Review

UNHERZ - Das Volk stellt die Leichen12.01.2017

UNHERZ - Das Volk stellt die Leichen

UNHERZ - Das Volk stellt die Leichen

verfasst von Kalle

Es gibt selten Bands, die mich nach dem ersten Hören ihrer neuen Platte so flashen, wie es Unherz getan haben. Das neue Werk "Das Volk stellt die Leichen" ist schon zu Beginn des Jahres ein absoluter Kracher und eine Empfehlung auf ganz hohem Niveau. Woran das liegt? An der Musik, an den Texten... einfach an dem Gesamtpaket.

Man bekommt hier nicht nur einfach deutschen Rock zu hören. Es ist eine Verschmelzung vieler Genre, die mit grandiosem Gesang zusammen ein Album ergeben, wo man von Suchtgefahr sprechen kann. Knallharte Riffs, wie man sie von Rammstein kennt, treffen auf Melodiefolgen, wie sie eine legendäre Metalband spielen würde. Verpackt ist das Alles in 14 Songs und fast einer Stunde Gesamtspielzeit. Die vier Herren aus Kaiserslautern wissen was sie da machen. Existieren tut die Band bereits seit 2008 und es gab schon das ein oder andere Album und so manch interssante Auftritte.

Mit diesem Album setzen sie jetzt unter neuem Label (Laute Helden / SPV) dem ganzen die Krone auf und liefern ihre wohl bisher beste Platte. Nach der Overtüre geht es direkt in den Titeltrack "Das Volk stellt die Leichen". Ein Song, der sofort klar macht, wo die Band mit ihren Songs hin möchte. Direkte Ansagen mit Hintergrund und Köpfchen. Man versteckt manch Botschaft in Metaphern, doch hört man genau hin, dann wird einem sofort klar, was hier gemeint ist. Es folgen Songs wie "Flug ohne Landung", "Adler" und "Felix". Ein Song der mich selbst sehr berührt hat ist "Das hier bin ich". Da steckt eine Menge Persönlichkeit hinter. Das ist ein Rezept von Unherz. Sie treffen den Nagel auf den Kopf und sprechen so manchem Fan aus der Seele. Einprägsame Refrains laden automatisch zum mitsingen ein. Außerdem mag ich hier den Solopart ganz besonders. Von dem harten Riff geht es in leicht sanfte Töne über und sorgt für eine besondere Stimmung. Mit "Mittelfinger" erinnern mich Unherz ein wenig an Hämatom. Nicht zwangsläufig musikalisch, einfach vom Aufbau und Inhalt des Songs.

Das Metal im Blut der vier Herren steckt, das spührt man nicht nur an den Tönen, sondern auch an manch Textpassage. In "Easy Rider" gibt es eine Zeile mit "Heavy Metal im Blut". Absolut genial ist hier die Kombination vom Liedsong und der Verbindung mit Motorrädern das dazugehörige Banjo. Klasse Überraschung im Song. "Heimatwind" lässt dann so richtig die Mähne kreisen. Der ganze Song strotzt nur so von metallischer Power und wird mit dem geilen Solo bestätigt. Schön melodisch geworden. Aber hier empfehle ich mehrmaliges hören, denn zuerst geht die Musik ins Blut und dann der sehr tiefgründige Text, der sich um Heimat dreht, unter die Haut. "Das graue Grab" ist ebenfalls sehr tiefgründig. Ich interpretiere den Song als ein Aufruf gegen Kindesmissbrauch und Vernachlässigung. Sollte ich da falsch liegen, darf man mich gerne korrigieren. Harte Kerle - weicher Kern! Auch Liebe spielt bei Unherz eine Rolle. Der Song "Ich geh mit dir" ist das beste Beispiel dafür. Hier gefallen mir die kleinen Keyboard und Chorakzente sehr.

Zum Finale der Platte gibt es dann "UMC", "Helden von Morgen" und "Die Welt In Flammen". Man geht etwas mit dem Tempo runter und lässt das Album gemütlich ausklingen. Es ist fantastisch produziert, hat einen satten KLang und der Gesang... kann man sich nicht satt hören dran. Man kommt automatisch wieder auf den Play-Knopf und zieht sich nach und nach die Texte drauf. Das ist ein Album, welches sofort begeistert und euch in den Bann zieht. So kann das Jahr weiter gehen! Danke Unherz für ein grandioses Werk - musikalisch wie auch textlich.

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