Review

TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA - Letters From The Labyrinth22.10.2015

TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA - Letters From The Labyrinth

TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA - Letters From The Labyrinth

verfasst von Kalle

Das ich ein großer Fan vom TSO bin ist kein Geheimnis mehr. Ich schwärme schon immer über diese grandiosen Live-Shows, die ich erleben durfte und freue mich natürlich über jedes neue Werk der Band um die Macher Jon Olivia, Paul O´Neill und Al Pitrelli. Ich könnte jetzt noch weitere Namen aufzählen, aber wer das TSO nicht kennt, dem werden bei bereits genannten Namen dennoch die Ohren geläutet haben. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass ihr den Namen SAVATAGE schon einmal gehört habt. Denn die legendäre Band ist der Ursprung für das TSO gewesen. Ohne Savatage kein TSO. Und das die Einflüsse da sind, hörte man schon seit dem ersten Album und sie sind auf dem neuen Werk "Letters From The Labyrinth" ebenso zu vernehmen. Es ist alles nur viel größer und epischer beim TSO.

Das TSO setzt auf grandiose Konzeptalben, die eine Geschichte erzählen, die den Zuhörer in eine andere Welt entführen und mit solch grandiosen Kompositionen einen förmlich wegballern. Ich glaub das wird wieder ein Review das mit Superlativen umsich wirft. Der Grund dafür ist nicht, dass ich ein Fan bin, sondern das die Musiker einfach einen so grandiosen Job machen. Das Album kommt mit insgesamt 14 offiziellen und einem Bonussong daher und beinhaltet neben starken Intrumentalstücken wieder zahlreiche Songs mit Gesang. Ob dabei nun der Chor gewählt wird oder einzelne Gesangsstimmen in Erscheinung treten, es ist alles so optimal abgestimmt. Schon der Opener "Time & Distance" nimmt euch direkt in die Geschichte mit. Sie ist dieses Mal etwas düsterer, so mein Gefühl. Nach der Hälfte des Songs ist der Gesang vorbei und ihr werdet in ein hartes Basssolo geführt. Das geht dann über in starke Riffs und wird dann ein ausgewogenes Solo. Somit ist der Auftakt schon ein absolutes Highlight. Wer das TSO schon einmal live erlebt hat, der wird wissen, wie sich die Musik und ihre Show ergänzen. Zahlreiche Feuer- und Lichteffekte wirken auf den Besucher ein.

Die Instrumentalsongs eignen sich hierfür immer ganz besonders und so kann man bei den Stücken auf dem Album einfach die Augen schließen und sich die Show dazu vorstellen. Oder man genießt einfach diese Vielfalt an Instrumenten und wie sie gemeinsam harmonieren. Gitarren, Keyboards, Violinen, Bass, Schlagzeug und Hörner, sowie einige weitere Streicher machen die Instrumentalstücke episch. Das wird euch Gänsehaut bescheren. Diese Arrangements sind so voller Inhalt und man spührt förmlich, wie jede Note, jeder Ton, jeder noch so kleine Klang einen Teil erzählen will und am Ende eine Geschichte ergibt. Im Song "Prometheus" z.B. ist das Klavier das dominierende Instrument und zu Beginn des Tracks, wo noch keine Gesang ist, gibt es die Melodie vor, die sich dann über die gesamte Länge hält. "Mountain Labyrinth" ist einer meiner persönlichen Lieblinge auf der Platte. Hier gibt es diesen düsteren Rhythmus, der einfach fesselnd ist. Hier wird richtig Spannung aufgebaut, die sich dann in "King Rurik" entlädt. Hier ist am Anfang das Keyboardintro, was man durchaus auch mit einem Orchester hätte machen können. Ihr werdet aber merken, wie sich der Titel des Songs auch auf die Komposition auswirkt. Bei besagtem "King Rurik" hört ihr sogar ein paar Elemente aus dem Song "Child In Time" von Deep Purple. Das ist natürlich nur dann der Fall, wenn ihr den Song kennt und wisst, welchen Part ich meine. Kleiner Tipp: Es hat was mit einer Orgel zu tun.

Diese Orgelklänge halten sich auch im Song "Prince Igor". Wer jetzt allerdings hier in die Tasten genau haut und mit seinem Keyboard die Töne spielt, kann ich nicht sagen, da im TSO mindestens vier Musiker sind, die das Keyboard beherrschen. Was das TSO neben den zahlreichen grandiosen Musikern hat, sind die fantastischen Sängerinnen und Sänger. Neben Jeff Scott Soto und Kayla Reeves sind Russel Allen, Adrienne Warren, Jennfer Cella und Robin Bornemann mit dabei. Sie geben insgesamt sieben Songs eine Stimme. Und da jeder seine ganz persönliche Art zu singen hat, bietet das eine sagenhafte Stimmvielfalt. Die Songs sind den Stimmen aber wie auf dem Leib geschnitten. Kayla Reeves z.B. singt "The Night Conceives" mit einer sehr rauchigen Stimme und bekommt passend dazu eine sehr rockige Nummer, die einfach nur passt. Es ist verdammt schwer das in Worte zu fassen, was man hier alles hört und aufnimmt an Eindrücken. "Forget About The Blame" ist der Song, der zwei Mal auf dem Album vertreten ist. In der offiziellen Version wird er von Robin Borneman gesungen und ist, wie auch in der anderen Version, eine sehr ruhige und gefühlvolle Ballade. In der Bonusversion singt diesen Song dann Lzzy Hale (Halestorm). Und ich muss sagen, Lzzy ihre Stimme gefällt mir zu dem Song eher.

Auf dem Album gibt es auch Stücke, wo man erst sich reinfinden muss und die sich entwickeln. "Not Dead Yet" ist da ein perfektes Beispiel für, denn der Song ist zu Beginn mit dem Gesang eher zäh und braucht ein wenig. Doch ab der Mitte und dem Instrumentalpart nimmt er gut Tempo auf und kann überzeugen. Mit "Past Tomorrow" gibt es dann etwas zum verschnaufen. Eine Ballade, die durch den sanften Gesang und dem einfachen Klavierspiel überzeugt. Hier ist Weniger wirklich mehr. Da achtet man umso mehr auch auf die textlichen Passagen, die bei den Geschichten auf dem Album umso wichtiger sind. Natürlich möchte ich euch nicht schon vorher alles verraten und daher werde ich einige Sachen auslassen. Ihr sollt ja das Album selbst entdecken. "Stay" ist passenderweise zum vorherigen Lied auch ein Stück, welches nur von einem Instrument begleitet wird. TSO beweisen einmal mehr mit dem Album, dass sie viel Gefühl in die Songs legen können und nicht nur die großen, epischen Stücke bringen. Ein weiteres Highlight der Platte ist nämlich das Lied "Not The Same". Die Stimme von Kayla Reeves sticht hier wieder besonders raus, weil dieses rauchige und kratzige dahinter steckt.

Zu den Musikern muss man gar nicht viel sagen, denn das Savatage schon immer grandios waren, ist denke ich jedem guten Musikfan bekannt. Und sie werden ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten ja nicht beim TSO verlernt haben. Im Gegenteil... sie blühen hier noch so richtig auf. Ob Paul O´Neill oder Al Pitrellei oder Jon Oliva oder Chris Caffery die Herren wissen ihre Saiten zu benutzen. "Who I Am" bietet euch da einen sehr guten Eindruck, denn bevor der Chor singt, bekommt ihr ordentlich Gitarre auf die Ohren. Und damit ihr ganz genüsslich abschalten könnt vom Album und den ganzen Eindrücken gibt es ein sanftes "Lullaby Night" zum Ende. Augen zu ... genießen ... abschalten und sich entführen lassen. Gut danach kommt noch der Bonustrack, aber wäre das Album hier jetzt zu Ende, es wäre der krönende Abschluss. Doch "Forget About The Blame" mit Lzzy Hale sollte man sich wirklich anhören und dann selbst entscheiden, welche Version besser klingt. Meinen Favouriten habt ihr ja schon gelesen. Der Song könnte nämlich eine tolle ruhige Nummer von Halestorm sein.


Fazit:
Ich habe nicht gezählt, wie oft ich die Platte vom TSO jetzt schon gehört habe, aber locker über zehn Mal und da werden noch viele weitere Male dazu kommen. Hier ist ein Kandidat für mein Album des Jahres geschaffen worden. Es ist einfach ein gesamtes Meisterwerk, was nur wenige Schwächen aufweisen kann und von der ersten bis zur letzten Note überzeugt. Grandiose Musikkompositionen, tolle Stimmen und eine ordentliche Portion Leidenschaft zur Musik ergeben "Letters From The Labyrinth". Für jeden Fan von guter Musik geeignet.

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