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SCHWARZER ENGEL - Imperium I - Im Reich der Götter 22.04.2015

SCHWARZER ENGEL - Imperium I - Im Reich der Götter

SCHWARZER ENGEL - Imperium I - Im Reich der Götter

verfasst von Jenny G.

"Im Reich der Götter" Bereits der Name des ersten Teils des schon Ende 2014 angekündigten Imperium-Zweiteilers lässt Großes vermuten. Das 2007 von Dave Jason gegründete Dark Metal Projekt Schwarzer Engel machte sich schon früh durch Gastauftritte einiger Szenegrößen wie Liv Kristine (In Strict Confidence) und Alexander Kaschte (Samsas Traum) auf sich aufmerksam. Nach der Veröffentlichung des letzten Albums 2013 tourten Schwarzer Engel mit Eisregen und Debauchery. Obwohl der Musikstil sich eher im Metal ansiedelt, findet es in der Gothicszene einen weitaus größeren Anklang, was nicht zuletzt auch einigen Auftritten in etablierten Szenefestivals und einer Tour als Support der Kultband ASP zu verdanken ist. Doch nun hat der schwarze Engel seine Schwingen längst über sein eigenes musikalisches Reich ausgebreitet und regiert dort mit düsteren Melodien, zerstörerischen Texten und brachialen Gitarrenriffs.

Gewohnt finster und dramatisch geht es mit "Götterdämmerung" los. Es macht sich eine bedrohliche Stimmung breit. Ein Opener wie aus einem Fantasy Hollywood-Film. Fesselnd. Das Heer der großen schwarzen Vogels legt gleich richtig los. "Gott vs Satan" brachialer Metal wunderbar mit spannenden klassischen Elementen untermalt. Wer die Schlacht wohl gewinnt? Der dritte Titel "Herrscher der Nacht" ein sehr melodischer Titel, im Refrain schon fast balladesk dürfte die Stimmen der Untertanen im Publikum erwecken und ganze Beschwörungschoräle erklingen lassen bevor es dann mit "Schwarzkunst" wieder bedrückend flott weitergeht. Hier fallen wieder die sehr verspielten, kreativen symphonischen Elemente auf, die sich bei "Ave Maria" fortsetzen. So hat man einen Titel, der diesen Namen trägt garantiert noch nicht gehört. Laut, düster und fast schon aggressiv.

Mittendrin "Du". Schon der Name mag sich nicht ins Gesamtkonzept einfügen, macht aber genau deshalb so neugierig. Dennoch wird beim Hören schnell klar, dass dieses zugegeben etwas andere Liebeslied, sich garaniert zu einem der Lieblinge der Anhänger mausern wird. Die bisher etwas zu kurzgekommenen Gitarren haben nun bei "Ritt der toten" ihren Auftritt. Ein tatsächlicher Ritt durch die ganze Sound Palette. Ein unglaublich dynamischer, abwechslungsreicher Titel. Definitiv einer meine Favoriten. "Tiefer" reiht sich vom Klang her gut, aber eher unspektakulär in das Imperium ein. Wesentlich gewaltiger geht es mit "Schmerz bleib mein". Stimmlich ganz groß. Hier wird einem auch die Entwicklung des Sängers bewusst. Von einem Titel wie "meine Liebe" hätte ich mehr erwartet. Wie zuvor auch "Tiefer" passt es gut ins Album, ist aber eher einer der weniger herausstechenden Songs. Ganz anders "Im Herzen wohnt die Trauer". Hier kommt der Schwarzer Engel Fan nochmal voll auf seine Kosten. Hart, gewaltig und melodisch. Das Schlusslicht bildet der Digipak Bonustrack "Beuget euch". Ein perfektes, besonders schön theatralisches Ende... . Des Anfangs!

Der schwarze Engel hat es nun entgültig geschafft sich sei eigenes düsteres Imperium zu schaffen. Ein großartiges, sehr durchdachtes Album mit kleinen Schwächen. Die gekonnte Mischung aus Metal, klassischen und elektronischen Elementen ist einmalig und mit viel Liebe zum Detail arrangiert. Der eine ganz komische, düstere Stimmung auslösende Sound schafft es sofort den Hörer zu fesseln und bietet ein ähnliches Gefühlschaos wie beim Endgegner seines Lieblings-Videospiels. Wir dürfen gespannt sein, wie der Fürst der Finsternis seinen musikalischen Schlachtzug fortsetzt.

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