gitarre auf einem Sofa, der aus seinem Leben erzählt. Dann wurde die VÖ auch noch immer weiter nach hinten verschoben. Doch Vain versuchen, alles wieder wett zu machen.

Sie präsentieren nun endlich das fertige Album. Am 17. März war Release Tag, Mitte April kommt die Vinyl Version, mit dem Bonus Track "Sip the Wine". Auch außerhalb ihrer Kampagne sind Vain ein Beispiel für eine Band, deren Weg nicht geradlinig oder einfach verläuft. Besetzungs- und Labelwechsel, sogar einen anderen Namen hatten sie sich zwischenzeitlich mit Road Crew zugelegt, und so richtig durch die Decke gegangen ist ihre Karriere nie. Dabei haben sie den dreckigen Hard Rock der späten 80er perfekt getroffen. Davy hat keine im klassischen Sinne schöne Stimme. Sie ist sehr nasal und durch viele Lieder hinweg monoton. Umso größer der Effekt, wenn sie wie in "Dark City" varriert. Da erzählt ein Ton plötzlich eine ganze Geschichte.

Der Sound von Vain ist durch und durch "versifft". Es gibt Songs, die sich stärker auf die Rhythmussektion konzentrieren und andere, bei denen Stimme und Gitarre das Sagen haben. "Show Your Love" hat einen ganz ungewöhnlichen Beat, während "Sacrifice" gefühlvoll anfängt, dann aber doch wieder an Tempo zulegt und den anderen Songs nachjagt. Nur etwas schmerzvoller als die anderen vielleicht. Leider gibt es das Album (bisher) nicht auf Spotify und über connecting-music.eu konnte ich nur Snippets von ca. anderthalb Minuten Länge hören. Das reicht aber für den Eindruck, dass Vain ihre Vergangenheit ernst nehmen. Wie in dem Pledge Video lassen sie sich nicht von aktuellen Trends diktieren. Sie machen Musik, bei denen man sich sofort in der dunklen Straße einer Stadt an der Westküste fühlt. Mit all den schönen und gefährlichen Seiten daran, dem eventuellem Schmerz und der aus fast jedem Ton dringenden Sexualität. Ein handgemachtes Album, auch mit einem tollen Titelsong. Nur diese Stimme.... über die volle Länge wird sie etwas anstrengend.

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