Review

SHADOWS OF MINE - Otherworld09.08.2017

SHADOWS OF MINE - Otherworld

SHADOWS OF MINE - Otherworld

verfasst von Kalle

Ich bin ja persönlich kein großer Freund von Genres, die Core in ihrem Namen tragen. Es gibt hier und da aber immer wieder Ausnahmen, die mein Interesse geweckt haben. Shadows Of Mine sind eine solche Formation. Gut.. ich kenne die Band persönlich schon ein paar Jahre und habe einige Auftritte betreut und fand den Stil schon live ziemlich cool. Nun kommt mit Otherworld eine neue EP heraus, die sich durch Crowdfounding finanziert hat. Was bekommt man jetzt hier?

Das Genre in den fünf Songs nennt sich RootCore, so bezeichnet sich die Band selbst. Typisch für den Sound von SOM ist der klare Gesang von Sängerin Betty und die düsteren und tiefen Growls von Martin, gepaart mit harten Riffs, krachenden Drums und einem Hauch an Melodie. Fünf Songs gibt es insgesamt auf die Ohren gedrückt. Der Opener "The Fading" macht musikalisch richtig Lust, hat aber ein kleines Manko zu Beginn. In den Strophen klingt mir Betty zusehr nach Takt gesungen und daher abgehakt. Das behebt sie im Refrain aber direkt, leider aber nicht in der zweiten Strophe. Der Mittelpart lädt sofort zum Headbangen ein. Wenn Martin mit seinen Growls loslegt, dann merkt man wofür die Musik eigentlich ausgelegt ist.

"In My Restless Dreams" ist Song Nummer zwei auf der EP und startet recht beschaulich. Nach 25 Sekunden knallen die Gitarren los und lassen euch abtauchen in das musikalische Bett. Betty arbeitet in ihrer Stimmme gut mit verschiedenen Tonlagen, könnte aber hier und da nochmehr probieren in die Höhe zu gehen. Das würde im Gesamten vielleicht noch etwas mehr Kontrast ergeben. Der hintere Teil ist was für Moshpit und Headbangerfreunde. Einfach nur diese typischen Riffs, wo der Kopf gar nicht anders kann und sich bewegt.

Mein Highlight der EP ist "For Freedom´s Sake". Der Track hat mächtig Power in sich. Von der ersten Sekunde wirkt er auch nicht ganz so düster und eine entscheidene Entwicklung wurde hier gemacht. Man hat Effekte über Betty ihre Stimme im Refrain gelegt, so das ein kleiner Hall entsteht. Das wirkt gleich viel bombastischer und gibt dem Song eine mächtige Wirkung. Absoluter Volltreffer! Martin´s Growls gehören übrigens zu der Kategorie "Verständlich". Man muss nicht zwangsläufig raten, was er das singt.

Ein Song der mir ebenso gefällt ist die balladig angehauchte Nummer "It Could Have Been More". Hier wird auf Growls verzichtet und man hat ein schönes Gitarrensolo drin. Der Track haut mich glatt um, weil er eben nicht so krass daher kommt, sondern Melodien hat und Gefühl in sich trägt. Allerdings ist auch der Songtext ein Grund für Gänsehaut.

"Phoenix" ist der letzte Song auf der Platte und auch hier gibt es wieder die Effekte über die Stimme, was den Song enorm stark klingen lässt. Hier spührt man nochmal diese starke Mischung zwischen Clear-Vocals und Growls - gefällt mir ausgesprochen gut. Allerdings ist mir hier das Gitarrenspiel im Mittelpart einfach zu simple und abgehakt. Da hätte ich etwas mehr Kreativität erhofft.

Im Gesamten könnt ihr mit dem Werk von Shadows Of Mine aber überhaupt nix falsch machen. Mich haben sie ein wenig an die Leipziger Band Deadend In Venice erinnert - die es leider nicht mehr gibt. Ihr bekommt mächtige Tracks, müsst hier und da aber ein paar Abstriche in Qualität des Gesangs und mancher Riffs machen. Daran wird die Band sicher arbeiten. Der Grundstein ist mehr als gelegt für mehr Material und gute Live-Shows!

Übrigens... würdet ihr nicht wissen, welchen Sound SOM machen, so würdet ihr bei dem EP Cover nicht davon ausgehen, das euch solch Töne um die Ohren fliegen. Das Cover schaut eher aus, als würde man Entspannungsmusik mit Klangschalen hören. Wobei... entspannen kann man bei den Tönen von Shadows Of Mine auch ganz gut. Also... laut aufdrehen!

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