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THE POODLES - Devil in the Details14.05.2015

THE POODLES - Devil in the Details

THE POODLES - Devil in the Details

verfasst von Karla the Fox

Flüchtlinge sind im Moment ein heftig und kontrovers diskutiertes Thema. Um Flüchtlingsarbeiter zu ehren und zu unterstützen spielten die Schwedenrocker The Poodles ein Konzert in einer Kirche. Freunde nahmen das Event auf, mit besonderem Fokus auf der Akustikversion ihrer neuen Single "The Greatest". Da dachten sich die Poodles "Hey, wir wollten doch eh ein Video dazu shooten. Warum benutzen wir das vom Benefizkonzert nicht als Offizielles und erinnern damit jeden, der danach fragt, an die Angelegenheit der Flüchtlinge?" Gesagt, getan. Das Video kann sich sehen lassen, das ist keine Handkamera, zufällig von einem Kumpel mitgebracht. Bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen auch von der Aktion profitieren und es sich nicht nur um einen Werbecoup von The Poodles handelt.

Die meisten Songs der Pudel bewegen sich in so harmlosen Gewässern wie "The Greatest", getreu dem Motto Hunde die bellen, beißen nicht. Wenn´s sein muss, kommt der gewisse Biss dazu... aber wie gesagt, der Großteil ist verträglicher AOR mit leichte härterem Glam-Einschlag. Vieles ist eingängiges Midtempo, alles ist sehr schön gesungen. An Songwritingqualitäten fehlt es den Schweden nicht, man könnte allerdings auch nicht sagen, dass sie etwas revolutionär einzigartiges von sich geben. Die Songs sind gut bis sehr gut, der Ausdruck nachdenklich bis energetisch, die Texte lassen sich bestens verstehen und haben mehr Aussage als der durchschnittliche Glamrocktext. In der Musik spiegeln sich einige ältere Hard Rock Größen drin wieder, ohne dass jemand eins zu eins kopiert wird.  

Die Stärken von The Poodles sind Melodien, die man nach kürzester Zeit wieder erkennt, der Gesang von Jakob Samuel, große Albumnamen ("Metal Will Stand Tall", "Tour The Force") sowie ein Mindestanspruch an Stil. Es werden kleine Verzerrung eingestreut, sleazigere Passagen aber auch große Gefühle. Des Weiteren erinnert ihr "Devil In The Details"-Design gerne an die neueste "The Great Gatsby" Verfilmung, mit den goldenen und grauen labyrinthartigen Muster vor schwarzem, tiefen Hintergrund. Ob Intro, Solo oder Abschluss, ein Lied geht in das nächste über und sorgt für einen guten Gesamteindruck. Und wem es nach allen 12 Liedern nicht genug war, der spielt´s einfach noch mal ab. Letztenendes ist "Devil In The Details" nach meiner Meinung aber keines über das man mit kritischem Scannerblick schauen sollte (auch wenn der Teufel angeblich im Detail versteckt ist), sondern dass man als Ausgleich zum Rest der harten Welt hören sollte.

So, ich gucke mir jetzt noch einmal das "The Greatest"-Video an. Die zweite Single der Platte heißt übrigens "House Of Cards" und hat einen Riff und "Oooh hooohooo hooo"-Gesang, der von Anfang an Laune macht. Überzeugt euch selbst.

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