Review

SIMUS - Vox Vult19.01.2015

SIMUS - Vox Vult

Simus - Vox Vult

verfasst von Karla The Fox

Simus, die bei Bakerteam Records unter Vertrag stehende Formation aus Como, Italien, bringt mit Vox Vult ein starkes Stück progressiven Hartmetall auf den Markt. Es fängt mit dem kultischen Intro Giano an und geht danach nicht etwa in sanfte Gefilde über, sondern lehrt dem Hörer gehörig das Fürchten. Dichte, rausgehämmerte Lagen von Sound umgeben einen bis zur absoluten Vernebelung. Man kann dazu genauso gut einschlafen (wenn nicht zu laut gespielt) wie sich auf der Tanzfläche die Seele aus dem Leid rocken. Die Spielfreude der Jungs überträgt sich sofort. Ihr auffälliger Tribe Look dürfte ebenfalls etwas sein, woran man eventuell ihre Fans auf Festivals erkennen könnte. Kriegsbemalung heißt das im Volksmund und sieht von Stilrichtung zu Stilrichtung anders aus. Simus haben ihren eigenen kreiert.

Musikalisch sind sie nicht ganz so innovativ (hat man in der Richtung irgendwie, irgendwo, irgendwann alles gehört) und doch haben sie etwas Unverwechselbares an sich. Vielleicht die Tatsache, dass sich von außen schwer definieren lässt, was in dieser Musik drinsteckt. Die schreiende Maske auf dem Cover sieht mehr nach unrhythmischer Weltmusik aus den Tiefen des Dschungels aus als nach vier jungen Kerlen aus dem Süden Europas. An ersteres kommt noch am ehesten Requiem For My Moon heran. Die Trommeln sind schon cool...

Immerhin, ihre Songs haben nämlich Lyrics aus mindestens zwei Sprachen, nämlich Englisch und Italienisch. Ob da ein Konzept dahintersteckt oder ob es sich einfach so ergeben hat, weil es vielleicht auf Italienisch schöner klingt, man mit Englisch aber mehr Erfolg haben kann, weiß man nicht.

Ich habe zum Beispiel bei Mantis keinen blassen Schimmer worum es geht, nur dass irgendwann eine Frau im Hintergrund stöhnt. Ist also vielleicht besser so, dass es italienisch ist...

Den größten Pluspunkt gewinnen die Südländer für ihr das Musizieren selbst. Wirklich starker Sound, den man den gesamten Tag hoch und runter laufen lassen könnte, sei es nun, wie bereits angedeutet, als Begleitmusik oder als Hauptkonzentrationspunkt. Gitarre und Schlagzeug wissen zu überzeugen.
Schwerfallen tut es schon eher, irgendwelche Texte zu verstehen (auch die englischen), geschweige denn mitsingen zu können. Die punkige Stimme des Sängers ist über lange Strecken wie von einer Nebelwand verhangen. Absicht? Damit man den Rest der Band besser hört? Oder damit es eine Live Atmosphäre verschafft? Medizin für alle, die mal vom Alltag abschalten und sich in Musik verlieren wollen.

Favoriten: die Powerballade Bitter Taste sowie der spacige Abschlusskracher The Golden Pendulum Of Babylon (ohne den gotischen Gesang)

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