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TRIXTER - Human Era08.06.2015

TRIXTER - Human Era

TRIXTER - Human Era

verfasst von Karla the Fox


Trixter sind eine Hard Rock Band aus den USA, die vor Ort einige Erfolge verbuchen konnten, in Europa aber nie offiziell veröffentlicht haben und daher auch nur bedingt bekannt sind. Schade drum, denn sie bieten das, was vielen deutschen Rockbands fehlt, nämlich diese amerikanische Leichtigkeit. Das Quartett spielt seit einiger Zeit zusammen, das Debut kam 1990 heraus. Zwischenzeitlich war kurz Funkstille, aber spätestens seit New Audio Machine, dem vorherigen Album, melden sie sich mit Power zurück. Das aktuellst Projekt heißt Human Era und damit meinen Trixter ihre eigene Zeit als Band, die sich immer durch viel Menschlichkeit ausgezeichnet hat. Glaubt man dem Bild auf dem Cover, dürfte die Human Era etwas weiter zurück liegen, so in den 50ern und 60ern, aber man will ja nicht päpstlicher sein als der Papst.

Die Jungs von Trixter sind gute Freunde, die gerne auch mal mit ihren Familien gemeinsam im Garten grillen. Ihre Kontakte zu den großen 80er-Gruppen aus der LA-Area sind unverkennbar in die Musik der "Küken" eingeflossen. So ein bisschen Tesla und Def Leppard und Night Ranger, irgendwo in diesem Wust an "Hard Rock", der gar nicht so hart ist, ordnen sich Trixter ein. Noch warten sie übrigens auf einen Auftritt in unserem Land. Wer sie buchen möchte, ist der erste, und dem Publikum hier dürften sie gefallen.

11 Songs haben Pete, Steve und Co. geschrieben. Der Opener "Rockin´ To The Edge Of The Night" bedarf eigentlich keiner Erklärung. Ohrwurm, gute Laune, Party. Mit "Crash That Party" wird es etwas aggressiver, aber so wirklich böse werden Trixter nie. "Not Like All The Rest" würde sogar zu einer Teenager-Band passen, so frisch und jung klingt es, und wer bei einem Titel wie "For You" eine schnulzige Liebesballade erwartet, wird von einem schnellen Beat mit einem der dreckigsten Sounds des Albums überrascht. Song Nummer 5, "Every Second Counts" ist das erste Mal, dass die Band einen Gang zurück schaltet. Die Powerballade gewährt dem Bass einen netten Auftritt, genau wie dem Sänger, damit, dass er seinen Ausdruck variieren darf. Erst bei "Beats Me Up" wird es wirklich gefühlvoll.

Schönstes Gitarrenspiel und schönster Gesang des Albums. Die Melancholie hält nicht lange an und "Good Times Now", nimmt dann wieder die ganze Band, plus Freunde und vielleicht ein paar Autos und Drinks mit. "Whoooohooohoooo"... "We´re living for the good time now!" Da freut man sich aufs Wochenende und den Sommer und solche Sachen. Perfekter Zeitpunkt zur Veröffentlichung, den sich die Amerikaner da rausgesucht haben. Es gibt noch drei weitere Songs auf die Ohren, alle mit starker Rhythmusgitarre, bevor und Mitreißqualitäten, bevor der Titelsong "Human Era" den Reigen abrundet.

Der stärkste Song ist es nicht zwangsweise, dafür punktet er mit der Aussage: "Is it any wonder, we are still together?" Damit ist der Zusammenhalt einer Band gemeint, die entgegen aller Regel von Anfang bis Ende in derselben Besetzung geblieben ist, ohne Streit, ohne Ego-Trips. Das ist die Menschlichkeit, die sie meinen und, zurecht, bei sich selbst feiern.

Wer mit ihnen gemeinsam unbeschwerte Sommerabende genießen will, die nicht lange vor der Stimmung wie Kid Rock sie verbreitet, halt machen, dann auf. Für mich unverständlich, warum diese Band noch nicht über den Ozean geschwappt ist.

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