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UNISONIC - Light Of Dawn30.07.2014

UNISONIC - Light Of Dawn

Unisonic - Light of Dawn

Rezept für makellose Musiktorte: Man nehme fünf erfolgreiche Musiker aus Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten; sorge dafür, dass all ihre im Laufe der Jahre gesammelten Aromen präsent sind, aber keines überwiegt; stecke sie in einen modernen Mixer und mixt das Ganze so lange, bis kein einziges störendes Klümpchen mehr übrig bleibt. Dann den Teig in eine Form, idealerweise eine Bühne oder eine CD füllen, erhitzen und heraus kommt: Unisonic!

So heißt die Truppe, die 2012 in dieser Zusammensetzung ihr Debut herausgebracht, davor aber schon in so vielen Bands und Projekten gespielt hat, dass es zu verwirrend ist zum Lesen. Als Beispiele wären da nur Helloween, Pink Cream 69, Krokus oder Avantasia. Wie man also sieht alles allererste Sahne, aber auch alles stark europäisch.

Sänger Michael Kiske, Gitarristen Kai Hansen und Mandy Meyer, Bassist Dennis Ward und Schlagzeuger Kosta Zafiriou - so sieht die Besetzung von Unisonic aus.

Mit diesen Herren hat die Band alles im Haus, was sie braucht. Einen Manager (Kosta), einen Producer (Ward) und ganz viel Erfahrung. Kiske wird (zu Recht) des Öfteren als einer der besten Sänger weltweit gehandelt. Er trifft jeden Ton, man hört ihn nie atmen, das Volumen bricht nie ein und vor allem die Kopfstimme beherrscht er wie nur wenige andere. Die meisten Männer fangen in diesen Lagen an zu krächzen. Das kann einen gewissen Charme haben, wird aber nie so angenehm klingen wie bei Kiske.

Ihr aktuelles Album "Light of Dawn" besteht aus zwölfeinhalb Songs, von denen ich bis zum Schluss keinen Favoriten krönen konnte. Kandidaten wären "Exceptional", das am Rande des AOR kratzt, "Not Gonna Take Anymore" oder "Find Shelter". "Not Gonna Take Anymore" ist dermaßen eingängig, dass man nach wenigen Tönen das Gefühl hat, diesen Song seit seiner Kindheit zu kennen. Unisonic spucken hier, und auch an vielen anderen Stellen große Töne, doch irgendwie dürfen sie es sich leisten.
"Find Shelter" schenkt jedem Bandmitglied einen eigenen großen Moment.

Für nur wenige Takte lang lassen Unisonic  immer mal wieder alle möglichen Musikstile anklingen, das meiste bleibt aber wie aus einer Form gegossen.
Da Hansen bekanntlich auch singen kann, darf er in "Night of the Long Knive" anscheinend kräftig mitmachen. "When the Deed is Done" lädt zum sentimentalen in die Arme nehmen und gemeinsam Wippen ein, während bei man in "Blood" das Blut förmlich auf den Boden tropfen hören kann.

Und sonst so? Ich weiß nicht. Das Album ist so makellos, dass ich nicht einmal weiß, worüber ich groß schreiben sollte. Kiske hält auch schwierigere Harmonien. Hin und wieder merkt man, dass die Musik größtenteils Made in Germany ist (auch bei "Blood") oder Gotthard Maßstäbe gesetzt hat ("Your Time Has Come"). Ansonsten kann ich nur sagen, können es diese Musiker nach wie vor mit den internationalen Größen aufnehmen. Der einzige Fehler könnte sein, dass es keinen direkten Fehler auf "Light of Dawn" gibt, über den sich die Musikgemeinde Gefechte liefern könnte.

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