Review

THE BOSSHOSS - Dos Bros25.09.2015

THE BOSSHOSS - Dos Bros

THE BOSSHOSS - Dos Bros

verfasst von Karla the Fox


The Bosshoss. Da haben des Füchschen Augen geglänzt als sie deren neue Ergüsse im Mailfach hatte. An dieser Bande hatte ich nämlich schon immer meinen Spaß. Die kommen nicht aus Berlin, die stammen natürlich alle aus Mississippi und heißen Boss Burns, Hoss Power (die beiden Sänger und Gesichter der Band) oder Russ T. Rocket und Ernesto Escobar de Tijuana. Is klar. Nein, ich finde an The BossHoss genial, dass sie sich kein Stück weit ernst nehmen und nie in die Staaten gezogen sind und trotzdem seit Jahren Westernmusik auf gar nicht so üblem Niveau liefern. Als Opener liefern sie uns heute (wirklich, denn die CD erscheint heute) das romantische "Wait For Me", worauf sogleich der Song folgt, den wir alle schon kennen und auf den wir auf einem Album gewartet haben: "Dos Bros". Das ist dieses Lied, das schon seit Wochen die Radio-Elektro-Dance-Mucke aufmischt und bei dem im Videoclip so mega coole Frauen den Jungs mit Skrupellosigkeit einheizen. Zu We Will Rock You-Beats, "Wohohoohooo"-Gesängen und einem energetischen Frauenchor darf jeder das Tanzbein schwingen. Nach absolviertem Battle wird zum Countryblues mit "Joyridin" eingeladen und die Whiskeyflasche wird mit in die Karre genommen. Yeah und Howdy.

Man kann sich überall in das  Album einklinken wenn man möchte. Jeder Song ist ein bisschen anders, bringt ein anderes Feeling mit sich. Schnellere feierwütige Rocksongs kommen fast eins zu eins im Wechsel mit melancholischeren Liebes- oder Wehmutsliedern. Dennoch sind die Einfälle und Melodien der Cowboys so direkt und naheliegend, dass es mich wundert, dass es nicht genau diesen oder jenen Song nicht schon irgendwo gibt. Mal abgesehen vielleicht von "A Cowboy's Work Is Never Done", das hätte ich so nicht erwartet. Die gesamte Band liefert einen starken Job ab, zu schade, dass die beiden Männerstimmen und die immer wieder Eingestreuten der Frauen allem anderen offensiv die Show stehlen.

Abspieltipps: "Dos Bros", "Star Of The Roadcrew", "A Cowboy's Work..." und das mega eingängige "I'm Comming Home". Letzteres wäre ein super Abschiedslied für eine Show, da klatschen alle Zuschauer denselben Takt, garantiert. Den tatsächlichen Abschied vom Album begleiten The Common Linnets im flehenden Lovesong "Jolene".
Fazit: The BossHoss sind nicht echt, doch genau deshalb macht, mir zumindest, ihre Musik so viel Spaß. Freut mich für sie, dass sie sich zu den bekannteren Bands unserer Längengrade zählen dürfen.  Dos Bros will never get boring. Und ob ihr das Albumcover als völlige Ideenlosigkeit oder marketingironischen Gag versteht, bleibt euch überlassen...

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