Review

SOULFLY - Archangel26.08.2015

SOULFLY - Archangel

SOULFLY - Archangel

verfasst von Jana W.

Max Cavalera ist wahrlich ein vielbeschäftigter Mann. Der Mitbegründer von SOULFLY und Ex- Frontmann von Sepultura ist derzeit in drei Projekten aktiv. Nach dem letzten erschienen SOULFLY Album folgten für ihn ein weiteres Release mit einem anderen Projekt, sowie zahlreiche Touren. Mit der Veröffentlichung der neuesten SOULFLY- Scheibe Archangel im August dieses Jahres werden in der Szene nun Stimmen laut, die ihm einen Verzicht auf Qualität zugunsten von Quantität unterstellen. Ob dies nun stimmt oder nicht wird sich zeigen. Deutlich wird aber bei diesem Album, wie schon auf vorherigen Aufnahmen, dass SOULFLY sich deutlich von ihren Wurzeln entfernt haben, weg vom SEPULTURA- Klang und hin zum eigenen Sound.

Hart und brutal wird es gleich zu Beginn mit dem ersten Song We Sold Our Souls To Metal. Sowohl die Lyrics als auch das Songwriting, obwohl mit durchdachter Aussage, sind hier eher schlicht und simpel, während sich der Leadgitarrist mit dem rasanten Riff im ersten Teil des Songs an seinem Instrument die Fingerkuppen wund zu spielen scheint. Zum Ende hin ebbt das Tempo ein klein wenig ab, und Obwohl die Finger immer noch auf Spitzengeschwindigkeit zu arbeiten scheinen, scheint hier hinter den aggressiven Screams des Frontmanns ein melodischer Unterton durch. Der nächste Song, Archangel, scheint im Gegensatz zu seinem Vorgänger schon beinahe langsam, jedoch ohne den Thrash Metal Sound à la SOULFLY zu verlieren. Der Introriff von Sodomites versetzt anschließend für einige Sekunden in ein anderes Genre und ein völlig anderes Album; kurz erklingt etwas, das ebenso aus der Feder von Alexi Laiho stammen könnte, bevor dann der thrashige SOULFLY Sound wieder das Steuer übernimmt. Das Folgende ist sowohl in der Komposition, als auch in den Lyrics eher repetitiv, allerdings ist Sodomites ein gutes Beispiel für das Konzept simpel aber wirkungsvoll, und gehört zu den stärksten Stücken auf Archangel.

Ein Highlight der Platte ist Shamash. Der Song findet eine perfekte Balance zwischen sehr schnellen und etwas langsameren Elementen, sowie dem simplen, eingängigen Gitarrenriff und vielseitigen Melodieelementen. Trotz des relativ hohen Tempos ist Shamash in großen Teilen einer der langsameren Titel auf dem Album, da SOULFLY sich offenbar zum Ziel gesetzt haben, beim Headbangen keinen Raum fürs Luftholen einzuräumen. Einer der Tiefpunkte der Scheibe befindet sich dagegen in Live Life Hard!, als Max Calavera den Versuch unternimmt, sein Screaming in eine höhere Tonlage zu transportieren. Aber immerhin ist nun sicher: tiefe Screams stehen ihm ausnehmend gut, hohe dagegen eher nicht.

Fazit:
Als kein besonders großer Kenner von SOULFLYs früheren Werken lassen sich die Vorwürfe eines Qualitätsverlusts weder dementieren noch bestätigen. Archangel bietet aber ein solides und originelles Stück Thrash Metal, und das Album ist um einiges abwechslungsreicher als zahlreiche Scheiben des Genres, die in der nahen Vergangenheit erschienen sind.

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