Review

SEVEN KINGDOMS - Decennium26.04.2017

SEVEN KINGDOMS - Decennium

SEVEN KINGDOMS - Decennium

verfasst von Ben S


Morgens um 05:30 Uhr in der Berliner S-Bahn. Der fleißige Rezensent schaltet seinen MP3-Player ein, um sich endlich wieder in etwas hineinzuhören, was er ausführlich besprechen kann. Hm, auf seinem Display steht "SEVEN KINGDOMS" und dem tüchtigen Schreiberling ist klar, dass es sich hierbei um eine Portion Power-Metal handelt... So wird in Erwartung entsprechender Klischees die Play-Taste gedrückt und ja, manchmal wird man dann doch noch überrascht und erkennt, dass sich nicht alles über einen Kamm scheren lässt.

Denn was dort aus den Kopfhörern des Autors schalt, ist eine starke und extrem kraft- und druckvolle Mischung aus Power- und Thrash-Metal. So beschreibt es die 2007 in Florida gegründete Band selbst und ich, der Mann hinter diesen Zeilen, kann dies nur abnicken und bestätigen.

Gleich die erste Nummer "Stargazer" zeigt dem geneigten Zuhörer wo es langgeht und es werden keine Gefangenen gemacht. Eingängige Melodien, powervolle und galoppierende Gitarren und eine Dame mit einer sehr angenehmen Stimme am Mikrofon. Sabrina Valentin leistet wunderbare stimmliche Arbeit ohne in zu hohe und opernhafte Töne abzudriften. Ganz im Gegenteil, hat sie doch eine sehr warme Klangfarbe und weiß diese emotional wie kraftvoll einzusetzen. Dies hebt "SEVEN KINGDOMS - Decennium" erfrischend von vielen anderen Veröffentlichungen aus diesem Genre ab. Ich habe nichts gegen einen ordentlichen Keyboard-Teppich einzuwenden, aber es ist eine Wohltat, mal eine Power-Metal-Band zu hören, die fast ganz ohne dieses Stilmittel auskommt. Alle eingängigen Melodien sind reine und sehr gekonnte Gitarrenarbeit der Herren Camden Cruz und Kevin Byrd. Zum Teil erinnert deren Sound an frühere "Iced Earth", ohne sie zu kopieren. Dabei wirkt alles sehr frisch und unverkrampft und die luftige wie druckvolle Produktion lässt jedem Instrument genug Platz zum Atmen.

Es ist kein großes Wunder, dass diese ambitionierte Truppe anno 2010 von "Blind Guardian" selbst ausgesucht wurde, um ihre damalige US-Tour zu eröffnen und weiter verwundert es auch nicht, dass die kraftvollen und motivierten Amerikaner sich schon die Bühne mit Acts wie Queensryche, Firewind und Stratovarius teilen konnten.  

Mit ihrem aktuellem Longplayer "Decennium", welchen sie übrigens erfolgreich über Kickstarter finanzieren konnten, haben es "SEVEN KINGDOMS" mehr als verdient geschafft, auf sich aufmerksam zu machen. Bei Napalm Records hat das auch funktioniert und so wurde das energiegeladene Quintett durch die an den Tag gelegte "Do it yourself"-Attitüde gleich mal vom Fleck weg unter Vertrag genommen.

Eigentlich zu schade für den MP3-Player und den Zwischendurch-Konsum in der S-Bahn. Also CD in die Anlage, selbige aufdrehen und Fenster auf. Man darf und soll seiner Umwelt auch mal etwas Gutes gönnen.

Tracks:

01 Stargazer
02 Undying
03 In The Walls
04 The Tale Of  Deathface Ginny
05 Castles In The Snow
06 Kingslayer
07 The Faceless Hero
08 Neverending
09 Hollow
10 Awakened From Nothing

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