Review

SASSY SOCIETY - Lipstick Love Affair10.07.2015

SASSY SOCIETY - Lipstick Love Affair

SASSY SOCIETY - Lipstick Love Affair

verfasst von Kalle

Erst hatte ich überlegt, ob ich die Platte nicht unserer Karla The Fox geben sollte, doch sie hatte noch einige anderen Scheiben zu bearbeiten. Normalerweise würde sie sich genau über dieses Genre, der hier vorgestellten Band, freuen. Glam Rock aus Hamburg, der im Jahr 2012 das Licht der Welt erblickte und nun vor mir in Form des Debüt liegt. Ich bin ja ebenfalls Fan solcher KLänge und daher gespannt auf die Platte.

Den Grafiker für das Albumcover müsste man aber zuerst erschießen. Das hätte man durchaus besser gestalten können, damit es zur Musik passt, denn die ist überraschend gut. Als ich die Platte das erste Mal komplett gehört habe, musste ich mir echt stark überlegen, ob hier nicht Guns´n´Roses wieder ein neues Album produziert haben, denn die Stimme von Sänger Mark LeBosch erinnert sehr stark an Axl Rose - nur in jüngeren Jahren. Auch musikalisch hat es mich stark an Guns´n`Roses erinnert. Das ist von der Band beabsichtigt. Sie haben sich auf die Fahne geschrieben, den Sleaze und Glam Rock wieder zurück zu holen. Hmmmm... das haben sich in letzter Zeit wieder viele Bands auf die Fahne geschrieben und aus meiner Sicht... gut so. Da muss man sich natürlich schon jetzt wieder überlegen, sich ein wenig abzuheben. Bei Sassy Society ist der Bonus eben genau die Stimme und die verschiedenen Einflüsse in ihrer Musik. Denn nicht nur Gun´n´Roses spielt eine große Rolle. Man hört in manch Stücken hier und da noch Mötley Crüe, Twisted Sister und Co. heraus. Zwölf Lieder erwarten euch auf dem Album, die sich alle rund um den Titel drehen "Lipstick Love Affair".

Beispiele sind u.a. "Red Light", "True Love", "Black Roses", "Broken Baby" und "Game I Play". Es ist ein sehr abwechslungsreiches Album, was Interesse wecken wird. Doch es gibt leider ein großes Aber, was den geneigten Hörer wohl auf Dauer doch etwas stark kneifen könnte. Wenn man eine etwas düstere und langsamere Melodie hat, wie es in "Red Light" der Fall ist, kann man einfach nicht solch hohen Screams ansetzen. Das kommt zwar erst zum Ende vor, aber zerstört den sonst sehr guten Song. Der Backgroundgesange könnte weniger nach Proberaum klingen und etwas kraftvoller daher kommen, doch in erster Linie sollte man die Screams überdenken. Gleiches gilt für den Track "Down The Road". Es ist eine saugeniale Ballade, wo die normale Stimme mit viel Gefühl daher kommt. Doch kaum geht die Tonart höher, ist der Zauber verflogen. Schade! Der Song hätte Potential für eine absolut geile Gänsehautnummer. Gerade dieser Mix zwischen Akustik- und elektrischen Gitarren und diese zarte Rassel... hat was von "Patience" (Guns´n´Roses).

Ein absoluter Anspieltipp ist "True Love". Wenn ihr die Effekte von Mötley Crüe aus "Kickstart My Heart" kennt, dann wisst ihr, was hier auf die Ohren bekommt. Der Song geht ins Bein und macht die verschiedenen Einflüsse der Bandmitglieder deutlich. Stärkster Track der Platte ist für mich tatsächlich der Titeltrack zur Platte "Lipstick Love Affair". Hier gefällt mir besonders der passende Backgroundgesang, der den gewissen Hall und Tempo hat. Hier wirkt nix am falschen Platz und der Song kann mehr als überzeugen. Coole und flotte Nummer, die das Potentiall zu nem richtigen Hit hat. Überrascht hat mich dann das "Prelude" zu "Black Roses", welches komplett von einem Klavier gespielt wurde. Wenn ich aber das Tempo im "Intro" so erhöhe.. warum hält man es dann nicht? Die Jungs gehen dann in "Black Roses" zu Beginn extrem mit dem Tempo runter. Hört ihr aber weiter, wisst ihr genau warum. Dieser Song ist eine Granate! Er baut sich Stück für Stück auf und kommt dann mit einem Solo um die Ecke... da legst dich nieder. Gerade die Mischung mit den Klaviertönen ist genial gewählt. Den Song hört man gerne.

"Game I Play" ist wirklich etwas verspielt, gerade was die Tempos und Stimmhöhen angeht. Und zu guter letzt bekommt ihr noch eine Wahrheit auf die Ohren mit "Can´t Control Rock´n´Roll". Ein schöner letzter Songs, der die Fähigkeiten der Band gut rüber bringt.

Fazit:
Ich habe bewusst nicht alle Songs kurz beschrieben, da ich euch nicht die Überraschung nehmen möchte. Ich kann den fünf Jungs nur sagen... mir gefällt das Album musikalisch sehr. Es gibt aber einen Faktor, der macht die Band zwar aus, doch manchmal übertreit es die Stimme in den Höhen und es ist kein Hörgenuss an manchen Stellen. Da sollte man beim zweiten Album und eventuell bei Live-Auftritten schon dran arbeiten, ein paar Tonarten nach unten und damit das Hörvergnügen zu halten, statt einem plötzlich aus diesem Genuss zu reissen mit Höhen, die wirklich in die Weichteile gehen. Mark hat ne geile Stimme und sie kommt in vielen Songs grandios rüber, das ist keine Frage, gleiches gilt für die Musiker. Die Gitarrensolos sind stark, der Drummer hat gut zu tun... Basstöne nimmt man ebenfalls war... der Backgroundgesang könnte noch etwas mehr Feinarbeit vertragen, doch im Gesamten ist das Album empfehlenswert und ich bin gespannt, wie die Jungs auf der Bühne rocken.

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