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THE DOGHUNTERS - Shit Singles18.07.2017

THE DOGHUNTERS - Shit Singles

THE DOGHUNTERS - Shit Singles

verfasst von Karla the Fox

Darf ich euch die coolsten Hundefänger des Landes vorstellen? Eine Profession, die eigentlich nichts weiter als meine Abneigung findet, macht sich als Bandname gar nicht so übel und die Musik dahinter ist noch besser. The DogHunters sind fünf junge Männer aus Köln. Mag man Webmagazinkollegen von mir Glauben schenken, so handelt es sich bei ihnen um zwei Brüderpaare und einen guten Freund, den sie seit dem Kindergarten kennen. Eine wunderbar Konstellation, denn so hat man schon viel gemeinsam überstanden und bestimmt das ein oder andere Gefühl miteinander geteilt, selbst wenn man ein Junge ist.

Gefühle und Erlebnisse, das spiegelt sich in den "Shit Singles" wieder. Mir fällt gleich auf, dass man bei 'shit' das s streichen könnte, dann wären es 'hit singles'. Streicht man das h, sind es 'sit singles', was wiederum zu Hunden passen würde. Ob das so Absicht war oder ob ich zu viel in alles hineininterpretiere? Oberflächlich und unbedacht sind die DogHunters jedenfalls nicht. Sie spielen eine Musik, die nicht aus ihrer Zeit zu kommen scheint, sondern schon in den 60ern oder 70ern entstanden ist. Mal entspannte Klänge, mal härtere Gitarren, so basteln sie eine Mischung aus Punk und Garage, Stoner, Hard, Alternative Rock und Rockabilly irgendwo auf den verwaschenen Spuren von The Doors, den Rolling Stones und Led Zeppelin. Musik, die in ihrem jungen Altersumfeld bestimmt nicht bei allen gut ankommt. Doch The DogHunters sollen auch live eine Wucht sein, haben bereits die Live Music Hall in ihrer Heimat Köln ausfüllen können und ich finde sie dafür, dass sie hiermit erst ihre erste EP herausbringen, erstaunlich professionell. Das beweisen unter anderem zwei Videos, die zu "Lost in System" und jüngst zu ihrem Song "Hip Lighting Shoes" gedreht wurden. Das eine besteht aus einfachem aber liebevollem Zeichentrick, das andere kann man nicht in geeigneten Worten erklären. Man sollte es gesehen haben, weswegen es weiter unten eingebaut ist. Nicht vom lauten, langen Anfang irritieren lassen...
Ihre Songs tragen Titel wie "Broken Girl", "Politician Man" und "Mother". Nachdenkliche Werke, gerade mit genügend Twist, dass man sich zu ihnen tanzend bewegen kann. Perfekte Musik für laue Sommerabende auf der Wiese. Irgendwie aus der Zeit gefallen und doch genau richtig in unserer Generation, die alternative Bewegungen liebt.

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