Review

SAVAGE MACHINE - Abandon Earth10.01.2018

SAVAGE MACHINE - Abandon Earth

SAVAGE MACHINE - Abandon Earth

verfasst von Kalle

Juchu... endlich mal keine Musik aus Dänemark, die klingt wie Volbeat oder ein Abklatsch davon. Hier kommt Sound, der erinnert mich eher an eine Mischung von Judas Priest und Helloween. Das letztere Band darin auftaucht ist nicht weiter verwunderlich, hat doch Tommy Hansen die Platte gemixt und gemastert. Er hat schon Bands, wie eben Helloween, Jorn und Pretty Maids, zwischen seinen Fingern gehabt. Daher ist der gute Sound keine Überraschung. Die Ähnlichkeit zu Judas Priest sehe ich klar in den Melodien und etwas in der Gesangsart. Manch einer könnte auch einen Hauch Iron Maiden heraus hören, doch dafür klingen Savage Machine mir nicht ganz so flüssig. Es ist doch eher diese "gebrochene" / "abgehakte" was den Sound ausmacht. Okay... ja das Intron von "Ages Of Machines" hat einen Hauch Iron Maiden drin, das kann man nicht abstreiten. Es steckt eine Menge in der Band, soviel steckt fest.

Genau das macht diese Band so interessant und abwechslungsreich. Hier stecken so viele Einflüsse im Sound und man ist durchaus geneigt immer zu raten, was jetzt hier und da in den Songs den Ausschlag gegeben hat. Die Songs selbst überzeugen durch ihre Vielseitigkeit. Eben noch habt ihr einen flotten Part und plötzlich ein ganz ausgefallenes Solo. Man hört genau hin und lauscht den sehr überzeugenden Gitarrensolis, denn die sind hier offensichtlich das Herzstück. Was mir ebenso sehr gefällt, sind die kleinen Effekte in der Stimme von Sänger Troels Rasmussen. Als Beispiel nenne ich euch hier mal den Song "The Hunter". Wie er in dieser schönen Nummer den Bogen nimmt, von sehr hohen und langgezogenen Tönen, zu den etwas tieferen Töne, das ist schon beeindruckend. Er passt so optimal zu dem Sound der Musik. Hier ist Nichts aufgesetzt oder übertrieben, sondern sowas von auf den Punkt gebracht.

Man merkt aber auch, der Mann braucht die Power. Hört man den Beginn von "Time Traveler", dann spührt man sofort, wie ihm dieses ruhige und sanfte Singen so gar nicht liegt. Kaum steigert er sich, wo er übrigens fast eine Ähnlichkeit mit Hansi Kürsch hat, ist er in seinem Element, denn da merkt man ihm mehr Sicherheit an. In den ruhigen Tönen wirkt er sehr zerbrechlich. Interessant finde auf dem Album ist die Länge der einzelnen LIeder. Mal gehen sie fast acht Minuten, mal keine drei Minuten und mal ein guter Schnitt von fünf Minuten. Ein weiterer Pluspunkt: Die Platte nimmt mit zunehmender Dauer nicht ab, sondern steigert sich weiter rein und hält die Qualität. Jeder Song kann für sich überzeugen und im Gesamten ist dieses Album ein absoluter Hochgenuss. Da darf gerne mehr in der Art aus Dänemark kommen! Anspieltipp möchte ich so gar nicht geben, denn ich könnte mich nicht nur für ein Song entscheiden. Inhaliert die Platte im Ganzen... ihr kommt voll auf eure Kosten und das Metalherz wird sehr hoch schlagen.

Thematisch greifen die fünf Dänen übrigens ein sehr interessantes Thema auf. Es mag vielleicht futuristisch klingen, doch es ist im überagenden Sinne sehr aktuell. Es gibt Krieg zwischen Maschinen und Menschen und die Erde ist praktisch tot, die Resourcen erschöpft und die einzige Lösung liegt darin, den Himmel zu bevölkern. Doch wer hat das Recht auf Retung, wer darf leben, wer muss bleiben und ist da wirklich das, was man sich erhofft oder doch nur Dunkelheit? Ich finde es ein sehr spannendes Thema für ein Heavy Metal Album. Einfach nur beide Daumen nach Oben für dieses Werk!

Tracklist:

1. Exodus
2. Age Of Machines
3. The Hunter
4. Time Traveler
5. Behind the Veil
6. Fourth Dimension
7. Fall Of Icarus
8. Event Horizon
9. Savior
10. Welcome To Hell

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