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TEMPERANCE - Limitless29.03.2015

TEMPERANCE - Limitless

TEMPERANCE - Limitless

verfasst von Lena H.

"Limitless" heißt das zweite Album (Scarlet Records) der im Dezember 2013 gegründeten Band Temperance aus Italien. Man merkt schnell, dass die Musiker längst keine Anfänger mehr sind, sondern jahrelange Erfahrung mitbringen. So haben die Bandmitglieder Chiara Tricarico, Marco Pastorino, Sandro Capone, Luca Abbott und Giulio Capone z.B. schon mit Größen wie Dragonforce oder Parkway Drive zusammen gearbeitet. Ihren Stil bezeichnen sie als Modern Melodic Metal. Wenn man weiß, dass die stilistischen Wurzeln der Bandmitglieder im Power Metal liegen, ist die ein oder andere neu dazugekommene Stilrichtung eine Überraschung. Charakteristisch für "Limitless" sind nämlch die verschiedenen Musik-Elemente anderer Stilrichtungen, welche zu einem facettenreichen Gesamtwerk verarbeitet wurden.

Wenn man das Album mit 3 Worten beschreiben müsste, wäre es: Power(!), melodisch und (irgendwie) gefühlvoll. Chiara sticht mit ihrer kraftvollen Stimme auf jeden Fall hervor. Ein bisschen erinnert sie dabei an die Sängerin von Within Temptation - eine ihrer Lieblingsbands und Inspiration. Stimmlich begleitet wird sie dabei oft von Gitarrist Marco. Er und Giulio sind die musikalischen Komponisten dieses Albums, Chiara die der Texte. So werden Themen wie Liebe, Freundschaft und das alltägliche Leben behandelt - Solche, mit denen sich ein jeder identifizieren kann.

Das erste Lied "Oblivion" wird von einem Kinderchor eröffnet - so what? Dann folgen elektronische Synthesizer-Klänge und daaann gehts richtig los. in schnellem Rhytmus fegen die Drums machtvoll nur so dahin und der Refrain hat auf jeden Fall Ohrwurmpotential (genauso wie in "Me, Myself & I") Dass Chiara eine hammer Stimme, vor allem für Tonhöhen hat, braucht man eigentlich nicht erwähnen. Auch die folgenden Lieder werden meist mit Synthesizer eingespielt - oft ruhig beginnend, bis dann das "normale" Tempo kommt.

Das Intro zu "Amber & Fire" klingt ein bisschen wie Dudelsack und erinnert nicht zuletzt durch die Melodie ein bisschen an Folk. Es hat mittendrin teils ruhige Parts, und auch zwischendurch immer wieder hervortretende elektronische Klänge sowie Gitarrensolo - das ist der Stil des Albums und zeigt die verschiedenen musikalischen Einflüsse. ""Stay" ist diesem sehr ähnlich, hat aber auch etwas von einer Ballade. So mancher Liedanfang (z.B. "Save Me", "Side By Side") erinnert an "Baby-Metal" aus Japan und Disko-Metal :D - Das macht das Ganze aber noch interessanter. Marco kommt in "Mr. White" und nun auch alleine zum Einsatz und singt sein eigenes Solo, bevor Chiara im Refrain wieder mit einsetzt. In "Here and Now" setzt er Screamo ein - in dem langsameren "Omega Point" und "Goodbye" dagegen ruhigere Töne mit klarer Stimme."Get A Life" entführt einen in seinen ruhigeren Parts in eine Art Traumwelt (frag mich nicht in welche) - da sieht man mal was eine Metalband mit neuen Musikelementen alles anrichten kann ^^
"Limitless" als Albumtitel-Song ist mit Abstand der mit den schnellsten Drums (dazwischen wieder langsamer) und ist durch seinen Abwechslungsreichtum (stimmlich wie instrumental) her chrakteristisch für das Album.

Mir persönlich ist das Album zu wenig "straight" (nur metal-typische Gitarre etc) und die neuen Instrumentexperimente müssten nicht sein - aber genau das lieben die Fans an Temperance und macht sie so erfolgreich und einem breiten Publikum zugänglich. Mit ihrem ersten Album haben sie auf jeden Fall bewiesen, dass sie wirklich "Limitless" sind und wir können gespannt sein, mit was sie uns als Nächstes überraschen.

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