Review

SYMPHONY X - Underworld31.07.2015

SYMPHONY X - Underworld

SYMPHONY X - Underworld

verfasst von Karla the Fox

Herzlich Willkommen in der Unterwelt, begleitet vom amerikanischen Prog-Quintett Symphony X. Das Gespann darf sich gerne 'Symphony' nennen, denn ihre Kompositionen sind virtuos und komplex. Da steckt eine ganze Menge drin, was sich einem erst beim zweiten, dritten, vierten Hören eröffnet.

Underworld ist laut und schnell. Es ist aber auch heiter. Symphony X sind nicht so sehr Prog, dass es den Wumms wegnimmt. Sie haben halt Keyboardeinsätze und einen nicht linearen Songverlauf. Manche ihrer Tracks sind 9 Minuten lang (!), viele etwa 5. Da können sich die eigentlich wenigen Lieder ziemlich ziehen.

Der Opener ist in Underworld eine majestätisch sakrale 'Ouverture', viel Pomp, viel Kraft, lupenreine Produktion. Die ausdrucksstarken Details auf den Masken und Symbolen des Covers sind eine schöne Versinnbildlichung der Symphony-Musik. Je genauer man hinsieht, desto spannender. Die Gitarrenläufe sind wahnsinnig gut, der Beat wird nie Schwächer. Glanzstück der Band ist allerdings Shouter Russell Allen. Gibt viele Metalsänger, deren 'Talent' gerade mal für Gegrummel und schrilles Gejaule taugt, im Metalbereich hin und wieder akzeptabel, doch Allen stielt ihnen allen (^^) die Show..

Ich glaube kaum, dass das Gespann aus New Jersey auf ewig ganz oben auf meiner Liste aufsteigen wird, aber das Album gefällt, das vorherige Wirken der Band eigentlich auch und der ein oder andere Song könnte doch für die EWigkeit hängen bleiben. "Charon" hebt sich dadurch ab, dass es exotischer ist als der Rest, "Without You" ist radiotauglich ruhig und dann ist da noch der Eingangslauf von "Run With The Devil" - aber wenn man will, findet man in jeder einzelnen Sekunde dieses Albums irgendetwas Interessantes oder Unbekanntes. Wem das zu anstrengend ist, der kann einfach diese tolle Stimme genießen.. oder mal versuchen, eine Passage auf irgendeinem Klangwerk nachzuspielen. Der progressive Stil mischt sich mit Power-Elementen und Trash, einer Zeit oder Gegend zuordnen kann man den Sound nicht. Symphony X haben ihren eigenen gefunden, das ist cool.

Alles in allem ein Album, an dem es nicht viel zu meckern gibt. Es lässt wenige Atemmomente und läuft länger als man denkt, ansonsten nur positive Überraschungen. Daumen hoch. 

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