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THRASSHOLE - First Kill24.07.2017

THRASSHOLE - First Kill

THRASSHOLE - First Kill

verfasst von Karla the Fox

Da habe ich mich auf was eingelassen. Auf meine Suche nach neuen Alben von neuen Bands reagierte die Thrash Metal Band Thrasshole mit dem Angebot, mir eine ihrer CDs zuzusenden. Das ist eine Seltenheit geworden, die meisten Releases gibt es nur noch per Download oder Stream. Da tat es mir fast leid, der Band zu sagen, dass Thrash so ziemlich die metallische Richtung ist, die mich in ihren Grundzügen am wenigsten anspricht. Trotzdem wollte ich mich an das Material heranwagen.

Es war vom Sound am Ende so, wie ich es erwartet hatte. Solide, fast durchgehende Double Bass, druckvoll grölender, aggressiver Gesang, explizite Lyrics voll blutiger Geschichten und kaum eine Atempause. Für den Karrierestand der Band jedoch überraschend gut verarbeitet. Sie geben von vorne herein 110%, denken sich kreative Intros aus mit Gitarreneinsätzen, die mir auch musikalisch sehr gut gefallen. Sie variieren in ihren Themen so gut wie es ihnen ihr Genre ermöglicht, es gibt keinerlei Dopplungen in den Texten. Und "Eat Fuck Kill" wird mir auch noch einige Zeit im Kopf herumschwirren. Er ist der markanteste Song, der, mit dem die Band nach meiner Einschätzung am ehesten in den Köpfen hängen bleibt, den sie am besten promoten kann. Der aber auch das meiste Albtraum-Potential hat. Eigentlich müsste die Reihenfolge nämlich "Fuck Kill Eat" heißen. Den Rest könnt ihr euch ausmalen wie ihr möchtet. Super Stoff für Horrorfilmliebhaber. Die anderen Songs beschäftigen sich thematisch mit der Band und ihrem Feierverhalten selbst ("Thrasshole"), mit den Gedanken eines Atheisten ("I Am Heresy") oder, was ich ganz lustig finde, dem Kriegsspiel-Zocken an der heimischen Konsole ("Machinegunfire"). Kryptisch und schwer verständlich ist einzig der zweite Track "I Spit Ashes". Kann euch wirklich nicht sagen, worum es da geht. Bei "Machinegunfire" sei noch erwähnt, dass sich der Einstieg des Songs stark von der restlichen Musik des Albums unterscheidet. Es hat einen langen instrumentellen Part und ist die einzige Stelle, die auf die Bremse tritt. Dadurch wird Spannung aufgebaut und auch das macht die Band ziemlich gut.

Ich bleibe bei der Meinung, das Thrash Metal nichts für meine privaten Playlists ist. Wer es mag, sollte sich Thrasshole aber mal anschauen. Ihre Ambitionen sind stark, die wollen es wissen.

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