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SATYRICON - Live At The Opera26.04.2015

SATYRICON - Live At The Opera

SATYRICON - Live At The Opera

verfasst von Karla the Fox


Dem Duo Satyricon, das in Wahrheit gar nicht als Duo angefangen hat, was unserer heutigen Generation von Musikfans nur bedingt bewusst ist, hat sich entschieden, ihre ohnehin schon vorhandene Vorliebe für Operngesang und Orchestermusik auszunutzen und daraus ein neues Erlebnis zu schaffen, das man noch am ehesten mit der Rock meets Classic - Reihe vergleichen könnte. Im Gegenteil heißt das Konzept hier aber nicht "bringt die alten Rockgrößen auf die Bühne und erschafft einen Sound, der Jung und Alt von Hocker reißt", sondern "verziert euren Sound zur Abwechslung mal nicht mit einzelnen Geigern und vielen Computereffekten, sondern spiel den Spaß live". Das bedeutet, die Instrumente und menschlichen Stimmen sind nicht nur echt, das ganze Album wurde auch nicht im Studio eingespielt sonder auf der großen Opernbühne.

Satyricon betonen, dass sie eine angenehme, mitreißende Atmosphäre für die Besucher schaffen wollten, keine übertechnisierte Produktion oder gar eine Studiosession mit Unterbrechungen und Korrekturen. Es ist also nicht alles so glatt und sauber, wie man das von der Beschreibung erwarten könnte, und dadurch, dass es "nur" eine Tonaufnahme ist, auch nicht so mitreißend wie es live wäre. Satyr und Frost verstehen was von ihrer Musik und scheuen sich nicht, das zu zeigen. Ich weiß ja nicht, wie das im Opernsaal gewesen ist, doch aus meiner Sicht hätte der Chor gerne häufiger aus dem Hintergrund ins Rampenlicht treten können, klanglich. Wenn sich die beiden Satyricons das so gewünscht haben, dass die Sänger manuel runtergemischt werden sollen, fände ich das sehr schade. Die Hauptbetonung liegt auf den klassischen Instrumenten einer Rock/Metal-Band, der Chor ist eben die Zierde, die immer wieder ihre kleinen Soli hat, wie ein Gitarrist, der diese eingeräumt bekommt.

Live At The Opera ist eine Doppel-CD (6 bzw. 7 Songs). Eine DVD-Version gibt es auch, da kann man direkt in den Opernsaal hinein sehen. Was sie da spielen, singen, allgemein machen, ist stark. Die Kraft und Musikalität kommt überall heraus. Auf die Dauer zieht sich die Geschichte, auch weil natürlich jeder einzelne Track mindestens 6 Minuten lang ist, meistens länger. Pausen mit Ansprachen gab es entweder nicht, oder sie wurden herausgenommen, um den Spaß ein wenig zu kürzen, sonst wäre es ja noch länger. Ob Satyricon nun Black machen oder Thrash oder Classic oder sonst noch irgendwas ist mir relativ gleich. Sie nennen´s Extreme Metal und ich glaube, das ist ein ganz guter Kompromiss. Love it or hate it, könnte man sagen. Gut, dann müsste ich mich selbst rausnehmen, denn ich mag es, allein schon weil ich selbst über Jahre im Chor gesungen habe, aber um es zu lieben, hätte die Kombination für mich dramtischer werden müssen. Weil ist doch so: Was kann theoretisch epischer sein als die große Oper und der Norwegischer Heavy Metal??

Spielen tun Satyr und Frost Songs querbeet aus ihrer Diskographie, mit K.I.N.G als krönenden Abschluss. Weitere Auszüge: Now, Diabolical (Titelsong des gleichnamigen Albums), The Pentagram Burns sowie Mother North. Böser Text meets Hohe Kunst - das ist dieses Werk von Satyricon.

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