Review

SERIOUS BLACK - Magic30.08.2017

SERIOUS BLACK - Magic

SERIOUS BLACK - Magic

verfasst von Ben S.

Die Mannen von "SERIOUS BLACK" haben in nur vier Jahren eine Karriere abgeliefert, von der so manch andere Band, egal wie lange sie auch schon im Geschäft sein mag, nur träumen kann. Was sind die Gründe dieses Erfolges? Geniales Songwriting? Musikalische Raffinesse? Vielleicht aber auch ein Label, welches die Band extrem pusht? Oder ist es vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass "SB" gerade die Schiene melodischen Power Metals bedienen, der gut bei der Masse ankommt? Das Phänomen des poppigen-Power-Metal kann man ja ganz gut bei Truppen wie "Sabaton" und "Powerwolf" beobachten. Metal der zum Mainstream wird... Der Autor dieser Zeilen möchte explizit darauf hinweisen, dass er besagtes Phänomen weder ablehnt, oder gar schlecht findet. Auch er bzw. ich (Schluss mit der dritten Person) hört gerne gerade benannte Bands. Metal muss nicht immer nur Underground und schrabbelig sein. Zudem teilen wir doch auch gerne mal ein wenig mit dem Mainstream, oder etwa nicht?!

Aber kommen wir zurück zu dem dritten Album von "SERIOUS BLACK". Richtig gelesen, auch wenn es die Band erst seit 2014 gibt, besteht ihre Diskographie schon aus drei Werken, die alle innerhalb von drei Jahren auf den Markt gebracht wurden. Das ist erstens sehr ambitioniert und zweitens wirklich mehr als sportlich. Der Prozess des Songwritings kann bei der ein oder anderen Band ja schon mal ein paar Jahre verschlingen. Ich schiele jetzt mal ganz zufällig in die Ecke, in der Herr Hetfield sitzt. Aber gut, ich will erst gar nicht anfangen, vorliegendes Album mit einem Werk von "Metallica" zu vergleichen. Dafür sind beide Stile doch viel zu unterschiedlich. Aber trotzdem verwundert mich dieser schnelle Output doch ein wenig.

Die auf "Magic" versammelten Songs sind nämlich durch die Bank weg alle sehr wohl und gut durchdacht sowie gekonnt, raffiniert und gewitzt dargeboten. Man könnte meinen, dass in so kurzen Intervallen doch ein wenig die Kreativität der Musikschreibenden leiden könnte, aber dies scheint mir zum Großteil hier nicht der Fall zu sein. Riffs, Soli und Melodien stimmen und machen durchaus Spaß. Die Produktion macht auch eine gute Figur (auch wenn ich sie für zu glatt halte) und lässt jedem Musiker genug Platz, sich zu entfalten. Angenehm fällt auf, dass das Keyboard zwar präsent, aber nicht sehr dominant ist und das, obwohl wir es hier mit Power Metal zu tun haben.

Das liest sich doch jetzt alles wie eine Lobhuldigung an eine neue und erfolgreiche Kombo, nicht wahr?! Aber wo Licht ist, muss folglich auch Schatten sein. Denn auch wenn das Songwriting und die Darbietung gut und gekonnt ist, fällt beim genaueren Hinhören eine, für mich sehr prägnante, Sache auf. Es fehlt an Ohrwürmern und an etwas bei dem man denken könnte "ja, das war mal eine echt geile Passage". "SERIOUS BLACK" liefern zum dritten Mal hintereinander ein gutes und mehr als solides Album ab, aber trotzdem schaffen sie es bei mir (noch) nicht, zu etwas Besonderem zu werden.

Viel Melodie für eine möglichst große Zuhörerschaft, leider ohne Ecken und Kanten. Wer Power-Pop-Metal mag, darf gerne zugreifen.


Tracks:

01. With A Tip Of The Hat
02. Binary Magic
03. Burn! Witches Burn!
04. Lone Gunman Rule
05. Now You´ll Never Know
06. I Can Do Magic
07. Serious Black Magic
08. Skeleton On Parade
09. Mr. Nightmist
10. The Witch Of Caldwell Town
11. True Love Is Blind
12. Just Kill Me
13. Newfound Freedom
14. One Final Song




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