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SELENE - The Revages of Time12.05.2017

SELENE - The Revages of Time

SELENE - The Revages of Time

verfasst von Karla the Fox

Darf ich vorstellen? Selene sind eine junge Symphonic Metal Band aus dem wunderschönen Nordirland. Sie haben viele EPs veröffentlicht und 2015 ihr Debutalbum 'The Forgotten'. 'The Revages of Time' ist ihr zweites und viele Publikationen sowie der Infotext der Band sagen, es sei härter und besser als der Vorgänger, den ich bisher leider nicht hören konnte. 'The Forgotten' wurde bereits viel gelobt und die Band hat auf großen Festivals in Irland gespielt. Von der Insel runter haben sie es aber noch nicht geschafft. Vielleicht klappt es mit diesem Release. Das Album ist typisch für das Genre des Female Fronted Symphonic Metal. Hohe, schöne, operntaugliche Stimme, eine männliche Band im Hintergrund, hier und da mittelalterliche Zupfinstrumente und die ein oder andere Klavierballade. Sie sind nicht besser aber auch nicht schlechter als Genrekollegen und daher denke ich schon, dass Selene in größeren Teilen Europas Gehör finden könnten.

Als alter Musicalmensch mag ich die epische, gefühlvolle Stimmung, in die einen solche Songs versetzen, sehr. Die Frontdame singt verständlich, sie übertreibt auch nicht mit der Höhe ihres Gesangs. Mir kommt die Frage in den Sinn, ob es solche Bands eigentlich auch mit Männern am Mikrofon gibt. Wenn jemand eine kennt, bitte melden. Die Hintergrundstimmen von "The Great Heart" machen Eindruck, aber ich glaube, es ist ebenfalls Shonagh (so der Name der Sängerin). Einzig in "Burning Bridges" meine ich, dass wir es mit einem Duett zu tun haben. Der Song "Ashes" deutet im Gitarrenintro fast fröhliche Laune an, was aber natürlich bald im Keime erstickt wird. In "Our Regrets" werden die Töne tiefer, "Wonderland" erzählt uns eine Geschichte und "This Life" trönt die Traurigkeit der Gesamtstimmung als leise Klavierballade. Zu guter Letzt bietet das überlange "The End of Time" ein paar gekonnte Instrumentalexperimente. Insgesamt würde ich der Band, falls es ihr irgend möglich ist, empfehlen, mit einem großen Sinfonieorchester zusammen zu arbeiten. Es verleiht der Musik weitere Stärke. Ferner würde ich an der plastischen Optik der CD-Cover arbeiten. Doch auch das scheint ein typisches Erscheinungsbild der Stilrichtung zu sein.

Als Fazit würde ich sagen, dass Selene in der Tat alles richtig machen und viel musikalisches Talent beweisen. Leider kann ich ihnen aber keine Einzigartigkeit attestieren, weder in der Optik, noch in den Themen oder der Musik selbst. Ich wünsche ihnen also, dass sie nicht wieder vergessen werden, nachdem sie mit "The Revages of Time" auf dem ganzen Kontinent Fuß gefasst haben.

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