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SPITEFUEL - Second to None 18.02.2017

SPITEFUEL - Second to None

SPITEFUEL - Second to None

verfasst von Karla the Fox

SpiteFuel? Wörtlich übersetzt "Zündstoff für den Trotz"? Lustiger Bandname, den sich Frontmann Stefan Zörner und seine Kumpanen da ausgedacht haben. SpiteFuel ist eine geübte Band, denn sie sind die Fusion zweier Gruppen, die sich leider aufgelöst haben. Die eine Hälfte kommt aus der um Heilbronn angesiedelten Truppe Strangelet, die andere aus einer Metalband namens Devil's Darling. Strangelet hatten es geschafft, sich in kurzer Zeit im Underground einen Namen zu machen. Sie waren eine der wenigen jüngeren Bands, die sich den Sleaze auf die Fahne geschrieben hatten und dann auch noch mit einem bereits etablierten Sänger, der sich junge, frische Nachwuchsmusiker ins Boot geholt hatte - mit einer Frau am Schlagzeug, die den Jungs gezeigt hat, wer den Beat angibt. Doch Strangelet sind Geschichte und die sympatischen Musiker machten nahtlos weiter. Innerhalb kürzester Zeit stand die neue Formation inklusive Design und allem. Ich habe es mehr oder weniger live mitbekommen und war beeindruckt.

Mit "Second to None" schenkt uns das Quintett nun ihr erstes Album. Sie haben bereits eine Single herausgebracht, das markante "Sleeping With Wolves". Es wurde von der Presse gelobt und machte sich als erstes Lebenszeichen der Band wahrlich nicht schlecht. Der Sound ist ein ganz anderer als der von Strangelet. Sie selbst sagen, es sei "Metal with Hard Rock Influences" und genau so würde ich es auch einschätzen. Irgendwo genau dazwischen. Viel Krach, viel Power, aber auch viel Melodie und Gefühl. Die Riffs und Beats sind sehr klassich, geprägt von der NWoBHM. Stefans Stimme wird immer wieder von Chören und Harmonien unterstützt. Ich höre, was dahinter steckt, kann mich aber noch nicht so ganz mit der Abmischung derer anfreunden. Instrumental spielen sie mit Intros, die den Hörer durch die Welt reisen lassen. 

Meine Meinung zu dem Album kann ich nicht eindeutig zusammen fassen. Ich mag es, habe es auf einer langen Autofahrt gleich mehrfach gehört und mich gefühlt, als würde ich über die Straße fliegen. Die "Wolves"-Single ist sehr lang aber stark. Das Feeling ist manchmal distanziert und träumerisch, manchmal auf die Zwölf. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie älter und ernster sein wollen, als sie sind und muss gleichzeitig über das Logo der Band und seinen Einsatz auf dem Merch schmunzeln. Es fehlen mir auch die Songs, die alles in den Schatten stellen und der Strangelet-Stil hat mir noch besser gefallen, unabhängig davon, ob ich die eingefleischte Sleazerin bin oder nicht. Ich würde die Band auf alle Fälle weiter verfolgen. Sie werden reifen und in ihre Songs hineinwachsen. Dann werden wir bald eine wirklich starke Truppe harter Kerle vor uns stehen haben.

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