Review

SINNER - Tequila Suicide17.04.2017

SINNER - Tequila Suicide

SINNER - Tequila Suicide

verfasst von Karla the Fox

Der Name Matt Sinner dürfte jedem Rockfan etwas sagen, aus verschiedenen Zusammenhängen. Mit seiner eigentlichen Hauptband Sinner bringt er allerdings nur alle paar Jahre ein neues Album auf den Tisch. Seit 2013 gibt es nun also den ersten Output des leidenschaftlichen Songwriters unter dem Dach der Sinner-Band und dieser trägt den Namen Tequila Suicide. Ein sogenannter Sugar Skull wie er in Mexiko gezeichnet wird, prangt das farbenfrohe Cover der Platte.

Latinomusik gibt's aber nicht. Wer das erwartet, ist falsch. Überrascht wurde ich von dem ein oder anderen Fantasy-getriebenen, sehr epischen Song im Stile von Bands wie Manowar, Majesty oder Blind Guardian. Ich hätte beim Erscheinungsbild von Sinner eher deftigen Rock'n'Roll erwartet. Zum Beispiel gibt es da den Song "Dragons". Anscheinend geht es um Frauen, die gerne mal zum Drachen werden können. Die Machart des Songs und die Hauptzeile "Dragons are real" bringen bei mir aber den falschen Eindruck, als seien Sinner plötzlich in einer zauberhaften Mittelalterwelt gelandet - was irgendwie nicht passt. Ähnliche Story bei "Battle Hill".

Der Rest der Platte schlägt schon eher in die Richtung, wie ich es gedacht hatte. Wobei es auch überraschend ist, dass sehr viele Titel mit schmerzvollem Inhalt vertreten sind. Vielleicht daher auch der Werkname "Tequila Suicide". Irgendein Protagonist versucht, seinen Schmerz und Liebeskummer in Hochprozentigem zu ertränken. Gerade der Anfang der LP ist jedoch von freudigen Gute Laune Songs geprägt. Auch hier fließt inhaltlich viel Alkohol und Sinner holt ab und an den vermeintlichen Iren in sich heraus ("Go Down Fighting", Thin Lizzy gehören zu seinen großen Helden). Bei einem der traurigen Stücke, "Sinner Blues" kommt der Amerikaner raus, dessen Stimme vom Whisky aufgeraut wurde. Alles nix Mexiko, aber immerhin Abwechslung. Die Aufnahmen sind sehr emotional, nicht zuletzt durch breite Chöre in den Refrains und die Texte zeigen die Verletzlichkeit selbst der härtesten Rocker. "Love is blind, love is blind, love is cruel".. nur als Beispiel. Die Songs sind nicht komplett neu in ihrer Art, gefallen aber intuitiv. Somit hat Tequila Suicide den Test bestanden.

PS: Es haben sich einige hochkarätige Gastmusiker auf dem Album versteckt, zum Beispiel Gus G und Magnus Karlsson. Da ich mit deren Signaturesound aber nicht vertraut genug bin, kann ich nicht sagen, wer bei welchem Song mitklampft. Und auf der Bonusedition gibt es noch drei weitere Songs, die Kalle-Rock.de nicht vorliegen. Hier gibt es also noch einige Überraschungen.

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