Review

UNRULY CHILD - Can't Go Home27.03.2017

UNRULY CHILD - Can't Go Home

UNRULY CHILD - Can't Go Home

verfasst von Karla the Fox

Kleine Einführung: Unruly Child wurden Anfang der 90er von einer Plattenfirma gesignet. Hard Rock, auch der der softeren Weise, war auf dem Höhepunkt seiner Erfolgsleiter. Doch noch bevor das 'ungehorsame Kind' groß werden konnte, wurden andere Musikarten beliebter und Unruly Child lösten sich irgendwann auf. 1993 outete sich Sänger(in) Mark Free dann auch noch als Frau im Körper eines Mannes, wurde zu Marcie Free und stieg komplett aus dem Musikgeschäft aus. Unruly Child machten im Untergrund mit Ersatzsängern weiter. Vor sieben Jahren dann gab es mit "Worlds Collide" eine Re-Union, nun eben mit weiblicher Sängerin und seitdem singen die Amis für Frontiers Records, wie die Bands meiner letzten beiden Reviews. Sie werden auch auf dem Festival des Labels auf der Bühne stehen.

Dann mit den elf frischen Songs, die auf "Can't Go Home" zu finden sind. Obwohl der AOR nie für seine Härte bekannt war, gehen Unruly Child es besonders sanft an. Damit sind nichtmal allzu triefige Herzschmerzballaden gemeint. Ihr Stil ist einfach ruhig. Da ist es gar nicht so sicher, ob man das noch Rock nennen kann. Nur die knackige Rhythmus Sektion und die für Rocker doch recht typische Stimme von Marcie platzieren das Album im Genre Hard Rock. Die Keys, Gitarren und Arrangements sind durch die Bank weg schön aber eben wirklich sehr ruhig. Ich betone das deshalb so stark, damit nicht irgendjemand am Ende enttäuscht ist weil er was anderes erwartet hatte. Sieht man von Klassifizierungen ab, haben Unruly Child ein schönes Album gebastelt. Es gibt Anleihen bei Bands wie H.E.A.T und Def Leppard, nur eben auf Amerikanisch. Fällt es auf, dass Marcie nun eine Frau ist? Nun, ehrlich gesagt kaum. Das finde ich sogar ziemlich cool. Sie hat ihre tiefe Stimme behalten, doch wenn man genau zuhört, kann man sagen: "Ja, diese Stimme könnte auch zu einer Frau gehören". Der Gesang ist sehr erdig ohne zu grollen. Einfach, gerade raus und nahbar. Ein paar Songs sind etwas spaciger, da passt die Stimme aber auch gut dazu.

Der letzte Song auf dem Album, "Someday Somehow", ist scheinbar live aufgenommen worden und hat doch einen recht harten Drum Beat im Vergleich. "See If She Floats" bekam von mir die meiste Aufmerksamkeit. Manche Lieder gehen etwas in der Versenkung unter, alle zusammen ergeben sie ein stimmiges Bild, das sich jedoch besser zum Träumen als zum Tanzen einigt. Ich bin gespannt, wie die AOR Fans live auf die Band reagieren werden. Und ich würde noch gerne dazu sagen, dass mich das Cover Artwork sowohl fasziniert als auch verwirrt. Ein Bild, das stark in die Tiefe geht und vielleicht mit der Legende des Fliegenden Holländers spielen will. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht geht es nur um einen Mann, der auf den Bus wartet und nachhause fahren will, aber der Bus kommt nicht. Was würdet ihr in dieses Bild interpretieren?

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