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SIRENIA - The Seventh Life Path26.04.2015

SIRENIA - The Seventh Life Path

SIRENIA - The Seventh Life Path

verfasst von Kalle

Im Moment kommt ja nur geiler Stoff aus den nordischen Ländern, kann das sein? Mit "The Seventh Life Path" kommt nämlich ein weiteres Meisterwerk aus Norwegen angerauscht. Es ist das siebte Album von Sirenia was seit der Gründung 2001 auf den Markt gekommen ist. Einzig Morten Veland ist als Gründungsmitglied von damals noch dabei, da die Band leider schon einige Besetzungswechsel hinter sich hat. Aber das hat der Band bisher nicht geschadet, denn sie sind immer stärker daraus hervor gegangen. Die letzten Wechsel liegen nun auch schon sieben Jahre zurück und von daher hat sich die Band längst eingespielt und ist aufeinander abgestimmt.

Und das neue Album? Nun, es beinhaltet elf Songs mit feinstem Symphonic Metal, geparrt mit ein wenig Dark Metal. Manch einer mag diese Mischung Gothic Metal bezeichnen, doch soweit würde ich ehrlich gesagt gar nicht gehen. Symphonic Dark Metal klingt da irgendwie besser, auch wenn Gothic Metal kürzer ist, aber für das Gothic ist es mir dann doch etwas zu melodisch geworden. Genau diese melodischen Klänge, gemischt mit flottem Tempo machen dieses Album so verdammt stark. Es wird euch ein ordentliches Musikpaket geboten. Dabei spielt es keine rolle ob ihr auf melodische Gitarrensoli steht oder eher Freunde von Keyboardmelodien seid. Sirenia haben für jeden Geschmack etwas dabei, ohne dabei zu künstlich zu wirken. Manch Band übertreibt ja gerne Mal mit den Keyboardelementen, doch das ist hier nicht der Fall. Auf der Platte habt ihr die perfekte Mischung und Harmonie von Keyboard, Drums und Gitarre. Auch Freunde der dicken Saiten kommen auf ihre Kosten. Dafür empfehle ich den Song "Once My Light", der eine interessante Bassspur aufbietet. Dank des guten Masterings ist die Platte sehr gut abgemischt und man kann eben genau diese Feinheiten gut raushören. Das Interessante ist aber, dass Sirenia gar keinen offiziellen Bassisten in der Band haben. Warum Bandleader Morten darauf verzichtet ist mir leider nicht bekannt. Dafür mischen die anderen drei Mitglieder auf dem Album ordentlich mit.

Drummer Jonathan Perez kann sich in vielen Passagen austoben und so richtig auf die Fußmaschine treten und die Snare und Becken bearbeiten. Die Becken hätte man vielleicht noch ein Tick klarer machen können, denn hin und wieder gehen sie in den Stücken unter. Die Gitarristen Michael und Morten spielen satte Riffs, die für ordentliche Härte sorgen. Und was erwartet euch gesanglich? Ailyn, die gebürtig Pila Giménez Garcia heißt, ist die glückliche Gewinnerin gewesen, die 2008 aus 500 Bewerberinnen ausgewählt wurde und die neue Stimme bei Sirenia wurde. Und das passt wie Arsch auf Eimer. Die Frau hat eine Engelstimme, die sie auch gut einzusetzen weiß. Die Songs sind ihrem voluminösen Organ auf den Leib geschnitten und sie kann nicht nur diese Operntöne bringen, sondern überzeugt vor allem durch ihre klare Stimme. Wenn die sich auf der Platte mit den Growls von Morten mischen, dann bekommt man hier und da schon ordentlich Gänsehaut. Die Growls sind nicht unklar und unkoordiniert gebrüllt, sondern verständlich und an den richtigen Stellen angebracht, für mein Gefühl. Im Song "Elixir" stehen sie sogar ganz im Fokus, denn da singt Ailyn nur sehr wenig und überlässt Morten das Mic. Weiterhin arbeitet man gerne mit Chören auf dem Album, was mir sehr gefällt, da sie der kräftigen Musik noch diesen gewissen epischen Hauch geben.

Im Gesamten ist Sirenia hier wirklich eine grandiose Platte fabriziert, die in jedem Song seine Highlights hat. Das ruhigste Stück hat man sich mit "Tragedienne" zum Ende aufgehoben, damit ihr noch einmal so richtig Putenpelle bekommt. Das Album kann, ohne langweilig zu werden, in Dauerschleife rotieren und man wird lange Freude daran haben. Absolute Empfehlung von meiner Seite her.

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