Review

THE ELECTRIC COAST - Warming Quilt18.05.2017

THE ELECTRIC COAST - Warming Quilt

THE ELECTRIC COAST - Warming Quilt

verfasst von Karla the Fox

Ich muss es vorweg erwähnen, weil es so postiv auffällt: The Electric Coast haben eine Pressemitteilung, die sich wirklich angenehm liest, die nicht nur herzlos aufzählt, wer sonst noch auf den Festivals aufgetreten sind, auf denen sie einen Opening Slot hatten sondern die was vom Charakter und der Livewirkung der Band erzählt. Um in den Gedanken der Presse positiv hängen zu bleiben, ist das wichtiger als zu erwähnen, dass man schon überall in der Presse war. Sie beschreiben ihre Musik als 'Bar-Rock', ein Genre, das es eigentlich nicht gibt und das nur vermeintlich mit dem Wort Barrock spielt. Viel eher ist es ein Spiegel des neuzeitlichen, gedankenversunkenen, studentisch-alternativen Lebensgefühl, wie es im Popbereich AnnenMayKantereit ausfüllen. Gefühlvolle, kräftig angeraute Stimme, die vom Leben erzählt, wie es sich nun mal anfühlt. Mit den guten und den nicht so guten Zeiten, immer mit einem starken Schuss bitter-süßer Melancholie. Kein explosiver Cocktail, sondern ein den Körper von innen wärmendes und in Trance versetzendes edles Getränk, direkt aus einer dunklen, holzigen Bar. Nur die lockeren, hellen Gitarren lockern die Stimmung gerade genug auf, dass sie nicht in Traurigkeit verdorben ist. Hier ein schönes Intro ("Disagree"), da ein verträumtes, erzählendes Stück, das meiner Ansicht nach auch aus Irland kommen könnte ("Fairy Tale") und immer wieder ausgedehnte Gitarrensoli. Den ein oder anderen Song würde ich in einer wirklichen Bar vielleicht noch unaufdringlicher spielen, jedenfalls wenn die Besucher nicht einzig und allein wegen der Band gekommen sind. Insgesamt bringen The Electric Coast ihre Messages aber gut abgemischt und nicht zu laut herüber. Sie schreiben, sie würden sowohl live als auch im Studio durch Gastmusiker ergänzt werden (denn sie sind nur zu dritt). Davon höre ich ehrlich gesagt nicht viel, aber das brauchen sie auch nicht.

Lasst euch beim Hören einfach mal treiben, etwas entspannen, vielleicht ein wenig nachdenken. Die Jungs liefern uns ehrliche, emotionale Gedanken und das ist gut so. Dafür steht die Rockmusik. Könnte stückweit auch bei der jugendlichen Generation ganz gut ankommen, immer dann, wenn die Musik härter wird und der Gesang vom Blues zum Hardrock wechselt. Den Titelsong "Warming Quilt" haben sie ans Ende gesetzt. Finde ich gut, ist mal was anderes und ein gelungener Abschluss. Fazit: Nichts Aufregendes, aber beim nächsten Album gerne wieder. Und in einer Bar würde ich sie mir auch anhören.

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