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TANZWUT - Freitag der 13.29.01.2015

TANZWUT - Freitag der 13.

Tanzwut - Freitag der 13.

verfasst von Claudia H.

"Freitag der 13." verspricht Unheilvolles, Unglück und so manche abergläubische Person ist sicher schon an diesem Tag verzweifelt. Dennoch empfinde ich es als Glück bereits in das neue Tanzwut-Album, welches nach dem oben genannten, prägnanten Datum benannt ist, hineinzuhören. "Freitag der 13." ist also nicht nur Albumtitel, sondern auch Veröffentlichungstermin. Die Platte kommt mit 13 brandneuen Songs daher, die sich nicht nur um schwarze Katzen, Spiegelscherben und teuflischen Erlebnissen dreht. Nein, auch Lust, Liebe, Sehnsüchte und Freundschaft spielen eine Rolle.

Ein düsteres Intro führt den Zuhörer in das neue Albumuniversum ein: Herzlich wird der Zuhörer zu "Brot und Spiel" eingeladen. Der erste Track entpuppt sich gleich als rasanter Rocksong, welcher in tanzwut-typischer Art mit Dudelsäcken untermalt wird. Das nächste Lied überzeugt mit ähnlicher Härte. Mit eingängiger Art und Weise besingt der Teufel die "Brüder im Geiste". Schon folgt der titelgebende Song, den man bereits aus dem veröffentlichten Musikvideo kennt. Er repräsentiert den Albumtitel und die Vielfalt der Platte ziemlich gut: Spannungsgeladen, düster, tanzbar und rockig. Besonders auffallende ist die stimmliche Variabilität, welche der Sänger in erzählenden und gesungenen Parts unter Beweis stellt. Der vierte Track "Spielzeugland" sticht aus dem Gesamtkonzept des Albums heraus - sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Der Song ist weitaus leichter, unbeschwerter, softer und optimistisch. Die Dudelsackmelodien holen das Lied zurück in die Tanzwut-Linie - auch wenn sich dieser Song, meiner Meinung nach,  nicht recht ins "Freitag-der-13."-Konzept einfügt. Marschrhythmen schließen sich an und Melancholie macht sich breit.

"Die Zeit heilt alle Wunden" ist wieder etwas langsamer, aber weitaus klangvoller und stärker als der vorangegangene Song. Schnelle, melodiöse Dudelsackklänge leiten "Ohne Sünde" ein, welcher einer der stärksten Tracks der Platte ist. Teufels Stimme inszeniert den Text, welcher musikalisch optimal untermalt wird. Ein super Ohrwurm. "Der Zeitdieb" kommt wieder etwas härter daher und auch hier kann ich nur wieder betonen, was für ein großer Fan ich von Teufels Stimme während der rezitierten Parts bin. Titel Nummer Acht "Niemals mehr" ist die langsame Nummer der Platte, die man wohl auf jedem Album erwartet. Nichts desto trotz ist dieser Song keinesfalls schwächer als einer der vorangegangenen Tracks. Als Hörer wird man von diesen Klängen nicht unbeeindruckt bleiben. "Des Teufels Braut" ist wieder ein einfacher rockiger Tanzwutsong - wie man bei dem Titel nicht anders erwarten kann. Lied Nummer Zehn wird von treibenden Drums eingeleitet. "Vorbei ist vorbei" ist jedoch wieder etwas gesinnter, etwas einfach gehalten.

Weitaus einfältiger und spannender ist die Reise ins "Spiegelkabinett". Dieser Song wirkt weitaus fülliger. Die Gitarren kommen natürlich auch nicht zu kurz, so wie es eben sein muss. Den Refrain bildet ein eingängiger Reim, der direkt zum Mitsingen einlädt. "Bis der Morgen graut" beinhaltet einige schnelle, akzentuiert eingesetzte Dudelsackmelodien -welche allerdings noch ihr Solo im Mittelteil des Songs erhalten sollen - und überzeugt vor allem durch die erzählenden Lyrics und die elektronischen Elemente. Und schon bin ich beim letzten und dreizehnten Lied des Albums angekommen: "Wenn wir untergehen" ist eine pathetische Hymne und bildet einen gelungenen, kraftvollen Schluss der Platte.

Alles in allem kann man sagen, dass sich Tanzwut klar ihrem Stil treu bleiben und Gitarren, mittelalterliche und elektronische Klänge in gekonnt-einzigartiger Weise zusammenfließen lassen und diese mit Teufels mannigfaltige Stimme großartig komplettieren. Das Album ist also eine souveräne Leistung die den treuen Fan überzeugen wird.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Band im Gegensatz zu manchem Genrekollegen ihre Härte beibehalten, was sie mit ihrem Album "Freitag der 13." erneut beweisen.

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