Review

STORMHAMMER - Echoes Of A Lost Paradise04.07.2015

STORMHAMMER - Echoes Of A Lost Paradise

STORMHAMMER - Echoes Of A Lost Paradise

verfasst von Karla the Fox


'Echoes Of A Lost Paradise'. Das hört sich gar nicht so anders an als das andere Album welches ich gerade frisch bekommen und mir zu Gemüte geführt habe, Dark Memorials von Sinister. Während ich von ersten mehr erwartet hätte, treffen Stormhammer mit ihrem Album eher meinen Nerv. Die Konzeptideen sind natürlich vollkommen unterschiedlich. Sinister wollen ihre Helden ehren, Stormhammer eine Zeit, ein Lebensgefühl, eine Gegend. Valhalla und so. Segeln wir also mit ihnen in eine vereister Stadt, deren kalte Schönheit uns gefangen nimmt.

Als festes Line-Up sind Stormhammer zu fünft, im Studio wurden sie von drei weiteren Musikern an der Gitarre, dem Keyboard und scheinbar als Orchesterdirigent unterstützt. Diese Besetzung gibt der Aufnahme eine Tiefe und Breite die überzeugt. Hier findet man kaum merkliche Choräle, Momente der 'Stille' in denen einzelne Instrumente glänzen dürfen, mehrstimmigen wie einstimmigen Gesang,... es ist viel, was sich auftut, je genauer man hinhört, desto mehr. "Fast Life" ist wie der Name andeutet, eine sehr flotte Nummer, wohingegen der darauf folgende Titelsong zur Ruhe anhält und mit biblischen Verkündungen lockt bevor die Gitarren losbrechen dürfen und mit Freude herumtanzen. Der Gesang von Fronter Jürgen ist nicht der, den man überall und jederzeit wiedererkennen würde, er ist aber passend für die Musik und vom Producer so eingestellt, dass er keinem anderen die Show stielt, ein wenig eingedullt und dennoch prägnant.

Es gibt auf diesem Album stärkere und schwächere Momente. Einen einzigen Favoriten kann nicht nenne, genauso wenig einen Song, den man lieber überspringen sollte. Eine Pause von der Dauerpower gönnen sich Stormhammer erst ziemlich spät. "Into Darkest Voids" beruhigt unseren Puls mit einem Einstieg welcher sich Richtung "Nothing Else Matters" orientiert und der Song lädt dazu ein, seinen Nachbarn in den Arm zu nehmen und gemeinsam das einsame Leben zu beklagen. Die "Promises" des Lebens sind aber zu schön um den Mut zu verlieren. So musizieren Stormhammer und ihre Freude fröhlich weiter bis zum Ende eines Albums, das man sich durchaus mal anhören kann, bei dem man aber keine Weltrevolution verpasst für den Fall, dass man nicht dazu kommen sollte. Hm, ich scheine mich geirrt zu haben und habe doch noch einen Liebling gefunden: das von einem hoffentlich echten Klavier angeführte "The Ocean" am Ende des Albums. Wer liebt nicht ein bisschen Seemannsschmerz? Der Ozean wird nur als Metapher benutzt doch die Atmosphäre stimmt. "I wish you had a better life", singt Jürgen in der Ballade für eine Unbekannte bevor die Gitarre verspielt und unaufdringlich zeigt was sie kann. Nach dem kurzen Song ist es aus und man hält kurz inne.

Fazit: ein schönes Album, dass immer funktioniert und eine Band, die was kann aber nicht übertreibt. Super Sache für zwischendurch.
Schöne heiße Sommertage wünsche ich noch.

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